in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Hubert von Goisern-Alpenländischer Klangbotschafter zu Gast am Rhein

Im Herbst 2014 erlebte ich ein musikalisches Déjà-vu, einen akustischen Meilenstein. Nachdem ich die Heimat des österreichischen Ausnahmekünstler Hubert von Goisern im Sommer desselben Jahres bereits besuchte und mir die landschaftlichen Schönheiten seines Geburtslandes ansah, war es nun an der Reihe dass der Weltmusiker in meine Heimat kam, um im Kölner Stadtteil Mülheim ein Konzert zu geben. Bereits 2012 durfte ich ihn dort an gleicher Stelle schon erleben, und damals war es ein absolut fantastischer Auftritt im Rahmen seiner „Brenna tuats guat „ Tour. Knapp 2 Jahre später nun das Wiedersehen nachdem sich Hubert entschied seine selbst auferlegte Bühnenabstinenz zu brechen.

 

Hubert von Goisern (gebürtiger Name Hubert Achtleitner); Alpenrocker, Geschichtenerzähler, Traditionspfleger, Multiinstrumentalist  und Aktivist, der sympathische Österreicher ist ein „Allrounder“. Glücklicherweise nicht im Sinne diverser sogenannter Volks-Rock n` roller, deren kommerzielles Gedudel akustische Verwirrungen bei mir auslösen, sondern Wurzelgebunden, unverfälscht und ungeziert. Nein, ein Volksmusiker im kommerziellen Sinne ist Hubert selbstverständlich nicht. Kulturelle Zaungäste dürfen aber gerne mal einen Blick auf den Mann mit der Ziehharmonika werfen. Hubert von Goisern lebt rootslastigen Heimatblues/rock,  ist musikalisch Eigenwillig und vor allem authentisch. Der Oberösterreicher weiß geschickt verschiedene Elemente zu verbinden, bringt Tradition in die Gegenwart. Die musikalischen Grenzen sind fließend. In seinen Texten spiegeln sich gesellschaftskritische aber auch witzige Themen. Clowneske Atmosphären wie im Musikantenstadl waren also definitiv nicht zu erwarten an jenem Abend im November, und so freute ich mich auf erlebte Geschichten, Rock `n` roll, Polka, Romantik und Spaß.

 

Schon in meinem Beitrag vom Sommer 2014 habe ich einiges über den alpenländischen Sänger erzählt und euch seinen Wohnort vorgestellt, nachzulesen hier http://www.rockfrank.com/musikreisen/heimatbesuch-bei-hubert-von-goisern/

Er ist ein enger Freund von Wolfgang Niedecken, Frontmann und Sänger der Gruppe BAP, und so ist es nicht unwahrscheinlich dass sich die beiden irgendwo am schönen Rhein getroffen haben, um sich im Schatten des Doms ein wenig auszutauschen. Gut, mich hat man jetzt nicht gefragt, aber wahrscheinlich bin ich den beiden auch ziemlich gleichgültig…… Jedenfalls sind mir jene Künstler alles andere als egal, drum ging ich auch erneut zu Huberts Konzertaufführung im Kölner E-Werk, seine Darbietungen sind wahre Erlebnisse, die man nicht alltäglich zu sehen und zu hören bekommt. Wir datieren also den 05.11.2014, der Herbst schon weit vorangeschritten, als ich mich zeitig auf dem Weg in die Dommetropole machte, in stiller Hoffnung vielleicht ein Autogramm des Künstlers erhaschen zu können. Eine LP Hülle mitzunehmen erschien mir jedoch ob der Größe etwas zu unhandlich, da die Wahrscheinlichkeit ihn persönlich zu sehen doch eher klein war, darum entschied ich mich für etwas kleinformatigeres und nahm das Cover einer CD mit, mal sehen….. Das E-Werk besteht in seiner Form als Veranstaltungshalle bereits seit 1991, nachdem es einst als Umspannwerk diente. Kein geringerer als Wolfgang Niedecken übrigens  war an der Idee daraus einen Veranstaltungsort zu machen, beteiligt. Und so habe ich schon einige Künstler hier live erleben dürfen. Darunter auch Schockrocker Alice Cooper, die Simple Minds oder die Kölner Mundartrocker Brings. Die roten Backsteine der Fassade umrahmen das denkmalgeschützte Gebäude.  (Die nicht immer optimale Qualität der Bilder ist der Tatsache geschuldet dass ich tatsächlich die Kamera vergessen hatte und somit "nur" mein Handy benutzen konnte......)

