in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

             Erja Lyytinen                     

 

 

Die finnische „slide goddes“ lässt das Bayerkreuz beben.

 

 

Feminaler Bluesrock in Vollendung!

Eigentlich sollte es aus zeitlichen Gründen nur ein reiner Fotobericht werden. Doch was ich am 10.11.2015 in Leverkusen erlebte verdient viel mehr als ein paar Bilder, keine Frage. Erja Lyytinnen; Die 1976 in Kuopia (Finnland) geborene Blues-Gitarristin ist an Frauenpower und Bühnenenergie kaum zu übertreffen, nur Ana Popvic dürfte ihr das Wasser reichen können. Was ich in jener Novembernacht erlebte ist rethorisch eigentlich gar nicht zu Papier zu bringen, aber mit Unterstützung vieler Fotos will ich euch nun teilhaben lassen - rock on !

 

Zunächst  ein Wort zur Veranstaltungsstätte. Das Toppos im Zentrum von Leverkusen ist ein wahren Segen für jeden Rock -und Bluesfan. Das schöne, unscheinbare Haus beherbegt eine winzige, geniale Location mit absolut authentischem Flair. Und das seit mehr als 40 Jahren! Mehr als 100 Leute dürften nicht reinpassen, und die winzige Bühne erlaubt ein direktes vis-â-vis mit den Künstlern. Mein zweites Wohnzimmer, keine Frage. Regelmäßig treten hier internationale Musikgrößen aus dem Rock -und Bluesgenre auf, und dass alles für kleines Geld.

Da das Ganze also quasi vor meiner Haustüre stattfand machte ich mich an jenem milden Novemverabend per Pedes in das von mir nur 2 KM entfernte Zentrum der Stadt und erreichte gegen 19.15 Uhr das Gebäude in der Hauptstraße 134, wo bereits eine kleine Traube Menschen vor dem Eingang aussharrten. Von drinnen vernahm man unterdessen einige Klänge des Soundchecks.

Im Inneren sind kleine Sitzgruppen/Bänke, wovon eine unmittelbar am Künstlerpodest ist und somit die Bühnenabgrenzung bildet. Man sitz also quasi mit dem Rücken zum Künstler, muss sich entsprechend drehen. Eine andere Sitzgruppe befindet sich in einer Ecke wo keine oder nur geringfügige Bühneneinsicht besteht, und die Konzerte auf einem Monitor über den Bänken mitverfolgt werden können. Alles sehr un- und gewöhnungsbedürftig, aber absolut genial. Hier spürst du regelrecht den Schweiß der Musiker, fühlst ihren Atem und wirst Teil des Ganzen.

Das für 20:30 Uhr angekündigte Konzert sollte dann auch nur 4 Minuten nach dieser Zeit auf sich warten lassen, und Erja betrat mit ihrer Band die vielleicht 4 x 6 Meter große Bühne. Vollgepackt mit Technik und Instrumenten, viel Platz für die Musiker blieb da nicht..... Die Finnen war verdammt gut aufgelegt, begrüßte ihre Fans auf Deutsch und ließ keinen Zweifel daran was heute abend hier passieren sollte; Rock `n` roll! Das es in der kleinen Räumlickkeit recht warm war entging auch der Gitarristin nicht und jemand im Club rufte "Wie eine finnische Sauna", was Erja lachend aufnahm und auf deutsch fröhlich wiederholte. Einer der vielen Höhepunkte war zweifelsohne eine unglaublich einfühlsame, gänsehautlastige Version von ihrem großen Vorbild Elmore James, "Hand in hand". Verdammt das Stück hatte es in sich! Desweiteren wurden Songs ihres aktuellen Longplayers "The sky is crying" sowie ihres hochgelobten Live-Albums "Live in London" dargeboten. Alles im Einklang mit ihrem Ehemann und zweitem Gitarristen Davide Floreno, mit welchen sie 2014 ein Zwillingspaar bekam, jene Jungs während des Auftritts im Hotel verweilten und tief schliefen (so hoffte sie wenigstens). Sie erzählte uns dass sie nun eine "Bluesmama" sei (die aber noch lange nicht so aussah), und ihre Söhne die Bluesbrothers. Dem Publikum hats gefallen. Ihre Fingerfertigkeit mit dem  Bottleneck ließ keinen Zweifel daran warum sie diesen Ruf genießt. Virtuos spielte sie auf ihren beiden Gitarren bis zum Äußersten, beherrschte das Geschehen! Eine Powerfrau wie sie im Buche steht.....

