in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

        Rockpalast Legende Mitch Ryder live !

Solingen - Cobra 29.02.2020

 

an rockin´ evening with Mitch Ryder and Engerling

ALL PHOTO BY: rockfrank

 

Zeitsprung; Es ist die Nacht vom 06. auf den 07. Oktober 1979, Essen-Rüttenscheid, Norbertstr. 2,

02 Uhr morgens, Grugahalle. Der WDR Rockpalast begrüßt seinen letzten Act für jene Sendung, die erfahrungsgemäß oft bis in die frühen Morgenstunden dauert. Es ist Mitch Ryder. Er ist betrunken. Kurz vor seinem Auftritt gab er dem Rockpalast Moderator Alan Bangs noch ein Interview, welches aufgrund seines Verhaltens unter genanntem Rauschmitteleinflusses, legendär wurde. Dann lief er mehr schlecht als recht auf die Bühne. Was niemand mehr für möglich hielt, trotz seines Zustandes riss Ryder mit seiner Band ein entfesselndes, mitreißendes Konzert ab (Beschimpfungen des Publikums inklusive), über dass der vorher von Mitch entnervte Bangs anschließend sagte, dass es das beste Konzert war, das er je erlebt hat.

 

Am 29.02.2020 gastierte die Rockpalast Legende aus Detroit in der Klingenstadt Solingen, wo das Kulturzentrum Cobra beheimatet ist. 2 Tage nach seinem 75. Geburtstag. Regelmäßig begrüßt man in der Cobra nationale -und internationale Künstler in der Veranstaltungshalle des Clubs, der im vorderen Teil ein gemütliches Bistro/Kneipe beherbergt. Begleitet wurde Mitch Ryder, wie auf all seinen Deutschlandkonzerten, von der legendären Blues Band Engerling, welche 1975 in Ost-Berlin ihre Gründung erfuhr. Immerhin sind mit Wolfram Boddi Bodag (vocals, keys, harp) und Heiner Witte (guitar), noch 2 originale Gründungsmitglieder an Board. Zu ihnen gesellen sich Manne Prokandt  (seit 1986 in der Band, bass) Tobias Ridde (drums), und Gisbert Piatkowski (guitar). Blues -und Boogie-Rock zeichnet die Mannen um Engerling seither aus, und dass schnörkellos und gradlinig.

Dass Mitch Ryder anno 2020 überhaupt noch gesangstechnisch auf der Bühne steht, grenzt an ein Wunder. 2018 erkrankter der Musiker schwer, und musste sich einer Operation an den Stimmbänder unterziehen, die er glücklicherweise (trotz anderweitiger Prognose seiner behandelnden Ärzte) ohne bleibenden Schaden überstanden hat. Hierzu passt ein Zitat von Keith Richards, der anno 1695 einmal über den amerikanischen Künstler sagte, "Er ist der aufregendste Sänger, der seit langer Zeit auf der Musikszene aufgetaucht ist“, und strafte damit nicht nur seinen eigenen Frontman der 1962 gegründeten Rolling Stones ab. Um es vorweg zunehmen; Trotz vieler Berichte über seine Stimme (Mitch ist sicher kein guter Sänger im klassischen Sinne) wg. Alkohohl, Drogen und Operationen, ist sein Timbre dafür absolut authentisch, kraftvoll und nochmals authentisch. Gerade die „gepressten“ Töne machen diese Authentizität aus und begeistern seit jeher seine Fans. Um 21 Uhr betrat seine Begleitband Engerling das Geschehen und leitete die ersten Klänge zu „The thrill of it all“ ein, bevor Mitch Ryder kurz danach auf die Bühne kam und unter großen Beifallsbekundungen in den Song einstieg.