Gegen 17 Uhr traf ich vor Ort ein, es war herbstlich kühl und Trist. Durch ein Seitenfenster öffnete sich der Blick ins Innere, Treffer; Hubert und Band waren just in diesem Moment  auf der Bühne (der Soundcheck war wohl gerade gelaufen), ich konnte einen fernen Blick durch die Scheibe erhaschen.

Der 3. „Besucher“ war ich anschließend vor den Eingangstüren. Die Chance also später direkt an der Bühne zu stehen war somit 100%. Pünktlich um 19 Uhr öffneten sich die Pforten, flugs wurde meine Karte eingerissen, wenige Augenblicke später stand ich genau mittig vor dem Schauplatz. Klasse! Nur ein Fotograben sollte mich von Hubert von Goisern trennen. Inständig  erhoffte ich heuer auch „Goisern“ zu hören, jenes Lied mich an meinen Besuch in jenem Sommer in seiner Heimat erinnern sollte. Doch es kam alles anders. Aber keine Angst, geil war es trotzdem !

 

Fast auf die Minute pünktlich betraten die Protagonisten dann das Podium. Nach einem freundlichen, kurzen Hallo begann die musikalische Darbietung. Um es gleich vorweg zu nehmen - Hubert spielte 90 Minuten fast ausschließlich neues Songmaterial, was viele Besucher überraschte.  Folgenden Hintergrund hierzu nun zur Erklärung; Im Frühjahr 2015 erscheint sein neues Album . Da man ein solches Werk normalerweise nach Erscheinen betourt kennen Fans und Anhänger Musik und Texte. Hier war es nun genau umgedreht. Hubert erklärte später dazu dass er sich die Freiheit genommen habe zuerst mit dem neuen Material auf Tour zu gehen, dann erst kommt die Platte. Gar nicht so verkehrt. So hatten alles Anwesenden das Privileg die neuen Songs lange vor erscheinen der LP zu hören und der Künstler bekam einen Eindruck davon wie die Songs bei seinen Anhängern ankamen. Darunter waren Titelnamen wie „Schnaps“, "Slow down" und "Corinna Corinna“. Was zuerst ein bisschen verwirrend klang, war letztendlich ein Primat. Trotz dieser Tatsache war die Stimmung in der Halle großartig. Das Quintett begeisterte von Beginn durch eine virtuose Spielweise, war gut gelaunt und eingeübt.

Bild Neu bei der Truppe war erstmalig der amerikanische Tonkünstler  Steve Fishell, Musiker und Produzent aus Nashville. Er bediente eine Pedal Steel, und erweiterte den Klangteppich dadurch um eine interessante Note. In den U.S.A. hat er bereits eine erfolgreiche Karriere hinters ich. Höhepunkt war sicher der Auftritt mit seiner damaligen Band, Commander Cody, als Support 1979 für Led Zeppelin! Wow!! Er spielte außerdem  für Emmylou Harries, eine erfolgreiche Countrykünstlerin aus den Staaten.

Doch zurück zum eigentlichen Ereignis. Hubert präsentierte uns also eine ganze Reihe neuer Songs, die durchweg gefallen haben und neugierig auf das kommende Album machten. Er wechselte dabei häufig zwischen seinen verschiedenen Akkordeons und pflegte eine intensive Konservation zu seinen Fans. Dabei erzählte er uns von seinem Zusammenkommen mit Steve Fishell auf seinen Reisen nach Amerika, von dessen Eindrücken bei seinem ersten  Besuch in Österreich, und brachte uns ein ums andere ums zum Lachen.

