in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

                Layla Zoe

 

 

Powerfrau und „firegirl“ zu Gast im Windecker Ländchen

Dass ich ein Konzert einer Künstlerin/Künstlers gleich zweimal kurz hintereinander rezensiere ist sicherlich nicht der Normalfall, bei der folgenden Sängerin will ich aber eine Ausnahme machen, und dies aus 2 guten Gründen: 1. handelt es sich hier um eine außergewöhnliche Protagonistin mit einer fulminanten Stimme und beeindruckendem Timbre, und 2. fand das Konzert an einem Ort statt mit dem ich ein Stück meiner persönlichen Geschichte verbinde, auch wenn das im Folgenden natürlich sekundär ist, denn hier geht es weiterhin um Rock `n` roll ! Die Person um die es heuer geht ist eine weibliche Solisten aus Kanada die schon einige Jahre im Geschäft ist, in Deutschland aber erst durch ihre beiden Alben, „Sleep little girl“ und „“The lily“ die Aufmerksamkeit des interessierten Genrehörers erregt hat. Ihr Stimmpotenzial ist gewaltig, ihre Songs und Ausstrahlung berückend. Im Jahr 2013 hatte ich sie bereits in Dortmund erleben dürfen, im Februar des darauf folgenden Jahres kam sie dann in einen wunderschönen Landstrich im Rhein-Sieg-Kreis, dem Windecker Ländchen; Layla Zoe !

 

Henrik Freischlader, Wuppertaler Ausnahmeblueser, ist derjenige, der Frau Zoe in „good old germany“ ein wenig bekannter machte, denn er verlegte die beiden genannten Platten auf seinem eigenen Label und war hier auch als Komponist uns Instrumentalist tätig. Die charismatische Sängerin erinnert in ihrem Gesang gerne an Janis Joplin ist jedoch eine völlig eigenständige Persönlichkeit mit eigenen Kompositionen, Texten und Arrangements. Ihre Shows versprühen den Charme einer authentischen, intimen Künstlerin, die zeitweilen sensibel wirkt, gar fragil, anderseits kraftvoll und selbstbewusst. Sie live zu erleben ist jederzeit ein Geschenk welches man unbedingt annehmen sollte. Genau das tat ich am 20.02.2014 und machte mich an jenem Tag ökologisch vorbildlich auf dem Schienenweg „Siegwärts“, ca. 60 KM von Köln. Mein Zielort Schladern liegt mitten im sogenannten Windecker Ländchen, einer Urlaubsregion mit sanften Hügeln, viel Wald und schönem Bachtal, und ist ein Ortsteil der Gemeinde Windeck. Die Sieg, welche vom Rothaargebirge kommend bis nach Bonn fließt wo sie in den Rhein mündet, schlängelt sich mitten durch diese Region und bietet eine Menge Freizeitaktivitäten und Erholungsmöglichkeiten. Ferner lockt sie mit dem Besuch des „Siegfalls“, wo der Graureiher seinen Lebensraum hat. Ich kann nur jedem mal einen Besuch in Windeck empfehlen der ein wenig Erholung und viel Natur sucht. Bereits gegen 16 Uhr machte ich mich auf den Weg in jenen Landstrich, denn einen Kurzausflug wollte ich mir in Verbindung mit dem anschließenden Konzert nicht entgehen lassen. Um 17.52 Uhr erreichte ich nach anstrengender Zugfahrt (der Berufsverkehrt war im volle Gange, die Züge gewohnt zu kurz und überfüllt….) meinen Zielbahnhof Schladern, der mir gleich Reminiszenzen an Vergangenes bescherte, denn unweit diesem Städtchen lebten vor ein paar Jahren meine Eltern in einem noch kleinerem Örtchen, und ich bei meinen Besuchen oft an jener Verkehrsstation ausstieg. Daher waren mir das schöne Bahnhofsgebäude und die Gleise des rund 1200 Einwohnerstädtchen nicht unbekannt, beides erstrahlte bereits im zunehmenden Licht der Dämmerung.

