in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

           David Bowie in Berlin 1976 - 1978

PHOTO BY: rockfrank

Eine Zeitreise in die ehemalige Mauerstadt

und ihrem berühmten Bürger

Vorbild, Idol, Halbgott. Man kann es drehen und wenden wie man will. David Bowie war und bleibt Anführer einer ganzen Generation, für viele DIE musikalische Mittelpunktfigur ihrer Jugend und weit darüber hinaus. Vielleicht ist es sein vertontes Schaffen, vielleicht seine vielen visuellen Rollen in die er geschlüpft ist, vielleicht sein Karma, dem man sich einfach nicht entziehen kann. David Robert Jones, alias David Bowie, bleibt ein Phänomen. Dass der Ausnahmekünstler einst für knapp 3 Jahre (1976 – 1978) Bürger von Berlin war ist unlängst bekannt, und durch seine Aufnahmen der sogenannten „Berlin-Triologie“ („Low“, Heroes“, „Lodger“) in den dortigen Hansa-Studios auch musikalisch belegt. Am 10.01.2016 verstarb der britische Sänger in New York, der im Laufe seiner Karriere ganze 26 Alben aufnahm und auch als Schauspieler tätig war. Er hinterließ eine Lücke, die zu füllen wohl kaum einem anderen Künstler mehr gelingen wird, denn Bowie war außerordentlich. Schauen wir uns heuer an wo der Musiker und Schauspieler dort lebte und wie es heute um die „Kultstätten“ bestellt ist.

  Sarkastische Anmerkung des Schreibers; Das aktuelle politische Unheil hat hier seine Brutstätte.......

Bevor der Sänger, Produzent und Schauspieler unter anderem mit Hilfe von Edgar Froese (Tangerin dream) eine geeignete Wohnung fand, kam er zusammen mit Iggy Pop, welcher gemeinsam mit Bowie nach Berlin kam um einen kalten Drogenentzug zu machen, bei Froese und dessen Familie unter. Froese wohnte damals im sogenannten „Bayrischen Viertel“ in Berlin Schöneberg und war gerade sehr erfolgreich mit seiner Elektronikband Tangerin dream unterwegs. Gerade wurde „“Stratosfear“ veröffentlicht, und die Band bekam eine Anfrage des amerikanischen Regisseurs William Friedkin zur Gestaltung des Soundtrack zu seinem Remake von „ Wages of fear“. Bowie und Pop bezogen also kurzfristig ein Zimmer in dessen Wohnung in der Schwäbischen Str. 7, bis die Renovierungsarbeiten im neu gefunden Wohnraum durchgeführt waren. Das vornehme im Mehrfamilienhaus in dem die Froeses wohnten steht auch heute noch im dem Viertel welches einst Lebensraum vieler jüdischer Familien war.

Im inneren des Hausflurs befanden sich große Spiegel in denen man seinen Körper, je nach Stellung, optisch um ein vielfaches duplizieren konnte. Freilich war die Eingangstür verschlossen und man kann keinen Blick ins Innere werfen. Tatsächlich aber steht der Name Froese nach wie vor an der Haustüre, Edgars Witwe lebt nämlich immer noch hier.

 

