in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Eine Countryfolk Legende

Freedom`s just another word for nothin´ left to lose - Country Feeling in Wuppertal

 

Freunde authentischen Country Folks! Manchmal sind es besondere musikalische Ereignisse die einen auf dem eigenen akustischen Weg prägen, ihn festigen oder weiter entwickeln lassen. Bei heutigem Künstler ging es mir jedenfalls so. Daher ist mein folgender Konzertbericht sicherlich ein außergewöhnlicher, denn einer der ganz großen des Genres weilte seinerzeit für wenige Auftritte in Deutschland, eine „lebende Legende“, wenn man so will. Nichtkennern dürfte der am 22.06.1936 geborene Texaner aber zumindest als Schauspieler bekannt sein, in „Convoy“ mimte der den harten Trucker Rubber duck, der sich als Anführer eines Truck-Convoy gegen Sheriff Lyle Wallace auflehnt, oder aus dem Movie „A star is born“, jene Rolle ihm gar einen Golden Globe bescherte. Trotz brillant gespielter Filme schätze ich seine fein Findigkeit doch eher in der Musik, in welcher er mit seinen Songs und Kompositionen Akzente setzte. Großartige Stücke aus seiner Feder tränken das Business der Spezies Countrymusic, welche hierzulande leider allzu oft zu Unrecht verpönt wird, in Amerika jedoch nicht weg zu denken wäre, dort ganze Generationen prägte, somit ein feste Komponente in der Musikszene einnimmt. „Country-Musik die Blues-Musik des weißen Mannes“, wie der Meister es selbst einmal gesagt hat, und dass sollte uns allen bewusst sein, denn er hat recht! Den bedeutendsten Beitrag in Sachen songwriting hat Kris Kristofferson wahrscheinlich 1969 geleistet, als er zusammen mit Fred Luther Forster das wunderschöne Bobby McGee verfasste, welches, nach der original Aufnahme von Roger Miller, in der Fassung von Janis Joplin (aufgenommen Ende September 1970) Weltruhm erlangte, wenn auch tragischer Weise erst kurz vor ihrem Tod. Man kann wohl sagen dass die Textzeile „Freedom’s just another word for nothing left to lose“ um die Welt ging. Über 40-mal wurde der Klassiker bisher gecovert, unter anderem von Jerry Lee Lewis, Dolly Parton, den Grateful dead, Johnny Cash, Arlo Guthrie und sogar von Gianna Nannini, die 1979 für ihr Album „California“ eine italienische Fassung des Stückes aufnahm. Jene Urfassung aus den Stimmmembranen des Verfassers ist, neben der von Janis, jedoch immer noch die aparteste. Ich hoffte inständig jenes Werk an diesem Abend live zu hören! Viele Alben hat Kris im Laufe seiner Karriere veröffentlicht, die größte Anerkennung dafür gebührte ihm dafür im Jahr 2004, als er in die Countrymusik hall of fame aufgenommen wurde. Mit der Supergroup „Highwayman“ lieferten er zusammen mit Johnny Cash, Willie Nelson und Waylon Jennings ein wahres Meisterwerk ab. Für mich persönlich eines der größten Alben in der Country Musik. 2012 erschien seine bis dahin letzte Scheibe, „Feeling mortal“, ein ruhiges, sentimentales Werk, welches die eigene Sterblichkeit zum Inhalt hat. Mit 77 Lenzen hat der charismatische Künstler hoffentlich noch viele viele gesunde und erfolgreiche Jahre vor sich, es zeugt aber sicherlich von Größe und Freimut, sich mit einem solch sensiblen Thema auf erwähnter letzter Platte auseinander zu setzten.


Es war der 10.09.2013, herbstliche Vorboten hielten langsam Einzug in die Natur, als der Altmeister des Country Folk einen seiner vier mit Spannung erwarteten Auftritte in Deutschland absolvierte. Wuppertal; Wohlbekannt durch die berühmte Schwebebahn, aus der einst der Elefant Tuffi einen Sprung in die Tiefe wagte, hat nebst Bayer-Industriezweig auch einen schönen Zoologischen Garten zu bieten, jeden Menge Ausflugsplätze sowie einen attraktiven botanischen Garten.

Mein guter Freund Martin reiste anlässlich jenes Konzertes an besagtem Tag aus der Mainebene an, gute Musik verbindet halt. Gegen 13.00 Uhr trafen wir uns im  Hauptbahnhof von Wuppertal, wo er mit dem ICE aus Frankfurt pünktlich die Station erreichte. Zunächst stand ein Treffen mit Martins Bekannter, der Literaturübersetzerin Stefanie Jacobs an, die an der Übersetzung bedeutender Werke beteiligt war, wie z.B. 2012 an der Neil Young Biographie „Ein Hippie-Traum“ oder dem Werk von Nick Cave, „Der Tod des Bunny Munro“. Weitere Infos erhaltet ihr unter http://www.stefanieroeder.de/

 

Aus einem bedeckten Himmel fiel immer wieder Regen, der uns auf dem Weg durch die Stadt begleitete.

