in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Ost trifft West-rock the wall 

Speiches Monokel meets Molly Hatchet!

Welcome back, Rock `n` roll Brigade und willkommen zum 2. Teil meines Hauptstadtbericht „rock through Berlin“, der sich mit dem Konzertereignis an sich befasst, welches am 09.12.2014 zum 25-jährigen Mauerfallereignis dort stattfand; Speiches Monokel meets Molly Hatchet! Nachdem ich euch im ersten die Musik -und geschichtshistorischen Gesoichtspunkte rund um den Mauerfall nahegebracht habe, nachzulesen hier http://www.rockfrank.com/musikreisen/25-jahre-mauerfall-rock-through-berlin-mit-molly-hatchet-speiches-monokel-bruce-springsteen-tei-1/, geht es nun rein um dass Musikgeschehen an jenem Dezembertag in der Metropole, und das hatte sich wahrhaft in sich!

 

Wie ihr euch erinnert war meine letzte Station in der Stadt die ehemalige Radrennbahn von Berlin Weißensee, wo sich 1988 dass Bruce Springsteen Konzert stattfand, von dem ich euch ausführlich berichtete. Bereits gegen 16 Uhr traf ich im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ein, wo sich Ecke Knaackstr./Sredzkistr. die Kulturbrauerei befindet, in welcher die Show heuer stattfand. Der große Gebäudekomplex beinhaltet diverse Lokalitäten und Einrichtungen, wie z.B. ein Kino, Restaurants, Clubs und unter anderem auch dass Kesselhaus, wo regelmäßig Konzerte stattfinden. Im inneren des Komplexes befand sich ein hübscher Weihnachtsmarkt der wie eine eigene kleine Stadt wirkte.

 

Die Kulturbrauerei Berlin befindet sich im Ortsteil Prenzlauer Berg und wird heute als Veranstaltungsort genutzt. 1842 wurde der Brauereikomplex bereits begründet und in den späten 70` er Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Das historische Gebäude wurde in den 1990` er Jahren umfassend saniert und renoviert und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit unter den Besuchern.

Eingangsbereich zur Kulturbrauerei

Es war wie erwähnt noch recht früh bei meiner Ankunft, immer in der Hoffnung schon mal den ein -der anderen Künstler zu sehen und einfach etwas Atmosphäre einzusaugen. Ich hatte dann auch wahrhaftig erneut eine phänomenale Begegnung. Doch dazu gleich mehr. Nachdem ich raus gefunden hatte wo sich der Eingang des Kesselhauses befand suchte ich gleich nach einem Künstlereingang und wurde prompt fündig. Vor jenem stand bereits der große Tourbus von Molly Hatchet!! Bingo.  Nie zuvor hatte ich die Mannen bisher live gesehen, umso größer war nun entsprechend die Vorfreude. Souveniertechnisch war ich mit einem Edding und einem Schlagbrett ausgerüstet, welches ich mir von den Bandmitgliedern signieren lassen wollte.

 

Molly Hatchet ist eine 1975 in Florida gegründete Southern Rock Band die sich von Beginn an den härteren Klängen verschrieben hat. Von den Gründungsmitgliedern befand bis vor kurzem (2014) noch Dave Hlubek an Board, wobei Gitarrist Bobby Ingram mittlerweile auch schon seit 1985 an Bord ist. Originalsänger Danny Joe Brown verstarb 2005. Indes hat die Band zahlreiche Besetzungswechsel hinter sich. Bereits ihr Debüt aus 1978, „Molly Hatchet“ erreichte schnell Kultstatus und darf in keiner Sammlung fehlen.

 

Ich versorgte mich auf dem Weihnachtsdorf mit dem Nötigsten und lugte immer mal wieder zum Bandbus. Irgendwann war es dann soweit. Die Tür des Fahrzeuges öffnete sich und niemand geringeres als Molly Hatchet Mitglied Bobby Ingram verließ das Vehikel zusammen mit seiner Frau Richtung Weihnachtsmarkt. Das war meine Chance. Ich wusste dass mein Zug  zurück nach Hause um 00.27 Uhr fahren sollte, und die Chance auf Autogramme, gemessen an der voraussichtlichen Länge der Show, entsprechend klein war. Also heftete ich mich kurzerhand an ihre  Versen und wartete einen günstigen Augenblick ab. Die beiden gingen gut gelaunt über den Adventsmarkt und hielten ihre Eindrücke per Handycam fest. Ich gab mir einen Ruck, ging zielstrebig auf die beiden zu und sagte: „Hey, you are a member of Molly Hatchet!“. Naja, nicht so einfallsreich. Aber so ist dass mit dem englischen, wenn man nicht darauf vorbereitet ist und man sein „Schulenglisch“ aus der hintersten Gehirnzelle abrufen muss…… Wie dem auch sei, wir verstanden uns. Beide stellten sich höflich vor, freuten sich über mein Interesse und Bobby hielt sein noch immer aufnehmendes Handy auf mich. „Sag etwas zu den Fans“, forderte er mich auf. Es wirkte alles surreal schön. Ich stand in Berlin auf einem Weihnachtsmarkt und unterhielt mich mit einer Southern Rock Legende, great ! Natürlich durfte abschließend das obligatorische Foto nicht fehlen, welches Bobbys Frau dann mit meiner Kamera schoss, und das Autogramm auf meinem mitgebrachten Schlagbrett war auch sicher. Thank you Bobby !

