in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Frank Zappa †

(21.12.1940 - 04.12.1993)

 

04.12.2019 -

heuer jährt sich der Todestag Frank Zappas bereits zum 26. Mal.

Es ist ein sonnig, -frostiger Herbsttag, der 04.12.2019. Was würde Frank Zappa wohl heute machen, im Alter von nunmehr 79 Jahren? Seinen Ruhestand auf der Veranda seines großen Anwesens genießen, das Rauchen endlich zugunsten seiner Gesundheit aufgegeben, und einen Becher Tomatensaft auf dem Beistelltisch, welcher ihm seine Frau Gail gerade frisch gepresst hat? Weit gefehlt. Rente? Ein Fremdwort. Frank Zappa wäre nicht Frank Zappa wenn er nicht wie immer kettenrauchend in seinem Aufnahmestudio im Keller seines Hauses säße, der Sonne trotzend, den ganzen Tag und die ganze Nacht arbeitete, und im Morgengrauen gegen 05:30 Uhr endlich den letzten Schnitt zu seinem demnächst erscheinenem neuen Album „Acoustic Zappa“ (endlich dem Alter etwas angepasst) eingespielt hätte. Zufrieden? Natürlich nicht. Die Synthesizer-Bridge im einzigen nicht akustischen Stück der neuen LP gefällt ihm gar nicht. In aller herrgottsfrühe klingelte er mit seinem Festnetzapparat (Zappa weigert sich bis heute ein Handy zu benutzen), den 87-jährigen Don Preston aus dem Bett und verlangt sein sofortiges Erscheinen um seinen Take neu einzuspielen. Dieser erwidert jedoch, dass es erst 05:45 Uhr sei und seine Enkelkinder in 2 Stunden zum Frühstück kämen, die er doch solange nicht gesehen hatte. Er könnte dann am Nachmittag zu Zappa fahren. Doch der Bandleader duldet wie immer keinen Widerspruch. Preston sei Teil seiner mittlerweile „Grandmothers Of Invention“, die er 2012 zum gefühlten 25. mal reformiert hatte, und er dulde keinen Vertragsbruch. Don hat sich vertraglich dazu verpflichtet jederzeit für den „Monarchen“ zur Verfügung zu stehen, wenn es um musikalische Dinge geht……

 

So oder ähnlich dürfte man sich Zappas Leben anno 2019 vorstellen.

Don Preston während eine Konzerts der „Grandmothers Of Invention“ am 18.04.2013 in Leverkusen.      PHOTO BY: rockfrank

Frank Zappa war in seiner Art ein Genie. Er durchschaute schnell die Machenschaften des „american way of life“ und versucht mit Eigensinnigkeit und Humor der Menschheit den Spiegel vorzuhalten, sie wach zurütteln und forderte sie somit auf sich nicht vom Establishment blenden zu lassen. Seine Texte beinhalten neben oft anzüglichen Inhaltsformen auch ein erhebliches Maß an dadaistischen Torheiten, da sich Zappa auch als Avantgardekünstler sah, und alle Formen gängiger Normen ablehnte. Seine Musik klang daher oft schräg und unzugänglich auf der einen, jedoch von Perfektionismus gekrönt, ausgereift und anspruchsvoll auf der anderen Seite. Dies merkten auch frühzeitig die Mitglieder seiner legendären Band „The Mothers Of Invention“, welche dann im Laufe der 10 Jahre Ihres Bestehens auch häufig die Konstellation änderten. Zappa war ein Alleinherrscher, der alles bis ins kleinste Detail kontrollierte und bestimmte. Seine Musiker hatten sich zu Fügen, sie mussten ihm hörig sein. Eigene Kreativität war nicht angesagt. Seine Kompositionen mussten immer gleichbleibend perfekt klingen. Damit musste man erst mal umgehen können. Das Ergebnis allerdings war sensationell. Naja, zumindest für diejenigen, die es verstanden und liebten. Er biederte sich mit seiner Musik nicht den Radiostationen an, aber das war auch gar nicht sein Ziel. Die Musik der Mothers war sehr komplex und barg kein Hitpotenzial. Dies passte weder den Plattenbossen, noch der breiten Öffentlichkeit. Noch vor „Sgt. Pepper`s“ von den Beatles gelingt den „Mothers Of Invention“ mit „Freak Out!“ ein progressives Rock Album welches sich jeglichen musikalischen Normen widersetzt und womit Zappa seinen eigenwilligen Sound im Reformjahrzehnt der Amerikaner der 1960` er Jahre später dann doch (zumindest unter den Freaks, die sich im Laufe der Zeit wachsender Beliebtheit erfreuen), etabliert. Außerdem nahm er jeden und alles auf die Schippe. Selbst Bob Dylan war nicht sicher vor dem Nonkonformisten Zappa, belegt in dessen Song „Flakes“, vom 1979`er Album „Sheik Yerbouti“. Quasi „en passant“ schuf er noch das Genre „Jazzrock“ und brachte ohne die Mothers dann gleich das bahnbrechende Album „Hot Rats“, jener neuen Sparte, an den Start. Außerdem hob er Captain Beefheart aus der Taufe, seinen alten Schulfreund Don Van Vliet, und produzierte seine ersten Alben. Ein fiel größerer Coup gelang ihm mit der Unterzeichnung der Alice Cooper Band auf seinem eigenen Label „Bizarre“. Die Karriere des Schockrockers (der eigentlich Zappa selbst war, wie Alice Cooper einmal fromm zugab), ging von da an bekanntlich steil bergauf. Ein Tatbestand, den man von Zappas eigener Entwicklung in kommerzieller Hinsicht nicht gerade behaupten konnte. Aber das war ja auch nicht unbedingt sein Ziel. Ob Zappas Musik nun massentauglich war, bleibt dahingestellt. Zumindest feierte er mit „Don`t Eat The Yellow Snow“ einen kleineren Single-Erfolg, und mit „Bobby Brown“ gar einen größeren kommerziellen Erfolg, jedenfalls in Europa. Zwischendurch widmete er sich immer wieder ernsteren Kompositionen symphonischer Natur, mit jenen er aber erst Anfang der 1990` er Jahre, durch die Kollaboration mit dem Frankfurter Orchester „Ensemble Modern“, zum Erfolg kam. Edgar Varese war Zappas großes Vorbild. Zwischendurch; Tourneen Tourneen Tourneen. Zudem war er Filmemacher (200 Motels) und Musikproduzent für viele andere Künstler und immer wieder auf der Suche nach neuen Techniken, die sein Klangbild prägten.