Das „kabelmetal“, und nun kommen wir zum Kern der Sache, ist ein Kulturhalle in Schladern die 2013 aus einer ehemaligen Industriebrache entstand, und bei einem Konzert wie heuer rund 700 Menschen Platz zum Mitfeiern bietet. Das schön renovierte Gebäude ist optisch schon mal ein highlight, was sich später im Inneren abspielen sollte, ein noch viel Größeres!

Bevor es aber „in des Pudels Kern“ ging schlenderte ich noch zum erwähnten, 84 Meter breiten Siegfall, um im letzten Licht des Tages das Naturspektakel zu bewundern. Unbegleitet stand im am oberen Aussichtspunkt und ließ das Szenario auf mich wirken. Wunderbar!

Auf dem Rückweg entdeckte ich noch ein Hinweisschild aus der Kategorie „nicht alltäglich“, welches am Rande eines kleinen Morasts stand. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Schon von weitem hörte ich die dumpfen Klänge des soundchecks, die Band war also gerade in der Vorbereitungsphase. Deutlich konnte ich die Melodie von „The lily“ hören, meine Ungeduld steigerte sich um ein weiteres. Im Foyer gab es eine Bar an welcher ich mir die Zeit bis zum Einlass mit einem dunklen Weizenbier überbrückte, delikat! Als sich die Tür zum Auditorium kurz öffnete konnte ich einen Blick auf die Band erhaschen, und sah Layla ihren Gesangspart im Zuschauerraum absolvieren, sie trug Jeans und ein beiges Frank Zappa T-shirt! Na das ging ja völlig konform zu meinem Dress, denn auf Konzerten trage ich meistens ein ebensolches, da es den Aufdruck „Frank on tour“ aufweist, was ja perfekt zu meinen „Konzertausflügen“ passt. Und hey, Zappa ist Kult! Ich war jedenfalls schon mal begeistert. Die „Flut“ der Anhängerschaft an jenem Abend hielt sich leider in Grenzen, ich schätze dass es nur rund 150 Fans waren, die letztendlich ihren Platz vor der Bühne fanden. Nun gut, ich hatte einen Barhocker an einem Stehtisch erwischt, welcher ziemlich direkt vor dem Podest stand und mir somit einen fabelhaften Blick auf die mit Spannung erwartete „Musikaufführung“ bot.

Die Akkuranz der Band war vorbildlich, und so betraten sie um 20 Uhr den Schauplatz des „kabelmetal“, was die Anhängerschaft begeistert zur Kenntnis nahmen. Layla legte dann gleich, wie schon bei ihrem Konzert zuvor in Dortmund, mit ihrer A-capella Nummer „Glory, glory, hallelujah“ los und überraschte damit abermals „nichtkundige“ anwesende, die es natürlich auch unter den Leuten gab, jene aber spätestens nach diesem Abend zur festen Fangemeinde gehören sollten. Ihre dominante Stimme erfasst sofort das anwesende Publikum, was für ein emotionaler Beginn. Man konnte nur erahnen welch ein stimmgewaltiges Feuerwerk, unterstützt durch den Einstieg ihrer Mitstreiter, da auf uns zukam. Das bekamen wir dann auch gleich im energiegeladenem „I choose you“ zu spüren, Laya`s Stimme beherrschte das Geschehen, die Gitarre von Jan Laacks kam wie immer exzellent ins Spiel, rotzig und trotzig ergab sie zusammen mit Drums und Bass einen unverfälschten Groove, alles passte perfekt zusammen. Miss Zoe fand schnell Zugang zu ihren Fans, kommunizierte immer wieder zwischen den Songs mit uns.