Das heutzutage Menschen aus Ost -und West internationale Rockkonzerte besuchen dürfen ist 25 Jahre nach dem  Mauerfall natürlich selbstverständlich. Trotzdem sollte man nach wie vor Dankbar sein, dass dieses auf Grund der Initiative der damaligen DDR Bürger, durch ihre Demonstrationen z.B., überhaupt möglich ist. Man befreite sich aus den Klauen der Macht, forderte eigene Rechte ein und (zumindest in der Jugend) half der Rock `n` roll sicher gewaltig! Konzerte westlicher Künstler waren in Zeiten tiefster DDR sowieso undenkbar, aber es gab zumindest eine eigene, nicht kleine Szene, die sich ihre Alternativkultur schaffte. Seien es Punks gewesen oder traditionelle Blueser, jeder schaffte sich ein Ventil in der Musik, nahm nicht unerhebliche Umstände in Kauf, um an jene zu gelangen oder ein Live-Konzert zu besuchen, bzw. musizierte selber.

 

Die Jugendkultur der DDR welche sich mit Bluesmusik, aber auch Southern Rock und Bluesrock befasste, nannte sich selber Kunden, Blueser oder Tramper. Sie tingelten von Ort zu Ort wo an den Wochenenden kleine Konzerte in Dorfsälen oder Kneipen stattfanden, und man seine Ideale ausleben konnte, seine eigene Interpretation von Freiheit hatte. Insgesamt wurde die Musik der DDR von der Staatführung strikt kontrolliert und war strengen Auflagen unterlegen. Dies betraf zum Beispiel die Texte der Lieder, Vergabe von Spielerlaubnissen, Schallplattenaufnahmen etc. Auch Auftrittsverbote vieler „unbequemer“ Bands waren keine Ausnahme.

 

Doch zurück zur Kulturbrauerei. Das heuer eine Southern Rock Band aus den U.S.A. auf eine Kultband aus dem Osten trifft ist bezeichnend ob des Anlasses. Außerdem wurde noch eine Band Namens Van Wolfen angekündigt, die mir bis dahin aber unbekannt war. Ich war gespannt. Das Nonplusultra des Abends begann dann letztendlich mit ca. 10 Minuten „Verspätung“, ein Sprecher kündigte unter viel Beifallsbezeugungen Speiches Monokel an, jene Band, die zu diesem Zeitpunkt seit fast 40 Jahren für gute, deutschsprachige Rockmusik aus dem Osten der Republik Einstand, und dies immer noch tut.

 

Hinter dem Bandnamen Speiches Monokel steht die ursprüngliche Band Monokel. 1976 gegründet (ein Jahr nach ihren musikalischen Partner Molly Hatchet), eroberte man seitdem von Berlin aus die Ostdeutsche Bluesszene und wurde zur Ikone einer Subkultur. Nach einigen Querelen und Rechtsstreitereien verfiel die Band nach der Wende in zwei Lagern. Seither existiert die Monokel Kraftblues Band und eben Speiche`s Monokel, jener Truppe der Bandgründer Jörg Schütze, alias Jörg Speiche Schütze angehört.

 

Die Stimmung war von Anfang an großartig in der Halle, man feierte die Band ab wie Stars. Sie dankten es den Anhängern mit Songs wie „By by Lübben“ (dem Überhit der Band), „Landei“, oder „Das Monster von Schilkinsee“. Es war beglückend, ich war beeindruckt! Sänger Bernd „Zuppe“ Buchholz versprüh lebhafte Energie, die Ostdeutsche Basslegende und Bandvater Jörg Speiche zupfte im Hintergrund fachkundig sein Arbeitsgerät.

