in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

                          Gov` t Mule  -                                    Die Jamrocker erobern die Hauptstadt

Es war mal wieder ein Erlebnis der besonderen Art, begleitet von einer Botschaft die dich in Mark und Bei erschüttert hat; Gov`t Mule in Berlin. Ein Fest, eine Rock-Gelübde, ein Statement.

 

19.05.2016 - Erst am Alexanderplatz in Berlin bemerkte ich dass die mitgeführte Digitalkamera ohne Speicherkarte ausgerüstet war, verdammt ! Das bedeutete dass nur Platz für ein paar Fotos auf ihrem internen Speicher vorhanden war, welcher Umstand ziemlich ärgerlich war. Doch es war es nicht mehr ändern. Vom „Alex“ ging es nach einer Currywurst-Stärkung per U-Bahn Richtung Kreuzberg, wo sich der Veranstaltungsort, das Huxley`s, befand. 

Gegen 15:30 Uhr erreichte ich die Haltestelle Hermannsplatz, welcher unmittelbar am Huxley`s lag. Reges Treiben in den Straßen und ich fand schnell den Weg zu meinem Ziel. Es dauerte weniger als 20 Minuten bis eine verdunkelte Limousine auf dem großen Parkplatz des Geländes vorfuhr, und die Herren Haynes, Abts, Louis und Carlsson dieser entstiegen. Bereitwillig stellte man sich den wartenden ersten Anhängern und erfüllte Autogramm –und Fotowünsche, bevor es anschließend zum Soundscheck ging. Derweilen füllte sich die Warteschlange vor dem unscheinbar wirkenden Eingang des insgesamt großen Gebäudekomplexes. 

Ich hatte keine Ahnung ob das Erlebnis aus Köln im Jahr davor noch mal irgendwie zu toppen war, aber bei Gov`t Mule weißt du nie was dich erwartet, soviel steht fest! Und auch wenn nicht, ein Konzertabend auf allerhöchstem Niveau ist immer garantiert bei Warren Haynes und seinen Mannen. Im Inneren des Gebäudes herrschte eine atmosphärische Stimmung, das Ambiente stimmte schon mal.

So legten die Southern/Jamrocker dann auch mit „Steppin´ lightly“ gleich zünftig los. Wer das Intro kennt kann sich vorstellen dass gleich die ersten Köpfe im Takt wippten. Danach folgte mit „Bad man walking“ eine midtempo Nummer von ihrem Album „Deja voodoo“. Das Huxley`s war gut gefüllt, wenn auch nicht komplett ausverkauft, die „muleheads“  allesamt begeistert. Weiterführend wurde dann  richtig aufgedreht; „Streamline women“ von „High & mighty“. Das Kollektiv tobte, wenn auch nicht ganz so exzessiv wie noch im Jahr zuvor bei ihrem Konzert in der Domstadt. Es folgten „Lay your burden down“ und das wunderschöne, gefühlsvolle „Far away“. 

Mit „Startus“, einer Instrumentalnummer vom amerikanischem Fusionsdrummer Billy Cobham, begab man sich dann in jazzigere Gefilde und beglückten uns mit einen astreinen Jam. Der Meister selbst hätte seine wahre Freude daran die von ihm 1973 komponierte Nummer mal in dieser Fassung zu hören. Warren spielte sich regelrecht in Ektase, wurde einst mit seiner 6-saitigen und überließ uns der Stratosphäre, irgendwo zwischen der Troposphäre und dem Nirvana…..ein Wahnsinn!!  Der Jamteil weiste zeitweilen anarchische Komponenten auf. Mit iefer Hingabe und visionärer Kraft zelebriert Warren "Startus" vor unseren Augen. Schon längt war ich in meinem Mule-Universum angelangt, ringsherum alles ausgeblendet und völlig in meinem Element.

Da musst du denn erst mal wieder am Boden landen….. „Shout“, immer noch das aktuelle, letzte Album der Band, gab mir dann wieder etwas Bodenhaftung. Aus jenem Album spielte man nun „Whisper in your soul“. Gefühlt war ich irgendwo immer noch im Himmel über Berlin, allein die erdigen Klänge der Band jedoch hielten mich im Terrain. „Time to confess“ und „Million miles from yesterday“ beendeten das erste Set, aus dem sich die Band in eine wohlverdiente Pause verabschiedete. Ich nutzte die Zeit für einen bekömmlichen Gerstensaft von der Theke und fieberte gebannt dem zweiten Teil entgegen. Das jamlastige „Stoop so low“ eröffnete die Show, gutgelaunte Musiker berauschten uns mit grandiosem Arbeitseifer, Gitarrenmagie und fantastischer Rhythmusarbeit. Was Matt Abts, Danny Louis und Jorgen Carlsson hier jedes Mal leisten, ist ziehen aller verfügbaren Hüte wert. Sie geben der Band die Grundfeste, sind der Motor des Esels und zweifelsfrei unersetzlich. Und mit Warren Haynes als Frontmann ist die Kollaboration perfekt! Du kannst mir sagen was du willst, Warren Haynes steht in meiner personal list an zweiter Stelle aller Gitarrenheros. Der Thron ist und bleibt zwar unantastbar (Jimi Hendrix), aber Warren braucht sich vor nichts und niemanden zu verstecken.  Sorry an alle Eric Claptons und Mark Knopflers dieser Welt. Ich liebe und verehre euch, jedoch ist Warren Haynes, aus meiner Sicht, der erdigste, ausgereiste, improvisationsfreudigste und virtuoseste Künstler westlich des Mississippis und  die Beste Therapie jenseits des täglichen Wahnsinns in der Welt! Wer Warren wie ich kennt und liebt weiß mich zu begreifen.

