in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

     Der Fels in der musikalischen Brandung                     Rockpalast auf der Loreley

Heuer möchte ich euch einen ganz besonderen Ort vorstellen. Es ist nicht nur naturtechnisch ein absolutes Highlight in Europa sondern auch, und darum geht es hier natürlich vordergründig, ein Ort in der Musikwelt der Geschichte geschrieben hat - Die Loreley! Der  Rockpalast, eine langjährige, feste Institution des WDR, zelebriert hier seit vielen Jahren den Rock n` Roll in seiner reinsten und schönsten Form; Ungeschliffen, authentisch und Open Air.

 

Tief im Weltkulturerbe Mittelrheintal, zwischen Koblenz und Mainz, am Rheinkilometer 555, wo der Fluss seine engste Stelle hat, ragt sie stolz und unangreifbar aus dem Wasser - die Loreley. An ihrer Basis winden sich die Züge nahe des Flusses durch viele Kurven und Tunnel, der Strom selbst fordert höchste Konzentration von den Kapitänen der Fracht- und Passagierschiffen ab. Wild und malerisch ragt der Loreleyfelsen 125 Meter aus dem Wasser empor. Ich wählte einen winterlich angehauchten, spätherbstlichen Tag Anfang Dezember für meine Reise, um die schroffe Schönheit jenes Felsmassivs zu lancieren. Und hier oben, fernab von schallendem Verkehr liegt, in exponierter Lage, die berüchtigte Freilichtbühne der Loreley, auf der schon so manches Rockpalastkonzert  stattfand. Bevor ich aber näher hierauf eingehe, liegt noch ein anstrengender Weg vor mir, denn würdelos lässt sich der Berg nicht bezwingen…

 

Das winterliche Gewand, welches in jenen Tagen über dem Land lag, machte auch vor meiner Haustür nicht halt, und so tanzten auf dem Weg zum Bahnhof bereits ein paar kleine Schneeflocken verloren durch die frühmorgendliche, kalte Luft. Vom Bahnhof St. Goar, den ich am 12.12.12 pünktlich um 09.19 Uhr erreiche, geht es zunächst durch die gerade erst erwachende Stadt hinunter zum Schiffsanleger, wo ich mit dem Fährkan das entgegengesetzte Ufer in St. Goarshausen nach kurzer Überfahrt erreiche.

Nun sind es noch ca. 2 KM Fußweg entlang des Rheins bis direkt unter die hohen Felsen des Berges. Dort erwartet den Freund des gepflegten Rock n` roll (sofern er nicht mit dem PKW über die Bundesstraße 274 von der anderen Seite des Berges anreist) eine steile lange Treppe aus Steinstufen, die direkt bis hinauf zum Plateau der Loreley führt. Schon auf der Hälfte der Höhe eröffnet sich mir ein verträumter Ausblick zurück nach St. Goarshausen und dem gegenüberliegendem Ufer. Vorher begegnet mir aber unten noch die Loreley selbst. Unschuldig sitzt sie am Wasser, schaut verträumt über den Stromabwärts und wartet sich schon auf den nächsten Schiffskapitän, dem sie die Augen verdrehen kann…..

Von hier oben wirkt gleich alles etwas ruhiger, beschaulicher. Oben angekommen verschlägt es mir fast den Atem (den Rest der mir noch bleibt nach 399 Stufen…). Ein grandioser, überwältigender Blick über das Rheintal lassen den interessierten Naturfreund hier sprachlos erscheinen. Gerade mal 160 Meter ist das Gewässer unterhalb des Felsen hier noch breit. Jäh geht es direkt vor mir die Klippe hinunter. Schneereste gestalten im Wechsel mit mittlerweile fast blattlosen Sträuchern und Bäumen das mystisch wirkende Landschaftsbild dieser Region. Die Züge entlang des Rheins erscheinen jetzt wie eine Märklinversion auf einer großen Modellbauplatte. Eine noch zaghaft durchstrahlende Sonne und die malerische Naturlandschaft runden das Gesamtbild ab. Wer jemals ein Ausflugziel auf höchstem Niveau in Mutter Grün sucht, bitte schön!