Die Bühne kurz vor Konzertbeginn

Ein paar Worte zum Mauerfall bzw. zum Anlass des heutigen Abends seitens der Mannen hätte ich mir gewünscht, aber man „entschädigte“ uns durch astreinen Rock `n ` Roll, und der spricht Bände! Rund eine Stunde dauerte ihr Auftritt, die Zeit verging wie im Flug. Immer wieder blies „Zuppe“ kraftvoll in seine Harp, heizte die Stimmung an, machte Party.

Nach einer Umbauphase kam dann zunächst die Band Van Wolfen aus Hamburg auf die Bühne, mir bis dato unbekannt, ließ ich mich von ihren Sound überraschen. Dank internationalem Schlagzeuger hatte jener dann auch eine straighte Affinität zum Bluesrock, hingegen die Texte mich weniger überzeugten, insgesamt fehlte mir etwas Authentizität. Der Stimmung tat es jedenfalls keinen Abbruch, die Menge war guter Dinge, man feierte den Abend zusammen.

 

Dann war es endlich soweit, der Höhepunkt des Jubiläums, die Uhr zeigte bereits 22 Uhr. Einige Pfiffe schallten wegen der langen Umbauphase durch das Gemäuer, dass Licht wurde gedämmt, die Bandmitglieder betraten die Bühne. Aufbrausender Applaus, Jubel, Freudengeheul - Molly Hatchet was alive! „Hallo Berlin“ begrüßte Sänger Phil McCormack dann auch gleich die berauschte Menge, und man ließ keinen Zweifel daran was nun passierte; Satter, schwerer Rock `n` roll.

Ich vermisste aber gleich eine zweite Gitarrenstimme, denn Dave Hlubek war nicht (mehr?!) mit an Board, dass schmerzte. Bobby Ingram hatte daher alle Hände voll zu tun, trotzdem Spaß bei der Sache. Dennoch fehlte mir zum perfekten Sound eine zweite Klampfe.

Der Stimmung tat es jedenfalls keinen Abbruch, dass Kesselhaus stand Kopf, man feierte dass Rockereignis zum Mauerfalljubiläum. In diesem Zuge bedankte sich Phil im Laufe des Konzertes auch zweimal bei den Jungs von Monokel für ihre Show und würdigte damit das Zusammenspiel. Aufpeitschende Versionen einiger ihrer Hits wurden uns zum Besten gegeben, Bobby verteilte Plektrons ans Publikum und kommunizierte intensiv mit den Zuschauern.

Mein Zeiteisen zeigte mittlerweile 23.30 Uhr, verdammt. Rund eine Stunde später sollte mein Nachtzug bereits wieder aus der Hauptstadt rollen, und ich musste vom Prenzlauer Berg noch zum Hauptbahnhof. Glückseligkeit im Herzen, aber etwas wehmütig ob des Abbruchs ließ ich mich langsam Richtung Ausgang zurückfallen, um von dort die paar Meter zur Haltestelle Eberswalder Straße zu laufen. Völlig berauscht von gerade erlebtem taumelte ich durch die Straßen Berlins, fassungslos dass ich bereits los musste. Eine „Maurerbrause“, die ich mir noch schnell an einem hiesigen Kiosk besorgte, sollte mir helfen die Bodenhaftung wieder zu finden. Am Alex stieg ich um, warf schnell einen Blick in den Nachthimmel.

Zehn Minuten nach Mitternacht traf ich dann in Hauptbahnhof Berlin ein, wo bereits nächtliche Atmosphäre herrschte und es festlich dekoriert war, schließlich stand das „Fest der Kaufkraft“ vor der Tür…….

Verwirrung dann erst mal auf dem Bahnsteig. Kein Zug, keine Information. Nach einigem hin -und her stellte sich dann heraus dass der Nachtzug rund 40 Minuten später kommen sollte und von einem anderen Gleis abfuhr. Nun gut, konnte man mit Leben, nur ärgerlich insofern, dass ich etwas länger hätte beim Konzert bleiben können. Irgendwann saß ich dann aber drinnen, durchgefroren aber zufrieden. Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende. Molly Hatchet hatte ich auch auf meinem MP3 Player, aber ich war einfach zu platt. Ein letzte Bier sollte mich in den Schlaf wiegeln, dass nächtliche Berlin zog an meinem Fenster vorbei, Danke Berlin, Danke Molly Hatchet, Danke Speiches Monokel, es war großartig……..!!! Ein großer Tag ging zu Ende, das „Wunder“ von 1989 ausgiebig geehrt, gefeiert und erinnert. Heute sind wir dank dem Arrangement der ehemaligen DDR Bürger ein vereinigtes Deutschland, ein Volk! Auf dass wir jenes Ereignis nie vergessen!

rock in peace, euer rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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© Frank Klitzing