Von der Schwäbischen Straße zogen die beiden Künstler dann in die Hauptstr. 155 in Berlin Schöneberg, nur ein paar Straßenzüge weiter. Jenes Haus, im dem der Weltstar 1976 in die erste Etage zog und für 2 Jahre leben sollte. Im Erdgeschoss befand sich damals ein KFZ-Teile Geschäft. Der Stadtteil Schöneberg galt nicht gerade als der einladenste, der Anteil der türkischen Immigranten war sehr hoch, das Stadtviertel an sich trostlos und heruntergekommen. Aber genau diese anonyme Umgebung der damals noch geteilten Mauerstadt nutzte Bowie als Inspirationsquelle, die sich daraufhin auch bewährte. Seine Kreativität erfuhr in der Folge einen explosionsartigen Schub, welcher sich in den 3 Alben, die er in Berlin aufnahm, sowie 2 weiteren, die er für Iggy Pop produzierte („The idiot“ und „Lust for life“), auswirkte. Das Bowie die Berlin Zeit sehr inspirierte und auch nachhaltig beeindruckte, spiegelte sich anno 2014 übrigens in dem Song „Where are we now?“ von Bowies vorletztem Album „The next day“ wieder. Über seine Zeit in Europa (vor Berlin lebte er kurz in Paris), in der ausgebrannt und drogenabhängig aus Los Angeles flüchtete, sagte er später einmal: „Finde ein Land, dessen Sprache du nicht verstehst, einen Ort, an dem du nicht sein magst, und steh’ das durch. Zwinge dich dazu, dir deine Lebensmittel einfach mal selbst zu kaufen.“ Iggy Pop schrieb in Berlin übrigens seinen bis heute größten Hit, „The passanger“, eine Huldigung an die Berliner S-Bahn Betriebe der Deutschen Bahn (unglaublich....). Der „godfather of punk“, wie Iggy gerne bezeichnet wird, bezog kurze Zeit später jedoch eine Wohnung im Hinterhaus der Anlage. Angeblich fraß er Bowie ständig den Kühlschrank leer....... Heuer lebt eine Großfamilie der großen Wohnung in der ersten Etage. Außer einer Gedenktafel am Hauseingang erinnert heute nichts mehr an den einst so prominenten Mieter.

Nur zwei Hausnummer weiter befindet sich die Bar „Neues Ufer“. Das erste offene schwul-lesbische Cafes der Stadt eröffnete ein Jahr nach Bowies Ankunft, am 01.07.1977. Seinerzeit hieß das Cafe der queeren Lebenswelt noch „Das andere Ufer“. Neben gelebter Subkultur finden hier auch regelmäßige Ausstellungen statt die Musiker und Künstler gleichermaßen anziehen. So wurde nicht nur Bowie hier schnell zum Stammgast. Auch Nina Hagen, Rio Reiser, Marianne Rosenberg oder Blixa Bargeld, viele bunte Gesichter hat das Lokal seither gesehen. Iggy Pop begleitete Kumpel Bowie ab und an ebenfalls in die Lokalität. Seit Bowies tot fungiert die Bar zur Kultstätte und begrüßt oft den ein -oder anderen Anhänger oder gar Teilnehmer ganzer Bowie-Touren, die extra in Berlin angeboten werden. Bowie selbst nahm hier gerne seinen morgendlichen Kaffee zu sich.

Als Interessent des deutsche Expressionismus hat Bowie auch gerne das Brücke-Museum in Berlin Grunewald besucht. Hier schaute er sich ausgestellte Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Plastiken an, die von der sogenannten Künstlergruppe „Brücke“ 1905 in Dresden ins Leben gerufen wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCcke-Museum_Berlin

 

Der britische Tonkünstler war aber ich nur zum „abhängen“ in die deutsche Hauptstadt gekommen, er wollte auch arbeiten. Hierzu buchte er die Hansa Studios in der Nähe des Potsdamer Platzes, Köthener Str. 38, und nahm dort zusammen mit Kumpel Iggy Pop die oben erwähnten drei Alben auf. Besonders inspiriert wurde Bowie von der Berliner Mauer, die seinerzeit besonders gut durch die Fenster des Kontrollraums des im Erdgeschoss liegendem, historischem „Meistersaals“ (einem ehemaligen , prunkvollem Konzertsaal der Nationalsozialisten) zu sehen war. Er komponierte daraufhin seinen Welthit „Heroes“. Außerdem sei er „alten Arbeitsweisen, Songs zu schreiben überdrüssig“, gewesen, äußerte Bowie später mal über die Vorgehensweise speziell bei „Low“ und „Hereos“, mit ihrer je einer Instrumental -und einer Songseite. „Triptychon“ bezeichnete er selbst einmal jene Berlin-Triologie. Im großen Schaufenster des Gebäudes erinnert heute ein dreidimensionales Bild an den einst so berühmten Künstler.

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rockfrank

Merkel is a funny old thing.

Pete Townshend

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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