 

Dabei fing alles ganz anders an. Frank Zappa wuchs in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Familie, italienisch-arabischer Abstammung, zog bedingt durch des Vaters Arbeit des Öfteren um, was auch für Frank einen ständigen Schul -und Freundeskreiswechsel bedeutete. Viel Freunde hatte er allerdings nie. Er war oft krank, experimentierte gerne mit Sprengstoff (kein Wunder, sein Vater war sachkundiger für Chemiewaffen beim U.S. Militär) und interessierte sich schon früh für das Schlagzeug spielen. Er stieß in einem Zeitungsartikel über ein Plattengeschäft welches eine Platte verkaufen sollte, auf der ausschließlich getrommelt wurde. Gemeint war aber nur das Stück „Ionisation“, ein Titel der LP „The Complete Works Of Edgar Varese“, dessen er auch nach über einem Jahr des Suchens habhaft wurde. Frank war damals 17 Jahre alt. Von da an entflammte seine Liebe zur klassischen Musik bzw. „neuen Musik“. Mit 21 wurde er arglistig von der Polizei wg. der angeblichen Herstellung pornografischen Materials „überführt“, jenes Erlebnis, gepaart mit der anstehenden Gefängnisstrafe, ihn anscheinend zu dem machte, was er sein Leben lang bleiben sollte; Ein verbitterter Kontrollfreak der einzig und allein für seine Musik lebte. Mit Gründung seiner Begleitband „The Mothers Of Invention“ hatte er ein Ausdrucksmittel für seine Ansichten über die Welt und Amerika. Ganz zum Schrecken des amerikanischen Kleinbürgertums. Sein Vokabular war nicht selten rüde und sexistisch. Die akustische Umsetzung, war, wie schon erwähnt, oft unzugänglich und gewöhnungsbedürftig, doch Zappa harmonisierte alles mit der richtigen Menge Humor und Dadaismus. Im Laufe der Jahre führte er eine große Anzahl an Rechtsstreitigkeiten mit verschiedenen Plattenfirmen, seinem langjährigem Manager Herb Cohen, und letztlich auch mit den früheren Mitgliedern seiner Mothers, die sich nach der Auflösung finanziell benachteiligt fühlten. 1971 dann das Schreckensjahr für den Musiker. Erst der Brand des Spielcasinos in Montreux während eines Konzerts Zappas, herbeigeführt durch einen Schuss aus dem Publikum mit einer Signalpistole, wobei seine gesamte Anlage niederbrannte, und ein paar Tage später dann in London der verheerende Sturz von der Bühne in den Orchestergraben (ein Mann schubste ihn vom Podium, weil er Eifersüchtig auf ihn war da seine Freundin auf Zappa stand), der ihm diverse Brüche und 6 Monate im Rollstuhl einbrachte. Doch der Egomane arbeitete sich förmlich wieder an die Oberfläche, Album für Album, Komposition für Komposition. Er fühlte sich fehl am Platz in der Gesellschaft und verarbeitete das noch so kleineste erlebte in seinen Texten. Zappa war auch kein Hippie. Obwohl Hippies eigentlich rebellieren wollten, Veränderungen hervorrufen, sah Frank Zappa in ihnen nur eine Gruppierung eben doch konformistischer Menschen, auch wenn jene genau das Gegenteil darstellen wollten.

 

Erst viel zu spät stellte man durch eine Fehldiagnose Krebs im Endstadium bei Frank Zappa fest. Der Musiker verstarb am 04.12.1993 an den Folgen jener Krankheit.

 

 

Der kulturelle Einfluss Zappas auf die gesamte Musikwelt (um es mal etwas über Gebühr auszudrücken), war und bleibt enorm. Es sollte ein pädagogischer Auftrag werden, Zappa Musik als Schulfach zu integrieren, um der Menschheit den Spiegel weiter vorzuhalten und sie über die Missstände auf dem Planeten aufzuklären und wachzurütteln. Ob Erdogan, Kim Jong Un(sinn) oder aber dem Scharlatan Donald Trump, Frank Zappa hätte seine wahre Freude daran sie alle zugleich zu zerreißen. Was uns bleibt ist sein schier unüberschaubares musikalisches Gesamtwerk und die Erkenntnis, dass man mit Wagemut und Schroffheit, gepaart mit ausgefeilter künstlerischer Arbeit, viel bewegen kann. Wir werden Dich nie vergessen, Frank !

 

 

R.I.P. †

Merkel is a funny old thing.

Pete Townshend

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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