in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Rythmen & blues aus New York - The Holmes brothers

Authentic Blues feeling an der Ems

 

The Holmes brothers

 

Sherman und Wendell Holmes, dass sind zusammen mit Freund Popsy Dixon die verantwortlichen für die Gründung der US Blues-Soul-Gospel-R&B Band The Holmes brothers, im Jahre 1979.  Und das ist gut so. Denn was die drei Jungs für tiefgründige, emotionale und rythmusbetonte Songs hervorbringen sucht seines Gleichen. Jedoch erlangten sie erst in den 1990` er Jahren, nachdem sie bei Peter Gabriels Label unterschrieben und von da an Auftritte und Plattenaufnahmen als Begleitmusiker mit Größen wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, Patti Smith, Williw Nelson oder Keith Richards absolvierten, ihre verdiente Annerkennung.  „Reife“ Musiker, insbesondere schwarze Blueser, wirken schon auf Grund ihrer Ausstrahlung authentisch und man erwartet automatisch schleppenden, ehrlichen Blues, geboren auf den Baumwollfeldern Amerikas, getragen in die großen Städte, dort weiterentwickelt zum Rhythmen & Blues. Wenn man dann noch eine Prise Soul, Country und Gospel einstreut  kommt genau jener Sound dabei heraus den genannte Herren so Perfekt beherrschen.

 

Im Herbst 2014 führte ihr Weg ins beschauliche Emsland, wo genannte Combo im Rock&Blues Gasthof „Grüner Jäger“ auftrat. Jenes Lokal war mir natürlich nicht unbekannt, nachdem ich zwei Jahre zuvor die amerikanische Singer/Songwriterin Sarah Lee Guthrie hier bereits erleben durfte. Seine Behaglichkeit und Freundlichkeit hat sich der „Jäger“ selbstverständlich erhalten und man kehrt immer wieder gerne hierhin zurück. Das ist nicht zuletzt der Verdienst von „Rockchef“ Seppl und seinem sympathischen Jäger Team, die alles geben damit der geneigte Gast sich hier auch wirklich wohlfühlt. Außerdem herrscht hier eine meiner Meinung nach absolut gemütliche Wohnzimmer Atmosphäre bei den Konzerten, denn ein kleiner Teil des Hauptraums wir kurzerhand zur Bühne umfungiert, sodass das Publikum dem Künstler quasi Auge in Auge gegenüber steht. So etwas gibt es sonst nirgendwo !

 

Meine Eintrittskarte wurde freundlicherweise an der Abendkasse reserviert, und so traf ich an besagten Oktobertag gegen 18 Uhr am Veranstaltungsort ein. Jahreszeitzeitgerecht schmückte Mutter Natur die umliegende Vegetation entsprechend herbstlich, die Luft war ebenso getränkt, es herrschte eine entspannte Atmosphäre. Entspannt erhoffte ich mir auch den heutigen Abend, lockern Rhythmen & Blues, gepaart mit Soul und Country. Im Gepäck hatte ich ihr 1990` er Album „In the spirit“, welches mir besonders gefällt und sich mit einer kleinen Widmung sicher gut machen würde! Es war die Nacht vor der Zeitumstellung und draußen setzte bereits die Abenddämmerung ein .

Im Inneren war gerade der Aufbau des Gerätschaften im Gange, welchen die betagten Herren übrigens noch selbst erledigten, Respekt! Ich hatte die Gelegenheit die Aktivitäten zu verfolgen und erfreute mich der Tatsache dass die Herren Holmes und Dixon gleich von Anfang an sehr freundlich und Kommunikativ waren. So dauerte es auch nicht lange bis ich meine gewünschten Autogramme auf der Plattenhülle verewigt bekam und war mehr als glücklich darüber. Mit Freuden nahm ihrerseits man zur Kenntnis dass ich noch eine Vinylausgabe ihres Schaffens besaß, da sie selbst nur Silberlinge an jenem Abend vertrieben. Es wurden Instrumente gestimmt und Feinheiten abgestimmt.

Die New Yorker Musiker stimmten ein paar Stücke bei einem Soundcheck an, die mich gleich entflammen. Was sollte das erst im Konzert geben? Es klang hier bereits fantastisch, ich war mehr als gespannt! Es sollte dann aber eine ganze Weile dauern (es wurde 21 Uhr), bis die Herrschaften ihren Arbeitsplatz betraten und das Publikum begeistern wollten. Der Grund lag auf der Hand; Bei einem kleinen Streifzug durch den Jäger sah ich die Musiker zu Tisch, man gönnte sich große Teller mit Spareribs und Pommes, schließlich wollte man für den anstehenden Auftritt gestärkt sein. Immerhin lauten die Geburtenjahre der Künstler 1939, 1942 und 1943. Da sei ihnen jede Stärkung gegönnt, denn so ein Auftritt kostet Kraft.

