in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

       Warren Haynes -                                        Der Prinzipal zu Gast in Berlin 

Ehrlichkeit ist ein einsames Wort geworden in unserer gegenwärtigen Zeit. Leider. Umso wichtiger ist es dass es immer noch noch Künstler gibt, die sich dieses Wort ganz groß auf die Fahne schreiben, ohne jedoch damit hausieren zu gehen, nein, sie leben es. Und das spiegelt sich natürlich auch in ihrer Musik wieder. Einer der es am besten versteht und umsetzt ist zweifelsfrei Warren Haynes. Der Frontman der amerikanischen Jam/Southernrock-Band Gov` t Mule  ist für mich die ehrliste musikalische Haut die auf unserem Planeten zu finden ist. Jemand dem du alles anvertrauen würdest und der dir zuhört.

 

Berlin; Eine Stadt mit Geschichte, eine Stadt im gegenwärtigen politischen Brennpunkt. Aber auch eine Stadt der Menschen, des pulsierenden Lebens, eine Stadt im Mittelpunkt. Nicht umsonst suchen sich viele Künstler die Metropole als Auftrittsort auf, und sei es nur um eine Botschaft zu vermitteln. Gespannte Erwartung brodelte bereits seit Wochen in mir. Berlin ist im Spätherbst 2015 ein essentieller Fleck musikalischen Schaffens auf höchstem Niveau. Nachdem Warren Haynes bereits dass, für mich, Album des Jahres, "Ashes&dust", im Sommer 2015 veröffentlichte, war die Gespanntheit umso größer jenes Werk nun  live dargeboten zu bekommen. Warren ist und bleibt einer der bodenständigsten authentischsten Künstler den Mutter Erde, sorry Mr. Dylan, je hervorgebracht hat, und seine Musik erleben zu dürfen ist und bleibt ein Geschenk!

 

Wir schreiben Sonntag den 08.11.2015, sonniges Spätherbstwetter lag schon früh über der Stadt und versprach uns einen goldigen Herbsttag. Mit der Ringbahn erreiche ich bequem von Wilmersdorf aus (ich übernachtete mit meiner Familie bei einer guten Freundin) dass Veranstaltungsgelände im Stadtteil Prenzlauer Berg, wo ich schon am frühen Nachmittag eintreffe, um möglichst viel von der Atmosphäre des bevorstehenden Ereignisses aufzunehmen. Das Veranstaltungsgelände war mir wohl bekannt, sah ich doch nur ein Jahr zuvor Molly Hatchet an selbiger Stelle. Berlin erstrahlte an diesem Novembertag in herbstlicher Kulisse, buntes Laub tanzt über den Innenhof der ehemaligen Brauerei, viele Menschen tummelten bereits sich in dem großen Komplex.

Schon von weitem sehe ich den Tourbus und mein Herz schaltet 2 Gänge höher. Sollte Warren schon vor Ort sein? Über einen Mitarbeiter erfuhr ich jedoch das dies nicht der Fall sei, und so nutzte ich die Zeit für einen ortsansässigen Gerstensaft und einer verdammt scharfen Currywurst als Stärkung. 6 - 7 "Hardcorefans" tummelten sich mittlerweile um den Bus, und gegen 17 Uhr rollte ein Taxi über das Hofgelände, hielt unmitelbar an dem schwarzen Doppeldecker. Es befand sich nur ein einziger Fahrgast im Inneren der Droschke: Warren Haynes! Die "Hardcoretraube" verlagerte sich nun um den Mercedes und Warren Haynes wurde freundlich begrüßt und erwartet. Geduldig kam er den Autogrammwünschen seiner Fans nach und gab geduldig Antworten auf die ihm gestellten Fragen. Etwas unglaubliches am Rande: Als er mitbekam dss einige Leute ohne Ticket waren (die Veranstaltung war seit Tagen ausverkauft), fragte er jene nach einem Zettel und schrieb kurzerhand deren Namen auf das Stück Papier, mit dem Versprechen, sich darum zu kümmern dass man noch in die Halle kommt. Wenn das mal kein Service ist, persönliche Fanbetreuung durch den Künstler selbst! Diese waren dann auch reichlich perplex und Dankbar.

Warren beim signieren. Ich hielt die Kamera einfach in die Luft, daher ist das Bild etwas unscharf.

