in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

         Little Steven & the disciples of soul

 

 

 

 

Live in Frankfurt (Main)  -  Rockclub Batschkapp, 16.06.2017

1975 bereicherte ein dato 25-jähriger Musiker eine gewichtige „Begleitband“ und wurde dort unverzichtbar an der Gitarre. Trotzdem nimmt er sich regelmäßig Zeit für diverse Sidekicks. Sei es als Radiomoderator (Little Steven`s underground garage), Schauspiele (Die Sopranos), Foundation Gründer oder eben als Solokünstler. Als solcher hat sich Stevie van Zandt, alias Little Steven, neben seinem Hauptjob in Bruce Springsteens E-Street Band, einen ehrenvollen Namen gemacht. Fast 18 Jahre hat es nun gedauert bis sein neues Release, „Soulfire“ erschien. Heuer ist man 66 Jahre, und mit seiner neu reformierten Band, The disciples of soul, spielte Little Steven ein unterhaltendes Album ein, welches im Anschluss auf einer ausgedehnten Tour live präsentiert wurde. Am 16.06.2017 besuchte der Tross in diesem Rahmen die Main-Metropole Frankfurt, wo die Band im Rockclub Batschkapp auftrat.

„Soulfire“ ist eine gelungene Mischung aus Rock ´n´ roll und Soul. Auch jazzige Arrangements klingen immer wieder durch. Aber nur die wenigsten Songs sind wirklich neu. Die meisten Stücke des Longplayers hat van Zandt bereits in früheren Jahren geschrieben und sie durch andere Künstler veröffentlichen lassen. Andere Stücke sind neu aufgearbeitete, alte Eigenkompositionen, und auch zwei Coverversionen, wie „Down and out in New York City“ von James Brown, findet man auch auf dem Album. Insgesamt ein gute Laune Werk das viel Lob gefunden hat.

Per Schienenlimo (ICE) ging es an jenem Junitag in die hessische Hauptstadt. Schon am frühen Nachmittag hatten sich die ersten Fans im Stadtteil Seckach eingefunden, wo die Batschkapp beheimatet ist. Vorfreude und die Erwartungshaltung waren nach der Veröffentlichung von „Soulfire“ groß. Die rund 1500 fassende Location füllte sich nach dem Einlass dann auch zügig, nur wenige Restkarten gab es noch an der Abendkasse.

Der amerikanische Musiker ließ dann auch nicht lange auf sich warten und schickte seine Band um kurz nach 20 Uhr auf für ein Intro auf die Bühne, die er kurz darauf unter großem Jubel dann selber betrat. Eigentlich glich es mehr einem Ensemble, den Little Steven hatte nicht weniger als 14(!) Musiker an Board. Darunter eine fünfköpfige Bläserfraktion, Orgel, Honky-Tonk Piano, Drummer, Perkussionist, Bass, Gitarre und drei Background-Sängerinnen. Und die machten Laune. Von Beginn an sprang der Funke über, war die ganze Halle quasi elektrifiziert. Es herrschte eine unglaublich positive Energie. Ob dass gefällige „Soulfire“, „The blues is my buisness“ (Etta James cover), oder „Coming back”, egal was der Mann mit dem markanten Bandana auch anschlug, immer wieder gab es anhaltenden, frenetischen Applaus. Die mehrstimmigen souligen backingvocals gaben den Songs zusätzlichen Schwung.

„Love on the wrong side of town“ versetzte uns zurück in die 70`er Jahre und trägt hörbar Springsteens Einfluss. In „Ride the night away“ legte Steven ein fantastisches Slidesolo hin, ausgelassen tanzten Fans in der ersten Reihe. „The city weeps tonight“ war eine der wenigen Songs wo man das Tempo etwas rausnahm, Zeit zum durchatmen.

Das melancholisch angelegte “Standing in the line of fire“ ist stark geprägt vom Meister der Filmmusik, Ennio Morricone, was man besonders im Intro hört. Die Umsetzung durch die Bigband gelang exzellent.

Nach genau 2 Stunden Rock `n` roll Party war Schluss. Ohne Pause rockte Steven die Frankfurter Nacht, es war eine unglaubliche. Natürlich hatten die Fans noch lange nicht genug. So stimmte man nach minutenlangen standing ovation den Chorus von Bruce Springsteens „Badlands“, ebenfalls minutenlang. Die ganze Halle sang aus voller Kehle, es war ein Gänsehaut pur Erlebnis! Als die ersten Schatten auf der Bühne wieder auftauchten gab es kein Halten mehr. Jubelschreie,  Pfiffe, Applaus, Dankbarkeit. Und was macht der Protagonist?! Zum Abschluss erwies man eine große Geste. Eine Verneigung vor dem im März verstorbenen Chuck Berry. „Johnny B. Goode“ in einer ureigenen Version Namens „Bye bye Johnny“ schmetterte uns die Band zum Ausklang durch den Rockclub. Die ganze Halle war eine große Party geworden, überall wurde getanzt, gesungen und gefeiert.

Little Steven & the disciples of soul hinterließen ohne Zweifel eine musikalische Visitenkarte mit Goldstatus. Nicht ohne das Versprechen im Herbst noch einmal nach Europa zu kommen, verließ man endgültig das Geschehen und hinterließ ein überaus befriedigendes Publikum, dass sich noch lange an jene Juninacht erinnern dürfte!

 

 

 

 

 

 

 

rockfrank

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