Nach einem kulinarischen Stopp in einer hiesigen Lokalität verabschiedeten wir uns von Stefanie und besuchten einen nahegelegenen Gitarrenladen, wo jede Menge hochkarätige Klampfen zu bewundern waren. Anschließend machten wir uns auf den Weg hoch zur Stadthalle, wo uns bald neuer Regen begegnete. Doch in der Beziehung sollte es noch viel schlimmer kommen…. Gegen 15.15 Uhr trafen wir vor Ort ein, und stellten und gleich an den Bühneneingang, wo wir hofften Kris bereits im Vorfeld zu sehen und eventuell ein Autogramm zu bekommen. Das Konzerthaus, wo die Lichtgestalt sich heute Abend die Ehre gibt, ist die historische Stadthalle von Wuppertal, ein prächtiger Bau aus dem Jahr 1900. Es gab dem Ereignis einen mehr als würdigen Rahmen. Ein prachtvolles Gebäude mit vier markanten Türmen und einer schönen Sandsteinfassade.

Laut Angaben schon anwesender Wartender sei der Veteran bereits gegen 14 Uhr vor seinem Tourbus erschienen und hatte einige Autogramme geschrieben. Verdammt. Warten war also angesagt, Zeit hatten wir genügend, Regen leider auch. Immer wieder fielen vereinzelte Schauer vom Himmel.

 

Es muss gegen 18 Uhr gewesen sein, die Sonne kämpfte sich für ein paar Minuten durch die Wolken, verbannte einige von ihnen sogar, als Kris Kristofferson wahrhaftig den Bus verließ und schnellen Schrittes zum Soundcheck huschte.

Genau, er huschte, an uns vorbei, den Blick geradeaus gerichtet, schade. Dafür blieb uns gelegentlicher Niederschlag treu, was sich langsam auch in Form schleichender Kälte an unseren Körpern bemerkbar machte. Um kurz vor 20 Uhr gaben wir dann auf und machten uns auf den Weg ins Innere. 

 

Der große Saal der Stadthalle stellt wahrlich das Prunkstück des Bauwerks dar. Jugendstil-Malereien, großzügige Vergoldungen und diverse Skulpturen lassen den Besucher nicht unbeeindruckt. In solch einem Ambiente das akustisch/optische Erlebnis Kris Kristofferson zu erleben, ist zweifelsfrei ein phonetisches Präsent.

 

Unsere Befürchtung dass wir vielleicht den Altersdurchschnitt sprengten wurde uns eines besseren belehrt, den Menschen aller verschiedensten Altersklassen kamen um den Mann aus Texas zu sehen. So erblickte man auch das ein- oder andere Karohemd im Publikum sowie einen Stetson.

 

Als Support hatte Kris die deutsche Rockabilly Band „Rocket to Stardom“ verpflichtet, die sich zur Aufgabe machte die Songs des Countrykünstler zu covern und entsprechend ihres Stils akustisch um zusetzten. Und das taten sie verdammt gut. Das Publikum bescheinigte ihnen dieses durch entsprechenden Applaus, auch wir waren begeistert!

 

Nach einer kurzen Umbauphase war es dann endlich soweit. Es war gegen 21 Uhr, als ein schwarz gekleideter Mann in Cowboystiefeln mit Gitarre und Harp das Auditorium betrat und die Zuhörerschaft allein durch sein Dasein begeisterte. Auch wir wussten nicht wie uns geschah, konnten die Szenerie kaum begreifen. Kris Kristofferson. Da stand er nun. Geruhsam, besonnen, aber entschlossen. Ohne große Worte begann er auch gleich mit seinem Set, und kam gleich im 3. Song zu einem ersten Höhepunkt, als er das Lied der Lieder anstimmte; Bobby McGee. Ein Mann in den 70er (alters)-Jahren steht ganz allein auf der Bühne und singt jenen Song, der uns seit den späten 60`er Jahren begleitet. Akustisch, ruhig und unbeirrt. Begeisterungstaumel nicht nur bei Martin und mir, alle anwesenden fielen in frenetischen Beifall ein. Fantastisch!

