in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

              Beth Harth live at Wuppertal

 

 

"Fire on the floor tour"

 

24.05.2017

PHOTO BY: rockfrank

Beth Harth ist elementar, Faktum ! Ihre stimmliche Wandlungsfähigkeit ist so enorm, dass ihr niemand auf dem Sektor das Wasser reichen kann. Kombiniert mit ihren einfühlsamen, oft schmerzlichen Balladen, oder knallhartem, soulgetränktem Rock, ist sie eine Waffe. Eine Waffe der du gehorchst, der du dich nicht entziehen kannst. Du bist ihr ergeben. Die 1972 in Los Angeles geborene Sängerin mit der ausdrucksstarken Stimme hat schon einige Höhen und Tiefen in ihrer Vita zu verzeichnen. Tiefpunkt war sicherlich ihre Drogenabhängigkeit, die sie zusammen mit den Folgen des Entzuges auf dem grandiosen Album „Leave The Light On“ verarbeitete. Mit der Unterstützung diverser Ärzte und ihres Mannes Scott, schaffte sie damals den Absprung aus dem Teufelskreis. Beth Hart live zu hören ist ein Geschenk. Sie bannt dich quasi  vom Start weg und lässt dich nicht wieder los, bis sie dich im Zieleinlauf wieder in die Realität katapultiert. Sie begegnet jeder stimmlichen Herausforderung mit Präsenz und Phrasierungskunst, dass macht sie so einzigartig. 2013 durfte ich sie bereits einmal live in Köln erleben, und war von da an ihr ergebenster Jünger. Nun, 4 Jahre später kam es zu einem Déjà-vu.       

                                                                          

Wuppertal. Die Stadt mit dem bekanntlich sichersten Verkehrsmittel der Welt besitzt oberhalb des Zentrums ein prachtvolles Gebäude welches zu den schönsten Konzerthäusern Europas zählt; Die historische Stadthalle. Spätestens seit ihrer Sanierung im Jahr 1995 steht sie wieder im alten Glanz und beheimatet viele außergewöhnliche Konzerte. 

Im Hauptsaal des Gebäudes befinden sich imposante Malereien, prunkvolle Marmorsäulen und Kronleuchter. In erwartungsvoller Stimmung genoss ich die Atmosphäre in dem noch fast leeren Saal und ließ das Ambiente auf mich wirken. 

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Von einer Vorband war mir nichts bekannt, umso überraschter war ich als nicht Beth, sondern zunächst Gary Hoey die Bühne betrat. Und verdammt, es war eine Überraschung! Der Bluesrocker aus Massachusetts brachte in seinem knapp 40-minütigem Set bereits den Saal zum kochen. Prägnante Gitarrenlicks und brettharte Riffs zeichneten Garys Spiel aus. Immer wieder betonte die Schönheit der Location und riss das Publikum förmlich mit.

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Höhepunkt war aber sicherlich seine Verneigung vor den Angehörigen und Opfern des Anschlages von Manchester, wenige Tage zuvor, und sein anschließendes Tribut an Johnny Winter. Dafür wechselte er die Gitarre und hing sich eine „Highway 61“ Blechladie (wie passend) um. Auf dieser spielte er zunächst ein ergreifendes "Amazing grace“ für Manchester, und anschließend den Titel „Steamroller“ aus seinem dato aktuellem Album „Dust & Bones“, seinem Tributsong an Johnny Winter. 

                                                              Das Drummset der Beth Hart Band.

Es folgte eine rund 20-minütige Umbauphase, bevor erneut das Licht gedämmt wurde und Beth`s Band die Bühne unter großem Applaus betrat. Die Sängerin selbst hörte man stattdessen nur über die Boxen und erwartete ihr unmittelbares Auftreten. Stattdessen richtete sich ein Spot in den hinteren Teil der Halle und Beth Hart tauchte aus dem Nichts im Publikum auf. Gut gelaunt ging sie quer durch das Auditorium und präsentierte ihren Opener „“Close to my fire“.