 

Endlich war es soweit. Alle Bedenken bezüglich ihrer Kräfte waren zunächst Makulatur. Man spielte kraftvollen, ungezierten Rythmen&Blues der das Publikum sofort in seinen Bann zog. Es brauchte nicht einen Song um sich vor den Gästen zu profilieren, im Gegenteil; Hier erlebte man von Beginn an die Wurzeln des Blues, dargeboten von Musikern die jene Ursprünge weiter geführt haben, sie leben, sie verinnerlicht haben, Teil von ihnen sind. Es hatte etwas Magisches. Selten erlebte ich eine solch authentische Kulisse wie an jenem Abend im Grünen Jäger. Wendell Holmes beherrschte seine Fender in Vollendung, entlockte ihr bluesige Klänge, treibende Licks und Rock `n` roll. Sein Bruder Sherman überzeugte mit sauberen Basslinien und steuerte gelegentliche Gesangsparts bei. Trotz seiner 72 Lenze trieb Drummer Popsy Dixon den Rhythmus voran und begeisterte außerdem als Sänger. Wie hoch er noch mit seiner Stimme kam ist bemerkenswert,  überhaupt schien er mir noch der agilste der die Künstler zu sein.

Ihr Repertoire erstreckte sich durch sämtliche Schaffensphasen ihrer Karriere, aber auch vor Coverversionen scheuten sie sich nicht. Jeder Song war ein Geschenk. Auch wenn man Sherman Holmes wohl am ehesten sein Alter anmerkte, spielte er astreine Bassläufe mit starken, verzerrungsfreien Tiefen. Tiefe Furchen und geschwollene Augenlieder erzählen die Geschichte des Blues, zeugen von gelebten und überlieferten Traditionales, der Mann ist Blues !

Höhepunkt im ersten Set war sicherlich das Jim Reeves Cover „He`ll have to go“. Es war ein wahrer Gänsehaut Moment. Ihre Fassung ging schlichtweg unter die Haut, das Publikum dankte es ihnen mit kräftigen Beifallsbekundungen. Ich war sehr gerührt, die Ballade prägte sich unauslöschlich in mir ein.

 

Die Pause nutze man zum Autogramme schreiben oder entspannen bei einem Gläschem Weinbrand, alles auf der Bühne, alles hautnah. Fantastisch!

Ich nutze die Unterbrechung um etwas frische Luft zu schnappen und schaute mir das Szenario durch die Scheibe an.

Man merkte den grandiosen Künstlern doch hin- und wieder an dass sie mir ihrer Kondition zu kämpfen hatten, schließlich waren sie nicht mehr die jüngsten und steckten alle Kraftreserven in ihre Performance. Nichtsdestotrotz startete man genauso energiegeladen in das zweite Set wie zum Auftakt, Fans und Gäste spendeten reichlich mentale Energie. 3 Songs absolvierte Wendell Holmes am Flügel, begleitete sich selber mit Gesang und genoss den Zuspruch der Besucher. Drumme Popsy hingegen übernahm das Mikro und gab indes 3 Stücke als Leadsänger zum Besten. Ihr im Soul verwurzelten Gesangsstil blieb wie ihre Musik trotz Gospel und Countryanleihen im großen Blues-Idiom, wenngleich ihnen der Stilmix hervorragend gelang. Mit elementarer Hingabe tauchten sie immer tiefer ins Bluesdelta ein, beigeisterten mit harmonischem Satzgesang, Gefühl und Leidenschaft.

Anschließend hing sich Wendell wieder seine Stromgitarre um und man spielte „Drivin` in the drivin` rain“, ein Stück aus ihrem dato aktuellen Album.

Der Zugabenteil (man ging gar nicht erst von der Bühne), heizte die ganze Atmosphäre dann noch mal auf, ich kam mir vor wie in einem Jazzlokal irgendwo in South Carolina. Die Jungs hatten es einfach drauf. Es sollte dann aber doch die Kräfte sein, die sie zum Ende zwangen. Das Publikum forderte lautstark eine erneute Zugabe, doch die drei Musiker sahen sich nur erschöpft an, suchten nach Lösungen. Sie hatten alles gegeben, keiner würde es ihnen verübeln nun nicht mehr zu spielen.

Schließlich fasste sich Popsy ein Herz, ging ans Mikrofon, und erklärte den Anwesenden dass es ihnen körperlich nicht mehr möglich sei noch einen weiteren Song zu spielen, bat um Verständnis. Die Antwort der Jäger Besucher war exemplarisch, verständnisvoller Beifall und viel Dankbarkeit. Jene Art tiefes Verständnis für den Blues sucht heut zu Tage seines Gleichen. Die Art wie sie ihre Songs interpretieren, konform mit den Wurzeln des Genres ist beispielgebend. Gott segne Popsy, Wendell und Sherman, ihr tragt die Tradition weiter.

 

Ein Dank meinerseits geht auch noch mal an den Rock&Blues Gasthof „Grüner Jäger“, von dem die Holmes brothers am Ende ihrer Vorstellung sagten: „The best place we ever played“!

Zum Schluss möchte ich nicht unerwähnt lassen Hille und Gerd zu nennen, jenes sympathische Pärchen dass ich an diesem Abend im „Jäger“ kennenlernte. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und verfolgten das Konzert zusammen. Wie versprochen hab ich euch hier nun „verewigt" ;-) 

 

Ich hoffe auf ein baldiges Widersehen!

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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