Viele Stücke waren durch Steves Arbeitsgerät  stark Countrylastig beeinflusst, was sich auch auf das neue Album auswirken sollte, mir konnte es nur recht sein.  So wurde uns eine tolle Interpretation des Genreklassikers  „Jambalaya“ dargeboten, eine Intrumentalversion von „Amazing grace“, und dem Branntwein in dem Lobgesang  „Schnaps“ gehuldet.  Der Cajun-Musiker gab dem ganzen eine besondere Note. Hubert selbst ist Multiinstrumentalist. So bediente er neben seinen verschiedenen Quetschn auch eine E-Gitarre, Mundharmonika, das Keyboard, eine Trompete sowie ein Alpenhorn. Der Mann aus dem Salzkammergut begeistert. Welche fantastischen Töne er vor allem aus seinen Handzuginstrumenten holte, war unglaublich.

„Corinna Corinna“, ein Song in der Tradition des Mississippi Delta Blues, adaptierte er von Bob Dylan, und zelebrierte daraus in archaischer Form eine fantastische, tiefgängige Bluesnummer. Langjähriger Wegbegleiter Huberts am Bass war Helmut Schartlmüller, der die Band seit 2007 begleitete, die Gitarrenstimme steuerte Severin Trogbacher bei, der ebenfalls 2007 zu Hubert stieß und den ich bereits, ebenso wie Helmut 2012 an gleicher Stelle live erleben durfte. Drummer Alex Pohn gehört in die gleiche Riege, bei einem Stück begleitete er den Hauptakteur sogar auf einer Zitter. Zum Ende der Show wurden die genannten Musiker von Hubert vorgestellt.

 

Nach 90 Minuten gab es einen kurzen Break hinter der Bühne, die Fans applaudierten unentwegt, und die Mannen kamen kurze Zeit später zurück auf die Bretter. Ohne weitere Ankündigung gab es dann eine tolle Akustikversion von „Oben und unten“ zu hören. Die Bandmitglieder standen dabei im Kreis um ein Mikrofon und wechselten sich mit Gesang und Instrumenten.

Spätestens jetzt war der Knoten geplatzt, die Menge flippte aus! Ich denke darauf hatte man gewartet, einen Klassiker! Trotzdem sollte man Huberts „Plan“, zunächst seine neuen Songs zu erproben nicht verkennen,  schließlich ist er Künstler und hat diesbezüglich alle Freiheiten. Gleich im Anschluss wurde wieder elektrisch verstärkt und die Band schmetterte „Brenna tuats guat“  durch das E-Werk. Nun war das Publikum richtig aufgeheizt, ein wahrer Begeisterungssturm brandete durch die Leute.

Nach einer weiteren Nummer am Piano endete das Konzert schließlich mit einem  „Überklassiker“ seines Repertoire, „Heast as net“, ein Gänsehautmoment. Wie er da so auf der Bühne stand, völlig vertieft in seiner Darbietung mit seiner weißen Steirischen in den Händen war ein unglaublicher Moment, Danke Hubert!

Mit einer tiefen Verneigung vor ihren Fans verabschiedet man sich vom Kölner Publikum, die aber überhaupt nicht einsehen wollten dass es nun wirklich vorbei sein sollte. Lautstark unterstrich man dieses mit anhaltenden Beifallsbekundungen, Pfiffen und johlen.

Und dann kamen sie noch einmal heraus. Hubert von Goisern mit zwei Teilen eines rieseigen Alpenhorns in den Händen welches er schnell zusammenschraubte. Er stellte sich auf das Podest des Drummers und ließ uns wissen, welch ein Klangpotential in einem für uns Städter so fremden Instrument steckte, ich war beeindruckt.

Mein Fazit: „Goisern“ blieb mir zwar verwehrt, dafür bekam ich einen exklusiven „Einblick“ in das kommende Album, welches sich ohne Zweifel in die Erfolgsriege der anderen einreihen wird, da bin ich mir ob des gehörten ganz sicher. Noch einmal bedankte man sich herzlichst bei den Fans, bevor der Vorhang dann endgültig fiel. Zufrieden entschwand ich in die herbstlich kühle Nacht von Köln, ging zu Fuß zurück zum hiesigen Bahnhof, nicht ohne mir an einem Kiosk ein bayrisches Bier zu gönnen, in Anklang an erlebtem, dass muss erst mal verarbeitet werden……   Pfiati Hubert !

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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© Frank Klitzing