In „Forsaken savior“ blieb Zeit zum durchatmen. Ein unglaublich gefühlsbetonter Song der dich ins gedankenlose bringt, du ausschweifend abschalten kannst. Auch in „Fallen down“ setzt sich diese Stimmung fort, wenn der Gang auch wieder etwas hochgeschaltet wurde. Das lag am davor gespielten "Thelonius beck", wo das Tempo bereits anzog. "Fallen down" erstreckte sich über  fast 10 Minuten, Warren und die Band spielte sich erneut in Extase, es war u n g l a u b l i c h !

 

Was dann folgte war  ein klassisches Drumsolo, welches Matt Abts oftmals zum Besten gibt um seinen Kollegen noch mal eine kleine Verschnaufpause abseits der Bühne zu gönnen. Was der mittlerweile 62-jährige Schlagzeuger hier aus seiner Schießbude holte ist mit Worten kaum auszudrücken. Wie ein Derwisch wirbelte Matt über sein Drumset, präzisiös, jeden Ton treffend und unglaublich fokussiert aus sein tun. Dass ist Matt Abts.

Jorgen Carlsson spielte kraftvolle Basslinien
Keyborder Danny Louis kann auch Gitarre

Es folgten "I think you know what i mean", "Slackjaw jezebel" und "Broke own on the brazos", welches Stück vom Album "By a thread" nochmal mächtig einheizte. 

Was dann die Encore brachte war DASS Finale schlecht hin. Mit einer Coverversion ist hier immer zu rechnen, und so ließen es die vier Protagonisten mit „Swet leaf“ von Black Sabbath nochmal richtig krachen. Als die ersten Klänge des Songs ertönten war jedem Anwesesendem klar dass nun ein Gewitter über die Bundeshauptstadt aufzog, ein mächtiger Donerschall mit einer eindringlichen Kunde.  Schon beim Intro des letzten Stücks überkam mich ein kalter Schauer. Als mir bewusst wurde was da jetzt kam, durchfuhr es mich wie ein Blitz; „War pigs“! Ebenfalls von Ozzy Obourne und Black Sabbath, elektrifiziert jenes Stück auch heute noch jeden Zuhörer. Das Gov`t Mule aber genau dieses brisante Stück nur hier in Berlin auf ihrer Deutschlandtour spielten hatte eine gewaltige Aussagekraft und war meiner Meinung nach zutiefst kalkuliert. Eine eindeutige und klare Botschaft in Zeiten europäischen Zerfalls, Unmut und Angst. Mich überfuhr während des Stücks abwechselnd eine Gänsehaut und die Tränendrüse. Dankbarkeit, Wut und Revolutionsgedanken machten sich breit. Begleitet von Sirenengeheul stampten die bodenständigen Musiker das Stück aus dem nichts und waltzen es über uns nieder. Derweil wippten die Köpfe und Haare zu hunderten im Takt. Ich hoffte nur dass der Song laut genug war um im benachbarten Regierungsviertel in einigen „Hohlköpfen“ einzudringen! Längst hatte ich die Realitätseben verlassen, Warren spielte sch fast um den Verstand. In den beiden letzten Minuten musste ich rückwirkend an Jimi Hendrix denken, der 1969 in Woodstock "The star spangles banner" improvisierte und mit seiner Gitarre Kreigsgeräte simmulierte. Auch Warren Haynes hatte jetzt eine "Waffe" in der Hand, und die setzte er wirksam ein. Daher abschließend hier der Text aus „War pigs“ in der deutschen Übersetzung, womit ich meinen Bericht dann auch abschließen will, ohne weiteres zu kommentieren.

 

Ein grandioser Abend ging zu Ende, die Luft über Berlin war spätestens nach „War pigs“  vollständig aufgeladen, klaglos entschwand ich im Straßendschungel der Metropole. Ein Show von Gov`t Mule ist immer etwas Besonderes. Wer Rock, Southern, Blues, Jazz, Soul und lange, improvisierte Solis liebt kommt um diese Band nicht herum.  Government Mule ist ein Lebensbegleiter, Retter, Überzeugung!

Eine Konfession im musikalischen Sinne.....

 

 

 

Generäle versammeln sich in ihren Messen

Wie Hexen bei schwarzen Messen.

Böse Geister, die den Untergang anzetteln,

Hexenmeister der Todesanlagen.

Auf den Feldern verbrennen die Leiber,

während die Kriegsmaschinerie weiterrollt.

Der Menschheit Tod und Hass,

die ihre manipulierten Seelen vergiften.

Oh Herr,ja!

 

Die Politiker verstecken sich.

Sie haben den Krieg ja nur begonnen.

Warum sollten sie selbst rausgehen und kämpfen?

Das überlassen sie lieber den Armen.

 

Die Zeit für ihre Machtgelüste verraten,

nur so aus Spaß in den Krieg gezogen zu sein.

Menschen wie Schachfiguren zu behandeln,

wartet, bis ihr jüngstes Gericht kommt.

 

In Zeiten der Dunkelheit hört die Erde auf sich zu drehen,

Asche dort, wo die Leiber brennen.

Die Schlachtschweine haben ihre Macht verloren,

die Hand Gottes hat zur Stunde geschlagen.

Das Jüngste Gericht, Gott, ruft,

auf Knien kommen die Schlachtschweine angekrochen.

Winseln um Gnade für all ihre Sünden,

Satan bereitet lachend seine Flügel aus.

Oh Herr,ja!

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Frank Klitzing