in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Femininer Bluesrock in Vollendung

Serbiens Bluesprincess

Ana Popovic zu Gast in Unna

Hat der Gitarrengott eigentlich eine ebenbürtige Gattin, die nicht weniger gut mit ihrem Instrument umgehen kann als „himself“?! Dieser Frage habe ich mich nie so richtig gewidmet, denn es gibt eine Menge guter Gitarristinnen in der Blues- und Rockszene, die mich mit ihrem Spiel beeindrucken. Jedenfalls bis zum Jahre 2011. Denn da sah ich zum ersten Mal eine junge Frau aus Serbien auf der Bühne, die diese Frage nicht in mir aufkeimen lies, sondern sie sich ihr strikt verweigerte. Denn mit ihrem damaligen Auftritt in der Lindenbrauerei in Unna stellte sie völlig zurecht klar, wer hier die „first lady“ an der 6-saitigen ist; Anno der Jahre des 21. Jahrhunderts heißt diese Göttin mit Sicherheit Ana Popovic! Schon während der ersten Takte ihres im Dezember 2013`er Auftaktes beim Konzert in selbiger Location fielen mir Wörter ein wie dreckig, schmutzig, rotzig, frech, professionell, authentisch und sexy. Respekt, das ist femininer Bluesrock auf höchstem Niveau. Doch der Reihe nach…..

 

Frühzeitig und ausnahmsweise ohne Kamera erreichte ich nach 10-minütigem Fußweg durch Unnas Fuzo die Lindenbrauerei. Da ich aus zeitlichen Gründen ursprünglich keinen Bericht über dieses Konzert verfassen wollte, ließ ich also die Knipskiste zu Hause, und freute mich auf einen entspannten Bluesrockabend. Dass mich jener dermaßen umhaut konnte ich zwar eigentlich ahnen, aber darüber nachgedacht habe ich vorher irgendwie nicht. So kam es dass ich doch etwas für euch schreiben wollte, und diesen Bericht nun mit einigen wenigen Fotos vom 2011`er Konzert bestückt habe, die ich damals gemacht habe. Doch zurück nach Unna; Auf dem Marktplatz lagen die Aufbauarbeiten zum unmittelbar anstehenden Weihnachtsmarkt in den letzten Zügen, die Adventszeit klopfte unmissverständlich an die Türe. Alles andere alles besinnlich ging es allerdings rund 1 Stunde nach meinem Eintreffen im „Kühlschiff der Lindenbrauerei“ zu. Meine Fresse, was für ein Hammerkonzert! Bevor es jedoch soweit war, schickte Frau Popovic einen regionalen support auf die Bretter, welcher, wie ich dachte, naja, halt ein regionaler support ist, der uns wahrscheinlich nicht aus den Schuhen hauen wird, und ich ihn ohne große Erwartungen „ausharren“ wollte. Junge Junge, weit gefehlt. Die Musiker um Frontfrau Pia Flume waren richtig gut, überraschten mich mit ihren rockgetränkten Stücken ein ums andere Mal. Spätestens bei „Demon“, welches eine fantastische, langgezogene E-Gitarreneinlage beinhaltet, sprang der Funke über. Das Publikum bescheinigte der Band ihre Begeisterung durch entsprechenden Beifall, der auch die Protagonisten in seiner Intensität zu überraschen schien. Da wunderte es auch nicht dass die anscheinend kühl kalkulierten CD`s am Merchandising ruck zuck vergriffen waren, und nicht nur ich ohne einen Silberling der Band nach Hause ging. Kurzerhand versprach man uns jedoch die nachträgliche Zusendung der Scheibe auf Bandkosten, welche auch prompt ein paar Tage später in meinem Postkasten lag, Klasse! Wenn ich euer Interesse an jener Combo geweckt habe, schaut doch einfach am Schluss dieses Berichtes, dort findet ihr den Link zur homepage.