Die Über-Ballade „Gemini heart“ ging tief unter die Haut, an Affektivität kaum zu überbieten. Die Musiker rockten sich weiter überwiegend quer durch die dato aktuelle Scheibe „The lily“, Layla war ein Energiebündel das ihres gleichen suchte, der Rotschopf ging ganz an sich auf, war nahbar, stark und zerbrechlich, wie im Titelstück „The lily“ welches seine traurige Melancholie durch Laya`s Timbre eine unglaubliche Authentizität erreichte. In „Singing my blues“ vom 2011`er Album „Sleep little girl“, dominierte ihre kräftige Stimme und die Rhythmussektion in perfekter Allianz, so wie im ganzen Set. Der Abschluss des ersten von zweien bildete ein Tribut an ihren kanadischen Landsmann Neil Young (den sie auch auf ihrem Bein verewigt hat), dem sie mit „Hey hey, my my“ zollte, einem meiner persönlichen Lieblingsstücke des Altmeisters. Und wie recht er hatte. Wie eine Aufforderung schallte es durch die Nacht, „Hey hey, my my, rock `n` roll will never die!“ Leute macht weiter, kommt zu meinen Konzerten, zu Konzerten anderer Künstler, sprecht alle dieselbe Sprache, zeigt euer Gefühl; Rock `n` roll !Ausgelassen hüpfte sie zur Melodie dieser Hymne des Folkrocks auf- und ab, Jan zauberte die entsprechenden Töne aus seinen Bünden, des Feuerschopfs Löwenmähne schwirrte wild durch die Luft, die ganze Frau war Rock `n` roll! Entrückt von gerade gehörtem verließ ich meinen Platz um in der Pause mit einem weiteren Weizenbier gerade erlebtes zu verarbeiten, diese Frau ist unglaublich.

Auch im 2. Set des Abends führte uns Layla Zoe durch die emotionale und bluesige Reise von „The lily“, auf dem wunderschönen, bluesrockigem „The lie“ folgte „Why you so afraid“, „Never met a man like you“ , zwei Nummern mit großen Spaß und Rock `n` roll Faktor, sowie „Man`s world“, ein Song für das weiblich anwesende Publikum, wie die Künstlerin ihn ankündigte. In „Rock and roll guitar man“ ging es dann augenzwinkernd frivol zur Sache, sinnlich aufreizend schmiegte sich die Künstlerin an ihren Gitarristen, der sich angesichts dieser Tatsache bemühte die Fassung zu bewahren, und die unglaublichsten Töne aus seinem Arbeitsgerät hämmerte. Laszivität lag in der Luft, der ganze Laden kochte vor Sex & Rock `n `roll!

Unter frenetischen Beifallsbekundungen verabschiedete sich die Band von den berauschten Fans, die den Applaus so lange anhielten, bis Layla kurz darauf wieder die Bühne betrat. Die encore war das unglaubliche „Hippie chick“, ein psychedelisches, langgezogenes Stück, welches den Geist aller Blumenkinder beschwor und eine gewaltige Portion „sixties-feeling“ in das behagliche Windecker Landleben brachte.

Besser konnte sie den Abend nicht beenden, drückte uns ihre Visitenkarte überdeutlich auf die Stirn, DANKE ! Ich will sie wirklich nicht als neue Janis Joplin glorifizieren, aber das Potential hat sie allemal, auch wenn ich direkte Vergleiche vermeiden möchte, denn Layla ist musikalisch völlig autark, beweist mit ihren Shows und LP`s ihre ganz eigene Authentizität.

 

Nur wenige Minuten nach der Show erschien Layla dann gar noch persönlich am Merchandisestand um ihren Fans „Rede- und Antwort“ zu stehen, Autogramme zu schreiben oder den ein- oder anderen Fotowunsch zu erfüllen. Glücklich über letzten Aspekt bekam auch ich meine ersehnte Momentaufnahme mit ihr und verließ hochbeglückt das kabelmetal um mich durch den mittlerweile beharrlich anhaltenden Regen auf den Weg zurück zum nahegelegenen Bahnhof zu begeben.

 

Pünktlich um 23.27 Uhr verließ ich das Windecker Ländchen wieder Richtung Heimat, happy über gerade erlebtes und mit einer complication ihrer frühen Songs in der Hand, die es nur auf ihren Konzerten zu kaufen gab.


Der Musikkritiker Jon Landau schrieb 1974 einst über einen jungen Sänger und Gitarristen; „Ich habe die Zukunft des Rock `n` roll gesehen, ihr Name war Bruce Springsteen“. rockfrank sagt; „Ich habe die Gegenwart des Blues gesehen, ihr Name ist Layla Zoe, sie hat eine hervorragende Zukunft!“

 

.....rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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