Die amerikanische Sängerin und ihre Band ließen sich frenetisch feiern und gaben sich in den ersten beiden Nummern extrem rockig.

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Beth nahm anschließend für einige Stücke am Piano Platz und präsentierte mit elementarer Hingabe zwei ruhigere Nummern, „Coca Cola“ oder Jazz man“, aus ihrem aktuellem Album „Fire On The Floor“. Gab man zwischendurch auch immer wieder schnellere Stücke Preis, so war das Gesamtkonzept doch eher von gemächlicheren Titeln geprägt, was wunderbar in das Ambiente der ehrwürdigen, alten Halle passte. Die Sängerin band ihr Publikum immer wieder ein, kommunizierte, erzählte, litt, schrie und rockte. Das Emotionsbarometer schoss drastisch in die Höhe als sie das Stück „My California“ ankündigte, jener Song sie ihrem Mann Scott widmete, der in der schwersten Zeit ihres Lebens an ihrer Seite war, die sie ohne ihn wahrscheinlich nicht überlebt hätte. Unter Tränen offenbarte die Amerikanerin uns diesen Teil ihrer Vita. Nach der gänsehautlastigen Nummer wollte der Applaus nicht abreißen, und Scott, der auch zu ihrer Bühnencrew gehört, trat aus dem Hintergrund hervor und bedankte sich herzlich bei seiner Frau.

Mal Rockbetont, mal leise führte uns die Künstlerin und ihre hervorragende Band durch einen emotionalen Abend der dich vollkommen in seinen Bann zog.

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Dass die Amerikanerin auch Gitarre spielen kann bewies sie in einem kleinem Akustik-Set welches sie mit ihrem Leadgitarristen sitzend auf einem kleinen Hocker bestritt. Hier bei "Broken & ugly" von ihrem erwähnten Album "Leave The Light On".

Ein weiterer Höhepunkt waren ihr Soloauftritte am Piano bei denen sie „Better than home“ und „Mama this is for you“ zum Besten gab. Letzterer ist ein Dankeschön an ihre Mutter.

Mit dem folgenden „Soulshine“ gab sie einen Allman Hit zum Besten der tief unter die Haut ging. Zum Schluss hin wurde es nochmal betont Rocklastig in der historischen Stadthalle, Beth forderte in „Love is a lie“ ihre Fans zum Mitmachen auf, niemand hielt es mehr auf seinem Platz.

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Im Zugabenteil dann holte Beth Hart erneut ihren Support, Gary Hoey auf die Bühne, der zunächst mit der Band spielte und dann zusammen mit der Künstlerin eine ergreifende, fantastische Version von Etta James „I`d rather be blind“ performte. Beth verausgabte sich vollends in dem Stück der Blues und Jazzsängerin, steckte all ihre Emotionen und Erregungen in den finalen Song und wurde von einem Gary Hoey begleitet der seines gleichen sucht. Besser hätte es ein Joe Bonamassa nicht spielen können. Es herrschte eine unglaubliches emotionales Spannungsfeld zwischen Beth und Gary, welches sich komplett auf die gesamte Halle übertrug. Beth durchlebte den Song auf einer emotionalen Ebene die ich selten so erlebt habe. Sie sezierte das Stück in seine Einelteile, setzte ihn neu zusammen,gab ihm Leben, durchlebte ihn, Beth war der Song! Am Ende applaudierten gar die Bndmitglieder. Eine der besten Live-Versionen die ich je gehört habe!

Dann war Schluss. Eine sichtlich erregte Band verabschiedete sich von einem sichtlich erregtem Publikum, das sich gar nicht mehr beruhigen wollte. Es war ein hoch emotionaler Konzertabend der noch lange in Erinnerung bleiben wird, und Lust auf die nächste Tour macht. Beth Harth ist und bleibt ein musikalisches Phänomen.

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rockfrank

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Bruce Springsteen

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