Ich bereitete mich auf einen eher ruhigeren Abend vor, vorausgesetzt man würde das ganze Album spielen, aber der Bandleader machte gleich zu Anfang klar das wir heute eine Party feiern würden. Der Aufdruck "Teilbestuhlt" auf meinem Ticket sprach eine andere Sprache. Glücklicherweise erhaschte ich einen jener Stühle in der zweiten Reihe, zusammen mit zwei Kumpels, die extra aus dem Ruhrgebiet angereist waren. Um es kurz zu machen, es war mal wieder gigantisch. Der Auftritt entwickelte sich tasächlich stimmungsmäßig zu einer Party, spielte man doch nur 4 Stücke des aktuellen Longplayers. Dazwischen wurde gecovert, gejammt und gefeiert. Die Eröffnungsnummer war "Is it me or you" vom Album "Ashes&dust", und zugleich ging ein Ruck durch meinen Wuchs, sprang der Funke unmittelbar auf das Publikum über. Das Kesselhaus war das perfekte Ambiente in Bezug auf Größe, Aufteilung und Beleuchtung.

Warrens Begleitmusiker waren übrigens nicht die amerikanosche Band Railroad earth, mit jenen Mannen er die Platte "Ashes&dust" aufgenommen hatte, sondern wechelnde Künstler, die ihn auf seiner Tour unterstützen. Sie alle verstanden ihr Handwerk hervorragend und es bot sich  eine tolle akustische Kulisse im Kesselhaus. Gleich als dritten Song haute man ein Dylan Cover raus, "One more cup of coffee (valley below)", die Meute war begeistert. Es folgte mit "Instrumental illness" von den Allman brothers ein sagenhaftes Instrumentalstück in jenem kräftig gejammt wurde und welches gefühlt zeitlich an das Original reichte, so um die 12 Minuten. Hauptstimmen waren nebens Warrens 6-saitiger ein Banjo, eine Geige, wechselnd Bass oder Kontrabass und verschieden andere Zupfinstrumente. Nicht zu vergessen die tasdellose Arbeit des Drummers, der den Rythmus aufrecht hielt. Fantastisch!! Es folgte das wunderschöne "Company man", und mit "Blue sky" erneut ein Allman Stück. Der Prinzipal steht derweil unerschütterlich zwischen seinen Musikern und ist jederzeit in der Lage dich an einen anderen Ort zu transportieren, fernab weltlicher unsinniger Probleme, in ein Reich wo Frieden und Rock `n` roll herrscht!

Warren begegnet jener Art von Rootsmusik mit dem nötigen Respekt und verleiht ihr die musiklaische Tiefe die sie so authentisch macht. Oberflächlichkeiten sind hier fehl am Platz. Aber darüber waren sich alle Anwesenden bewusst, deswegen waren wir hier. Süffiges Americana mit folkigem Charakter, dazwischen Allman Jams und grandiose Cover, mir fehlten die Worte. Längst war ich erneut abgetaucht in höhere Sphären, geleitet von Warrens Gitarrenspiel, fernab von Berlin.....

 

Es wurde in einem Set durchgespielt, bis auf das obligatorische Schlagzeugsolo gönnte man sich keine Pause. Mit "No celebration" gab es Gov` t Mule zum Besten, und mit "Skin it beat" ein Little feat Cover, WAHNSINN! Kleiner Höhepunkt aber sicherlich eine überraschende Version von Radioheads "Karma police", das ich so gar nicht auf der Rechnung hatte. Radiohead ist nicht zwingend mein Fall, überraschte das Stück im Gewand der vor mir spielenden Band mit unglaublichem Tiefgang, Wärme und Austrahlung. Zur Encore gab es dann kein Halten mehr. Der Überhit "Jessica" (Allman brohers band) wurde angespielt, nachdem ein Zuschauer jenes lauthals forderte. Ob es nun Zufall war oder nicht (persönliche rechnete ich mit dem "Klassiker" bei Warrens Konzerten, "Soulshine"), die ersten Klänge erreichten gerade unsere Ohren, da sprang die gesamte Teilbestuhlung von ihren Sitzgelegenheiten und es wurde getanzt, gerockt, gefeiert, ein absolut perfektes Finale!

Was bleibt ist mal wieder tiefe Dankbarkeit, große musikalische Befriedigung und die Hoffnung auf dass Erreichen seiner Botschaft an den so wichtigen, richtigen Stellen. Aber bei der gegenwärtigen praktizierten Staatskunst habe ich da wenig Hoffnung. Wir jedoch haben Verstanden und tragen die Kunde hinaus.

 

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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