in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Musiklegenden in den       Rheinauen

 

Crosby, Stills & Nash - Bonn 24.06.2013

 

Crosby, Stills & Nash; Diese Namen könnte man eigentlich einfach so stehen lassen, ohne weiter darüber zu schreiben. Denn geschrieben haben genannten Herren eigentlich selber genug, nämlich Geschichte! Egal ob als Solisten, Band, oder als Mitglieder andere Bands, wann immer einer ihrer Namen auftaucht ist qualitativ hochwertiger Folkrock garantiert. Wenn ich nur an „Wasted on the way“ denke bekomme ich schon einen Schauder über den Rücken. Alleine dass Jimi Hendrix einst auf Stephen Stills Debütalbum beteiligt war und mit gleichem unter Mitwirkung von Johnny Winter einen Song Namens „The things that i used to do“ aufnahm, ist wohl aussagekräftig genug. Für mich ist er einer der Besten Gitarristen seiner Zeit, was auch der Rolling Stone einst mir Platz 28 einer Sonderausgabe über die 100 besten Gitarristen aller Zeit würdigte. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit ihn zusammen mit seinen nicht weniger begabten Mitstreitern, bekannt als die Folkrockformation CSN, endlich einmal live zu sehen, was für ein Geschenk! Nachdem ich im gleichen Jahr bereits den Woodstock Veteranen Johnny Winter erleben durfte, ist das nun bereits die zweite Combo die ich sah, welche an dem legendären Festival 1969 teilnahm. Dass ganze fand heuer auf einem open air Gelände in Bonn statt, dem kunst!rasen, und ich war im Besitz eine „front stage ticket“, Perfekt! Perfekt sah übrigens auch die Karte selbst aus. Wieder an alte Traditionen angelehnt, hatte ich ein ansprechend bedrucktes Tickets, wie ich sie liebe. Auch wenn sie nicht Art und Beschaffenheit wie einst besitzen, aber immerhin, optisch auf jeden Fall ebenbürtig. An einem kühlen Sommertag, es war der 24.06.2013, machte ich mich also auf den Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt um mir das Konzertereignis an zu sehen.

 

Angefangen hatte es mit der Band ursprünglich einst 1968 zusammen mit Neil Young, einen nicht weniger begnadeten Musiker, man nannte sich damals entsprechend Crosby, Stills Nash&Young. Der Ausnahmemusiker verließ die Band allerdings in den 70`er Jahren bereits wieder wegen interner Streitigkeiten, stieß aber ab- und an immer mal wieder zur Band, nahm unter anderem aber auch ein Album mit Stephen Stills alleine auf, „Long may run“. Gewissermaßen sah ich in jenem Jahr die Band doch „komplett“, denn Mr. Young war zur gleichen Zeit mit seinen wiedervereinigten Crazy horses unterwegs, und ich durfte ihn knapp 2 Monate später noch in Dresden erleben. So sieht wohl ein perfekter musikalischer Sommer aus! Doch der Reihe nach;

 

Frühzeitig erreichte ich per Zug und Tram den Veranstaltungsort und freute mich schon unterwegs auf Songs wie „Southern cross“, „Our house“, und natürlich „Suite Judy blue eyes“. Und so war ich auch unter den ersten die am Einlass standen, sowie kurz darauf auch in der ersten Reihe, direkt am Absperrgitter. Die Bühne war recht hoch angelegt, so dass man auch von etwas weiter her sehr gut sehen konnte. Ein Grünstreifen trennte die Anhänger allerdings noch zusätzlich vom Podest, was mir persönlich nicht so gefiel. Auf einer Seite des Veranstaltungsgeländes waren Sitzplätze aufgebaut, die auch den VIP Bereich einschlossen, in welchem ich später Wolfgang Niedecken und Christan Blüm entdeckte.


Um kurz nach 19 Uhr war es dann endlich soweit. Völlig gelassen, unspektakulär, und ohne Ankündigung betraten die 3 Herren das Geschehen. Ihr Publikum reagierte sofort beim ersten Erblicken der Musiker und lautstarker Applaus brandeten über das Gelände. „Carry on“ war ihrer Eröffnungsnummer. Da standen sie nun, drei gestandene Männer im fortgeschrittenem Alter, die unglaubliche Karriere hinter sich haben, und einen Klassiker nach dem anderen komponierten. Es war ein erhabenes Gefühl, dessen ich mir erst später im Konzert völlig bewusst wurde. Legenden, die bereits schöpferische Geschichte geschrieben haben, als der Autor dieses Berichtes noch gar nicht auf Welt war…. Und so musste ich mich selber erst mal ordnen und den Moment zu begreifen. Es dauerte dann auch bis zum 3. Song bis ich jenes realisierte, welcher mit „Marrakesh express“ einen ersten Höhepunkt darstellte.