Ich verweile noch einen Augenblick am höchsten Punkt des Schroffens, dem Panorama nicht entziehen könnend, bevor ich mich dann Richtung Freilichtbühne mache, welche etwas hintergründig auf dem Felsplateau liegt. Der Veranstaltungsort ist (wenn man den anstrengenden Aufstieg meiden möchte) gut mit dem PKW erreichbar, eine große Parkfläche gibt dem Besucher die Möglichkeit sein Kraftfahrzeug in unmittelbarer Nähe abzustellen. Auch für Camper und Biker ist ausreichend Platz geschaffen. Fans ohne Vehikel bleiben natürlich auch nicht auf der Strecke, sondern können alternativ (zumindest in den Sommermonaten) mit einem Linienbus aus St. Goarshausen anreisen, welcher unmittelbar in Eingangsnähe hält. Die Bühne selbst wurde bereits1939, nach 7-jähriger Bauzeit eröffnet, und verfügt  über eine einzigartige, natürliche Akustik.

Nach diversen Theateraufführungen und anderer Veranstaltungen war es dann 1982 endlich soweit, und der legendäre Rockpalast hielt Einzug am Rhein. Angefangen hat es bereits 1981, als ein sogenanntes Test Open Air am 29.08. veranstaltet wurde, welches nicht live gesendet wurde. Hier waren es Nine Below Zero, 38 Special, The Outlaws und Thin Lizzy, welche die Rockpalast-Ärea auf dem Felsen eröffneten. Den Rock n` Roll allgemein brachten übrigens die damals noch proggigen Genesis bereits im Jahr 1976 an den Rhein. Sie rockten als erste Band dass Felsmassiv. Offiziell wurde es dann mit dem Rockpalast am 28.08.1982, als jene Institution mit dem ersten offiziellen Loreley Open Air startete. Neben Frankie Miller und Eric Burdon war hier auch der erste deutsche Beitrag zu bestaunen, welcher von den Kölschrockern der Mundartband BAP beigesteuert wurde, die unbefangen das Rheintal rockten. Dat is Verdamp lang her…. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Bild- und Tondokumente dieser Ereignisse, womit man jederzeit in Erinnerungen schwelgen kann.

 

 

 

Auch wenn ich mit Grauen schon mal Konzertankündigungen lesen musste wie Tokio Hotel, Xavier Naidoo oder die Kastelruther Spatzen (was dann wirklich an einen akustischen Hausfriedensbruch grenzt…), behält der Rock´ n roll doch glücklicherweise die Oberhand. George Thorogood, John Hiatt, David Bowie, Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, The Muddy Waters Tribute Band und viele andere Künstler gaben sich bereits die Ehre hoch über dem Rhein. Das mehrere tausend Zuschauer fassende Gelände, welches seit Gründung in fast unveränderter Form existiert, hat auf seinen abfallenden Steinbänken bzw. Stehplätze oberhalb der Stufen schon so manchen Fan beherbergt. Die oben erwähnte einmalige Akustik ist der damaligen Bauweise des Areals geschuldet, ursprünglich fanden hier, wie bereits erwähnt, Theateraufführungen statt.

 

Ich mache mich anschließend noch auf den Weg zum Aussichtspunkt „Spitznack“, welchen ich nach einem 20-minütigem Fußmarsch durch die beeindruckende Natur erreiche, um den „Rockfelsen“ noch aus einem anderen Blickwinkel zu bewundern. Auch hier bin ich zu triefst bewegt von dem Rundblick über den Landstrich. Auf meinem MP3 Player läuft Loreena McKennit, welche passender das heute erlebte nicht abrunden könnte. Kein rockige Tonkunst, aber wohltuende, mystische Klänge in Einklang mit der einzigartigen Natur. In Erwartung vieler weitere Rockkonzerte die hier hoffentlich noch zelebriert werden, kann ich nur jedem der auch nur einen Tropfen Rock n` Roll im Blut hat einen Besuch im UNESCO Weltkulturerbe empfehlen, um sich neben den landschaftlichen Eindrücken vor allem ein paar Stunden Rock `n` Roll in exponierter Lage zu genießen!

 

 

 

 

 

 

 

rockfrank

Merkel is a funny old thing.

Pete Townshend

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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