Anschließend begrüßte er seine Fans standardgemäß mit den Worten: „Good evening ladies and gentlemen, my name is Mitch Ryder. I`m from Detroit“. Sicher, er ist nicht mehr der Wirbelwind von einst, aber er hat definitiv noch den Rock `n ` roll im Blut! Ryder drückt mit seiner rauen Stimme immer noch jede Art von Emotion aus. Sie packt dich einfach. Mitch Ryder selbst sagte einst vor einigen Jahren in Bezug auf seine Stimme und die alten Songs mit hohem Tempo: „Du musst die Leute in den ersten 10 Minuten töten. Danach brauchst du nur noch Dreck auf das Grab zu schmeißen.“ Interpretationssache……. Aber die Botschaft kommt an, und Ryder hält die „harten“ Nummer trotz Raucherlunge durch. Der Kopf mal rot vom Gesang, die Augen meist geschlossen, und mit leidenschaftlicher Inbrunst begeisterte er weiter mit „Ain`t nobody white“, den mega Hit „Heart of stone“ (in dem er auch die hohen Töne meisterte) unf „Tuff enough“, ein Cover von den Fabulous Thunderbirds. Immer wieder sticht vor allem „Pitti“ Piatowski aus der Band hervor, der mit seinem Instrument lupenreine Gitarrenläufe fabriziert, die gelegentlich Metal-Qualitäten erreichten. Tobende Zustimmungsbezeugungen unterstrichen seine Leistung.

                                        Ryder meist mit Tamburine, dunkler Sonnenbrille und Hut.

                                             Engerling Urgestein Heiner Witte an der E-Gitarre.

                            Der überragende „PittiPiatowski mit dreckig schönen Sololäufen !

Mitch Ryder gab aber nicht nur alte Stücke, vor alles der Song „Promise“, vom gleichnamigen 2009`er Release versprühte eine Energie in der Cobra dass es dir den Atem nahm. Bravo Mitch. Das rockige Robert Palmer Cover „Simply irresistible“ brachte den Laden endgültig zum überkochen. Immer wieder waren es auch die fantastischen Engerling, die mit ihrem instrumentalem Grundgerüst Mitch Ryder den Rücken stärkten. Die eingespielten Musiker lieferten einen grandiosen Sound und schöpften aus ihrer langjährigen Band Erfahrung. Ob Rock, Blues („All the fools it sees“) oder Balladen, Engerling meisterten jeden Sound bravourös. Ryder selbst indes gab sich sehr kommunikativ, führte eine lebhafte Kommunikation mit dem Publikum. In der erwähnten Ballade „All the fools it sees“ drückte Mitch durch seine gelebte Stimme noch mal all den Schmerz aus, den jener Song verlangt.

Natürlich konnte man das Schiff nicht ohne Zugabe verlassen, die fast ausverkaufte Cobra forderte jene lautstark ein, und der Kapitän lies sich nicht lange bitten. Erst das Blues-Rock Stück „Long hard road“, und dann war es vor allem das schon 1979 im Rockpalast gespielte Doors Cover

Soul kitchen“, welches mit weit über 10 Minuten in die Solinger Rockanalen eingegangen ist. Ryder holte hier nochmal alles aus sich heraus, lebte „Soul kitchen“, wurde Teil seiner musikalischen Anatomie. Möglicherweise hätte sich so ein Jim Morrison mit 75 angehört. Aus Ryders Kehle presste, ächzte und rumpelte die pure Authentizität. Würdiger kann man einen Doors Song wohl kaum interpretieren. Ein Gänsehautmoment mit Bekenntnischarackter. 

 

Nachrund  120 Minuten endete eine fantastische Rock `n` roll-Messe, die anlässlich seines jubilieren Wiegenfestes mehr als würdig war. Auch mit 75 Jahren gehört Mitch Ryder noch lange nicht zum „alten Eisen“. Die Rock `n` roll Seele, die 1979 einst die Grugahalle bis in die Grundfeste erschütterte, bleibt ihrem Auftrag treu. Und das ist gut so. Danke Mitch für eine grandiose Show und nochmals happy birthday !

                     Heiner Witte und Gisbert Piatkowski während der Zugabe in „Soul kitchen“.

 

 

 

 

 

 

rockfrank

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