 

Der berühmte Funke sprang gleich über, und man fing trotz einer gewissen anfänglichen Distanziertheit mit den Fans zu kommunizieren an. Nicht weniger als 5 Begleitmusiker unterstützen die Hauptakteure auf der Bühne, neben einer dritten E-Gitarre kam hier noch der Bass, das Schlagzeug sowie 2 Keyboards (eines besetzte von David Crosbys Sohn, James Raymond) zum Einsatz. Als zusätzlich ein schwarzer Flügel auf die Bühne geschoben wurde, der feierlich von David Crosby  beansprucht war klar dass nun ein weiterer Evergreen bevorstand – „Our house“. Was für ein tolles Stück, mehrstimmige Gesangsharmonien, grandios. Ich war ergriffen. Nur Stephen Stills klang mir stimmlich etwas schwachbrüstig (zumindest in den höheren Lagen), gab sich aber jede Mühe mit den Gesangsleistungen seiner Kollegen mitzuhalten. In einem alten Buffalo Springfield Song kam dann seine handwerkliche Kunst an seinem Arbeitsgerät (einer Fender Stratoscaster) zum vollen Einsatz, und er zelebrierte sein erstes großes Solo, mit welchem er die Menge berauschte und uns alle in seinen Bann zog.

 

Mit dem wunderschönen aber inhaltlich politisch angedachten Folk-Tune Chicago entließ man uns dann in eine 15-minütige Pause, die es gar nicht erwarten konnte zu vergehen.

 

Das zweite Set begann deutlich akustischer, die Tourband wurde für einen Song auf 2 Mann reduziert, und das Ensemble verschafft eine verträumte Atmosphäre mit malerischem Sound. Auch Stephen Stills großer Solohit „Love the one you`re with“ wurde später gut gelaunt zum Besten gegeben. Selbiger stand oft etwas abseits seiner Mitstreiter, versteckte sich gar zeitweilen kurz hinter dem Mischpult, was ich etwas schade fand.

 

Manchmal sind es traurige, erschütternde Ereignisse aus der politischen Gegenwart, die unsterbliche, bahnbrechende Kompositionen zur Folge haben, um sich auf diesem Wege musikalisch Luft zu schaffen. Unabhängig aller Klassiker war für mich ein solches Stück einer der stärksten und emotionalsten Momente des Abends, und wurde in entsprechender Ernsthaftigkeit der ansonsten eher locker agierenden Combo angekündigt – Burning for the Buddha. Wow, welch ein umwerfender, affektiver, druckvoller Song, inspiriert von aktuellen (traurigen) Geschenissen, die Mönche zum Thema haben welche sich aus Protest gegen die Regierung selbst in Brand setzten, und für die Sache ihr Leben opfern. Das berührt wirklich jeden. Ich fühlte mich den Emotionen des Liedes gefangen und wünschte mir inständig das dieses Stück auf ihrem neuen Album landen wird, welches da wohl für 2014 in der Mache zu sein scheint. Natürlich gab es an diesem Abend auch weitere große Klassiker wie „Southern cross“, „Long time gone“ und „Just a song“ zu hören.

 

Irgendwann musste es dann kommen, das finale Ende. Die Zeit verging rasend schnell, zeitlose Arrangements mit tollem Satzgesang veredelten mir die vergangenen 2 Stunden. Klar, dass die Band nicht ohne Zugabe davon kam, und so erschallte ihr vielleicht größter Hit in einer feudal dargebotenen Fassung über 7 - 8 Minuten – „Suite: Judy blue eyes“. Noch einmal ließen alle Beteiligten uns ihre Spielfreude und gute Laune spüren, der Song mit einer unglaublichen Heiterkeit dargeboten. Grandios! Ihren renommierten Ruf haben die drei hier demonstrativ untermauert, gezeigt dass der Sound der sixties noch lange durch sie weiterleben wird. Musikalisch zutiefst befriedigt trat ich die Heimreise an, nicht ohne mir unterwegs ein Kölsch zu gönnen, um das Begebnis noch mal entspannt Revue passieren zu lassen.

 

Zum 2. teil des year of rock, Bruce Springsteen in Mönchengladbach, gelangt ihr hier

 

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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© Frank Klitzing