Im unglaublich schönen „Help me make it trough ne night“ rann mir ein Schaudern über die Haut, so intensiv offerierte uns unser „Held“ den Track. Und so zogen sich „Sunday morning coming down“, „Nobody wins“,"Love her was easier", „Closer tot he bone“ und viele weitere leidenschaftliche Stücke durch den Abend, karg und spartanisch auf seiner Westerngitarre (Gibson) dargeboten. Es war fast surrealistisch schön, eine echte Legende stand vor uns und erzählte uns durch seine Lieder von seinem Leben, mit jenen er zu Weltruhm kam. Danke ! Seine raue, authentische Stimme war stellenweise leicht fragil, was einem kleinen Schnupfen zu schulden war, mit dem er etwas zu kämpfen hatte. Dies tat dem Erlebnis jedoch keinen Abbruch, seine Stimme berührt einfach.

Nach rund 1 Stunde und 10 Minuten begeisterte uns Kris im Zugaben Teil dann zusammen mit der Vorband „Rocket to stardom“, die den Abend so begeisternd eröffnete.

Zusammen trugen noch 3 Stücke vor, „Why my lord“ bildete dann den Abschluss. Die Fans gaben standing ovations, der Beifallsorkan wollte nicht abklingen. Genauso „cool“ wie er die Bühne 90 Minuten vorher betrat, trat er mit den Worten „Good please you, your are a nice ordians“ auch wieder ab. Er ging einfach hinter die Bühne und war weg. Wir waren es auch, und zwar hin und! Der „Highwayman“ hinterließ einen imposanten Eindruck bei uns!


Kurz darauf empfing uns (was sonst), (diesmal jedoch) heftiger Sturzregen, der sich sturmartig ausgebreitet hatte und uns provokant in die Gesichter peitschte. Mein mitgeführter Knirps verweigerte sofort seine Arbeit und ergab sich den Wassermassen. Wir trotzdem jenem Wetter jedoch mutig und begaben uns erneut zum Tourbus, wo Kris nach dem Konzert angeblich noch Autogramme im Inneren jenes schreiben wollte. Aber auch diesmal hatten wir kein Glück. Zusammen mit 6 weiteren Fans harrten wir kämpferisch im kühlen Nass, ohne ein Anzeichen eine mögliche Erinnerung von Kris zu erhalten. Ein Mitarbeiter der Crew eröffnete uns dann dass es wohl heute keine Autogramme mehr geben würde. Nach rund 20 Minuten ergaben wir uns der Situation und begaben uns Richtung Bahnhof. Kein Autogramm aber trotzdem glücklich Mr. Kristofferson einmal live gesehen zu haben „schwammen“ wir quasi den Weg zurück. Wind und Regen waren ungemein zäh, wir aber auch. Um 23.20 Uhr erreichten wir das Dampfross (nein es war ein Trieb Zug) Richtung Köln und stiegen 25 Minuten später nicht weniger trocken in Opladen wieder aus, wo es natürlich auch R……..


Obgleich ich schon viele Künstler erleben durfte, sind solche Momente wie die gerade beschriebenen doch etwas Besonders. Zudem in jener stilvollen Atmosphäre, war der Eindruck besonders groß.  Aber auch in einer „normalen“ Halle oder sonst wo hätte der Mann uns begeistert! Ein Mann der aus einer Zeit stammt wo Musik noch Musik war, der Janis Joplin begegnete und viele Geschichten zu erzählen weiß, sollte man entsprechend zu würdigen Wissen, den nötigen Respekt zollen. Dies habe ich hoffentlich hiermit getan und euch ein wenig davon vermitteln können.

 

Abschließend möchte ich euch nun noch mit einer kleinen Anekdote jenes Abends erzählen, die persönliche sehr zu Herzen ging;


Während ich kurz vor Konzertbeginn auf Martin im Foyer wartete, der sich gerade am Merchandisingstand aufhielt, sprach mich ein älterer Herr an mit der Frage ob ich Kris hier irgendwo gesehen hätte, und trug, ebenso wie ich ein Vinylcover in der Hand, in der gleichen Absicht ein Autogramm des Künstlers zu erhalten. Nur mit dem Unterschied das jener Herr bereits eine halbe Unterschrift auf seinem Cover hatte! Wie er mir stolz erzählte, erhielt er dieses von Kris 1978 während eines Konzertes in der Frankfurter Jahrhunderthalle, der seinen Schriftzug aber aus Gründen die ich nicht hinterfragt habe, abbrach, wahrscheinlich war die Situation während des Auftritts dort eine hektische, immerhin schreiben wir 35 Jahre früher. Nun, nach all den Jahren stand besagter Fan in der Stadthalle von Wuppertal, das Cover und den gleichen Stift(!) von damals in der Hand, und erhoffte sich den zweiten Teil seiner Signatur…. Wir ihr bereits wisst, gab es an diesem Abend keine Autogramme des Stars, und so hoffte der Anhänger vergebens auf die Vollendung des Namenszug von Kris. Es tat mir richtig leid, von ganzem Herzen wünschte ich ihm die Erfüllung seines Wunsches, er hätte es mehr verdient als jeder andere.

 

Bis bald, euer rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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