Mit "You make me so sad" präsentierte sie uns einen emotionalen Slowblues Song, damit sie gleich im Anschluss wieder auf ihrer slide powern konnte. Erwähnsert ist hier unbedingt auch die Einzelleistung ihres Mannes Davide, der ein unglaublicher Solist auf seiner Gitarre ist und darauf entsprechend brillierte. Juha Verona am Bass steurte während der Show einen unglaublichen Sololauf dazu und untersrich seinen Anspruch und sein Können auf jenem Instrument. 10 Euro habe ich für diese geile Show nur bezahlt? Langsam plagte mich mein Gewissen. Die Frau hat 3 Musiker zu bezahlen und zwei Kindermünder zu ernähren. Aber so war halt der Eintrittspreis. Da sieht man mal wieder wie wichtig einigen Künstler die Live-Events sind, wieviel Herzblut und Energie sie in einen solchen Abend stecken, unabhängig ihrer Gage. Da kannst du dich nur dankbar verneigen. Nach einer Stunde gab es eine 15-minütige Pause, die hatten die Musiker bei den Temperaturen in dem Club auch bitter nötig. Erja nutze die Zeit aber nicht um sich zurück zu zihen, sondern schrieb bereits Autogramm, führte Smaltalk mit Fans und posierte für gemeinsamne Bilder. Auch ich durfte mich unter den glücklichen Fans einreihen.

Nach dem break wurde unvermindert weitergerockt, man spielte sich die Bälle auf der Bühne gegenseitig zu, und ab- und ins Publikum. Erja suchte weiter die Konversation, spaßte, erzählte und holte alles aus ihrer 6-saitigen.

Die absolute Krönung, das highlight des Abends bekamen wir jedoch mit dem "offizillen" Ende präsentiert. Erja Lyytinen stimmt zunächst dass nächste Stück an, verkabelte sich mit einem Sender und machte sich mit ihrem Arbeitsgerät auf den Weg in dass eh schon eng gestellte Publikum. Die Party erreichte ihren Höhepunkt, keine Frage. Mitten im Song schwenkte sie auf "When the saints", sang den Refrain zusammen mit dem ganzen Club, der lauthals mitmachte. Zielstrebig bahnten sich die zierliche Skandinavierin ihren Weg durch die Menge direkt zur Theke wo sie, kein Scherz, einen Schnaps orderte, diesen in einem Zug(!) lehrte und mit dem leeren Glas ein atemberaubenden Slide hinlegte. Freunde es war unglaublich. Die zurückgebliebene Rythmusfraktion auf der Bühne hielt die ganze Zeit über den Takt und erfreute sich am bunten Treiben im Publikum. Schaut euch die Bilder an, die sind wahrscheinlich aussagekräftiger als meine Worte.

Mit "Dust my brown" verneigte man sich mit einer unglaublich packenden, langen Version vor dem Delta Blues-Gitarristen Robert Johnson, der jenes Stück vor fast 80(!) Jahren in Texas veröffentlichte. Erjas behagliche, dunkel gefärbte stimmliche Klangfarbe zoltte dem Traditional den nötigen Respekt ab. Keine Ahnung wie lange man den Titel zelebrierte, aber ich möchste behaupten dass es fast 10 Minuten waren. 10 fantastische Minuten!!

 

Nach rund 2 Stunden und 40 Minuten war die Rockshow dann endgültig vorbei, ein nicht endend wollenden Applaus brandete durch das Toppos, nicht ein einziger Beucher verließ das Gebäude. Glücklich musste ich dieses allerdings irgendwann verlasen und wieder in die Pedale treten, mittlerweile ging es auf 00.00 Uhr zu. Ein unvergesslicher Abend reihte sich zu vielen anderen bereits erlebten und wird fester Bestandteil meiner "Live-Biographie" werden. Danke Erja, see you soon!

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Frank Klitzing