in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

        Blackberry smoke



Allerfeinster

 Southern Rock

 live in Köln

 

Im November 2012 erschoss ein dato 47-jähriger weißer US-Bürger einen 17-jährigen Jungen, ebenfalls US-Bürger, jedoch mit schwarzer Hautfarbe! Er saß mit seinen Freunden im Auto und hatte die Musik angeblich so laut dass der Angeklagte sie daraufhin in einen Streit verwickelte, mit tödlichem Ausgang. Es ist in meinen Augen unglaublich, dass anno 2014, im Jahr der Urteilsverkündung, es immer noch ein großes Thema in den Vereinigten Staaten ist, die Rassentrennung. Empört musste ich lesen dass der Angeklagte einem Schuldspruch wegen Mordes entgangen war, stattdessen wegen dreifachen versuchten Mordes belangt wurde (die beiden weißen Freunde des 17-jährigen hatte er auch erschossen). Der Begriff „Notwehr“ spielte hier eine große Rolle, auf der sich der Verurteilte immer wieder beruf, und der speziell in Florida, wo der Prozess stattfand, wohl sehr weitgefasst ausgelegt wird. Die Tatsache verhalf dem Mörder letztendlich einem Urteilsspruch wegen eindeutigen Mordes zu entgehen, nichtsdestotrotz wird er aber den Rest seines Lebens im xxx verbringen. Für die Angehörigen nur ein kleiner Trost. Ich möchte aber nun nicht politisch werden und euch aufklären warum ich jenes Ereignis überhaupt hier erwähnt habe. Die Musik aus dem Süden der U.S.A., die eines meiner Steckenpferde ist, jene privilegiert auf meinem Plattenteller landet, „wirbt“ oft mit dem Banner der Südstaatenfahne, einem Symbol aus dem amerikanischem Bürgerkrieg, 1861 - 1865, wo es vordergründig um die Befreiung der schwarzen Rasse aus den Händen der Südstaaten der Vereinigten Staaten ging. Das ein zigste, was ich persönlich mit diesem Banner verbinde ist der Bezug zum Southern Rock/Country Rock, fernab politisch/amerikanischer Beweggründe, denn seit klein auf, als bei mir bereits das Interesse an der klassischen Countrymusik/Country rock bestand, war das „Südstaatensymbol“ immer gegenwärtig, fester Bestandteil jenes Genre. Der Southern Rock im speziellen, allen voran Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet benutzen es für ihre musikalische Ausrichtung. Soweit mein „Vorwort“, welches mir es Wert war hier erwähnt zu werden. Und nun geht’s zur Sache!

 

Die Spielart Southern rock erfreut sich weltweiter Beliebtheit, Bands aus aller Herren Länder bedienen indes jenes Genre. Wer hätte wohl gedacht dass es Southern Rock Bands aus Tschechien, Schweden. Polen und gar Frankreich gibt bzw. gab?! Und jetzt haltet euch fest, die Franzmänner singen gar in ihrer Landessprache! Ihr glaubt das nicht? Dann googlet mal schnell unter dem Bandnamen „Natchez“ nach, ihr werdet staunen. Mich hauen die Jungs aus den berühmten Socken! Blackberry smoke, im Jahr 2014 eine der angesagtesten Southern Rock Formationen jener Zeit, schickte sich an in Köln aufzuschlagen, genauer gesagt im Luxor, einem kleinen aber feinem Club mitten im Zentrum. Ihre damalig aktuelle Scheibe „The whippoorwill“ bietet Southern rock vom Feinsten, ganz in der Tradition von Lynyrd Skynyrd und den Allmans. Das Quintett aus Atlanta bietet erdigen, kompromisslosen Southern Rock, gespickt mit Elementen aus dem Country, Gospel und Blues, ohne Allüren, einfach strait drauf los. So muss Rock ´n` roll für mich klingeln. Auch die Texte sind authentisch, nehmen Bezug auf das wahre Leben und sind nicht auf der Luft gegriffen. Blackberry smoke, das sind Charlie Starr (v, g), Paul Jackson (g, v), Richard Turner (b, v), Brandon Still (k) und Brit Turner (dr) aus Atlanta/U.S.A., welche sich bereits einen großen Namen in den Staaten erspielt haben.