Die Uhr zeigte derweilen kurz nach 21 Uhr an, als die kleine Umbauphase beendet war und man ungeduldig auf das Auftreten des Hauptacts wartete. Dieser ließ sich auch nicht lange bitten, die Ana Popovic Band betrat kurz drauf die Bühne, und Bassist Ronals Jonker kündigte seine „Chefin“ an, welche dann gut gelaunt dazu kam. Wow, Ana trug an diesem Abend ein pinkfarbenes Kleid, gar nicht meine Farbe…. Aber zugegeben, es stand ihr. Als sie sich jedoch ihre Gitarre umlegte, hob dieses schöne Instrument die surreale, schreckliche Farbe sofort auf, und Ana wirkte trotz jener sofort authentisch. Authentisch war dann auch ihr Arbeitsnachweis an diesem Abend, obwohl sie niemanden mehr etwas zu beweisen brauchte. Die Band legte mit einer Instrumentaleinlage vom Feinsten los, in der sich die Spielfreude ihrer Mitglieder bereist überdeutlich zeigte. Was dann aber noch kommen sollte war der schiere Wahnsinn…. Man leitete anschließend zu „Can you stand the heat“ über, dem Titel ihres 2013` er aktuellem Album, welcher tatsächlich gleich Hitze in der schönen alten Gewölbehalle der Lindenbrauerei entfachte. Mit welcher Leidenschaft die mehrfach für den Blues-Award nominierte und ausgezeichnete Frau aus Belgrad hier an ihre Arbeit ging ist beeindruckend. Ihre Fans reagierten frenetisch, der Saal tobte. „Obssesion“, „Unconditional“, egal was die Band anstimmte, die Stimmung stieg und stieg. Anas Gitarrenspiel grandios. Völlig in ihrem Element, im Geiste auf eine ganz anderen Ebene wie mir schien, arbeitete sie sich inbrünstig durch ihre Solis, entlockt ihrer Saitengefährten die allerfeinsten Töne. Erst nach Ende eines Songs half ihr der euphorische Applaus ihrer Fans wieder den Kontakt zur Wirklichkeit zu finden. Anas Mimik sprach Bände, sie will auf dieser Bühne gar nichts anderes als den Blues spielen.

Wenn auch einige wenige ihrer Stücke einen leicht poppigen Einschlag haben, bleibt sie ihrer Linie treu, und verleiht selbst solchen Songs den nötigen Respekt vor dem Genre. Erstklassig auch das Zusammenspiel ihrer Band. Unglaublich präzise hämmert Drummer Stéfane Avellaneda auf die Felle, seine Energie schien unerschöpflich, Bassist Ronald Jonker ist von je her ein quirliger Spaßvogel, der seine Kollegen immer wieder nach vorne peitscht, und Keyboarder Michele Papadia bedient sein Tastenareal so was von gefühlvoll, als wären sie fest mit seinen Händen verbunden. Anderseits konnte er aber auch aus seinem Hackbrett schweinegeile Orgelklänge zaubern. Die Solis die die drei nacheinander ablieferten suchten ihres gleichen. Das Drummkit stand kurz vor dem abheben, Stéfane wirbelt seine Sticks das dir schwindelig wurde, es war mächtig Dampf im Kessel der Brauerei!

Das Auditorium war außer sich. Es ging weiter quer durch Anas Repertoire, die Sängerin war wie im Rausch. Auf dem Höhepunkt der Show verabschiedete sie sich freundlich von ihren Fans, während die Band die letzte Nummer mit einer ausgiebigen Instrumentaleinlage beendete. Selbstredend ließen laute Zugabenrufe nicht lange auf sich warten, die Stimmung kochte über…..

 

Ronald sprang als erster wieder auf die Bühne, heizte die tobende Menge noch einmal an. Schnell folgten die anderen Bandmitglieder und zusammen mit Ana an der Klampfe gab es erneut ein grandioses Instrumentalstück zu hören, welches dann zum finalen Abschluss überleitete. Fantastisch! Anschließend gab es noch Autogramme von allen Bandmitgliedern am Merchandisingstand, wo auch ich mir mein Foto aus 2011 signieren ließ.

Berauscht vom gerade erlebten ging ich durch die Stadt zurück zum Bahnhof, wo ich mein Automobil geparkt hatte. Unnas Kirchturmspitze auf dem Marktplatz wurde blau angeleuchtet, was ihr einen Hauch von Schneeglanz verlieh. Lange sollte das schöne Weiß in diesem Jahr hoffentlich auch nicht mehr aus sich warten lassen, und so passte irgendwie alles zusammen. Was bleibt ist ein unvergessliches Konzerterlebnis, das Versprechen wieder zu kommen, und der Dank im richtigen Musikgenre angesiedelt zu sein.

 

 P.S.; Nochmals Danke an Special guest für die hervorragende "Aufwärmphase" !!!

rock on, euer rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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