 

Wie immer wenn ein Konzert in Köln stattfindet ist die Vorfreude seitens meiner besonders groß, denn hier ist nicht nur meine Heimat, Köln ist für mich ein Gefühl, eine kulturelle Stätte mit Platz für viele rituelle. Aber das nur nebenbei erwähnt. Im Zeichen des Doms ging es an jenem 12. März 2014 also in meine Geburtsstadt, traditionell per Bahn und auf Schusters Rappen, so liebe ich es. A cold one auf der Anreise nach „Kölle“ ist Pflichtprogramm, keine Frage. Außerdem gehört so ein kühles Blondes zu einer Southern Rock-Session natürlich dazu. Das „Luxor“ liegt mitten im Zentrum der Stadt auf der Luxembourger Str. und bietet schon seit 1982 Konzerte, Partys und diverse Veranstaltungen. Schweißtreibend kann es bedingt durch die engen Räumlichkeiten und hervorragendem Rock n` roll hier zugehen, etwas ähnliches erwartete ich auch an jenem Märztag; Schwitzigen, geradlinigen Und ich sage euch gleich, ich wurde nicht enttäuscht. Eine so lässige, energiegeladene Show habe ich selten gesehen. Der Laden platze aus allen Nähten, die Luft schwirrte vor Rock `n` roll, eine irre Vorstellung!

Doch der Reihe nach; Gegen 18.30 Uhr erreichte ich den Bahnhof Köln Süd von dem es nur wenige Schritte zu besagtem Club war. Ausnahmsweise war ich ohne Kamera unterwegs, ich wusste es wird eng und xxx, da wollte ich nichts riskieren, machte stattdessen ein paar Bilder mit dem Handy. Diese sind auf Grund des „Schummerlicht“ im Club dermasen miserabel, dass sie schon wieder interessant wirken, irgendwie authentisch und bizarr. Aber seht selbst, weiter unten. Schon von weitem sah ich eine Schlange vor dem Eingang stehen, Southern Rock Fans in Erwartung eines rockmäßig geilen Abend. Ich sah Lynyrd Skynyrd T-shirts (auch ich trug eines), Blackberry smoke shirts, Bikerboots, Jeansjacken und Bärte. Das war Rock `n` roll. Nicht wenige hielten wie ich ein Bier in der Hand, die Vorfreude war immens. Trotz hinterem Platz bei den wartenden, gelang im Inneren einen relativ günstigen Platz zu ergattern, die Entfernung zur Bühne war akzeptabel. Schnell füllte sich das Luxor, die karge Beleuchtung gab der Bühne und dem Club im Allgemeinen eine untrügliche Ausstrahlung.

Von einem suppot hatte ich im Vorfeld gar nichts gelesen, und so war ich überrascht als zunächst eine Vorband die kleine Bühne betrat, welche sich als Million Dollar Reload ausgab. Genauso überrascht war ich dann allerdings auch vom ihrem Spiel. Metallisch ausgelegt entpuppten sich die Jungs aus Irland als reine Hardrockband und heizten dem gespannten Auditorium so richtig ein. Sänger und Leader, Phil Conalane, erinnerte mich in seiner Optik und Gestik an einen ganz jungen Alice Cooper, gepaart mit einer Prise Ozzy Osbourne. Der sound der Band war geprägt von treibenden Beats, harten Riffs und einer keinesfalls marginalen Stimme, wie man auf Grund seiner Statue hätte vermuten können. Im Gegenteil, sie prägte sich bei mir ein, bestimmte das Geschehen und ließ den Leuten keine Zeit durchatmen.

Da musste ich im Nachgang doch unbedingt mal nach einem physischen Tonträger der Band suchen. Nach rund 30 Minuten begann eine (für meinen Geschmack etwas zu lange) Umbauphase, unruhig wartete man auf den Headliner. Jener ließ sich dann auch nicht groß Bitten, gegen 20.30 Uhr betraten die U.S. Amerikaner das Terrain und machten vom ersten Ton an keinen Hehl daraus wer sie waren und was sie wollten; ROCK `N` ROLL ! Und den bekamen wir, volles Rohr. Ich stand mitten in einer Menge begeisterter Anhänger, dass southern feeling hatte auch mich sofort in seinem Bann, es war grandios. Ambitioniert und mit Spielfreude entfachte die Band im engen Luxor ein wahres Rock `n` roll Gewitter! Sänger und Bandleader Charlie Starr war bei bester Stimme und gab uns den coolen Südstaatenrocker. Spätestens nach „Pretty little lie“ und „The whippoorwill“ gab es keinen Halten mehr und den angereisten Anhängern, die Stimmung war auf dem Siedepunkt. Im extrem coolen „Six ways to Sunday“ ging es relaxt zur Sache, ich stand plötzlich in einer Honkytonk Bar, irgendwo anders. Aber auch die ruhigere Seite beherrschten die Akteure, so griff Charlie in „Ain`t got the blues“ zu akustischen Western Gitarre und bescherte uns Gänsehautmomente. Erneut war ich plötzlich nicht mehr in Köln, vielmehr stand ich irgendwo in einer Bar in Texas oder Alabama und war Teil des Südens. Die puristische Spielauffassung der Protagonisten gab keinen Zweifel auf wo die Reise hin ging. Was ich hier hörte war Southern Rock par excellence!

Den gelobten Vorbildern huldigte man dann auch mit einer überschwänglichen Version von „Tuesday`s gone“, eine mustergültige Vorstellung, die Stimmung kochte über. „Restless“ und „One horse town“, die anschließenden Nummern, reihten sich nahtlos ins southern-feeling ein.

Im letzten offiziellen Song des sets, „Ain`t much left me“ ließ ich mich langsam in die hinteren Reihen zurück fallen, getragen von den Tonfarben der roots Klänge, durch berauschte Fans, glückliche Gesichter und dankbaren Blicken. In der letzten Reihe entdeckte ich plötzlich Phil Conalane den Leader von Million Dollar Reload, welcher sich als southern Fan entpuppte. Seine Band gab übrigens fleißig Autogramme am Merchandisestand und beglückte den geneigten Fan auch mit einem Gruppenfoto.

In den beiden Zugabentiteln („Living in the song“ / „Freedom song“) ging es im Saal derweilen nochmal mächtig zur Sache, gebannt von der musikalischen Darbietung wagte sich keiner auch nur eine Minute früher zu gehen. Jeder wollte das Erlebnis Southern Rock bis zuletzt auskosten. Und jeder kam auf seine Kosten, was für ein Auftritt. Das solch eine Combo nicht in größeren Hallen gastiert ist mir ein Rätsel. Anderseits bleibt es für den Fan so natürlich authentischer, näher am Geschehen. Lange wartete ich am Ausgang noch auf die Mannen aus den Staaten, die sich aber leider nicht blicken ließen, oder erst viel später. Einzig Paul Jackson kam kurz bevor ich gehen musste Richtung Einlass, der Tourbus der Band stand nämlich genau vor dem Club, was mir die Gelegenheit wenigstens eines Autogramms eröffnete, welches mir Paul dann auch auf meine Eintrittskarte gab. Great !


Mit den Eindrücken des erlebten, entließ mich das Luxor in die Nacht, ich war zurück in Köln, nicht mehr in Texas, gefühlt aber irgendwie doch. Meine Boots sahen wieder aus wie meine Chucks, das Pferd war die Straßenbahn zum Hauptbahnhof und der Stetson war wieder mein Hard-rock-cafe Käppi aus München. Aber der Himmel über mir war der gleiche wie in Texas oder Atlanta und das gerade erlebte konnte mir keiner mehr nehmen. Hey hey, my my, rock `n ` roll will never die!

 

 

 

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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