in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Peter Rüchel †

(09.03.1937 - 20.02.2019)

Der am 09.03.1937 in Berlin geborene Musikjournalist/Autor und Produzent wuchs im Westen der Stadt auf und studierte nach dem Abitur Germanistik und Philosophie. Nach einem Auslandsjahr in den U.S.A. und dem Abi bekam er eine Anstellung bei Sender Freies Berlin, bevor er 1970 vom ZDF entdeckt wurde und dort die Jugendsendung „Direkt“ bekam. 4 Jahre später dann der Wechsel zum WDR, wo er die Leitung des Jugendprogramms übernahm. Zusammen mit Christian Wagner entwickelte Peter Rüchel die Idee einer reinen Musiksendung für das WDR, die zunächst in verschiedenen Locations aufgezeichnet wurden, und ab Juli 1977 regelmäßig ihren Weg auf die Bühne der Essener Grugahalle fanden, und somit ins Live-Fernsehen. Doch zunächst musste Rüchel den Rock n roll erst „lernen“, von dem er, nach eigener Aussage, nicht viel Ahnung hatte. Da half auch nichts, dass sein Vater musikalisch veranlagt war, der vor dem 2. Weltkrieg im Rüchel-Quartett musizierte. Zusammen mit Regisseur Wagner lernte und entwickelte Peter Rüchel das richtige Musikverständnis und erarbeitete mit ihm das Konzept des Rockpalast Formats. Quasi eine Weiterentwicklung des Beat Clubs, welches die erste Musiksendung im deutschen TV war, seinerseits produziert von Radio Bremen (1965 – 1972). Endlich gab es mit dem Rockpalast ein Musikformat im deutschen Fernsehen, das nichts mit dem Hitparadengedudel von Dieter Thomas Heck zu tun hatte, die sich um handfesten Rock n roll drehte, den wir von unserem Plattenteller kannten, mit dem wir aufwuchsen. Ob Rory Gallagher, ZZ Top, Van Morrison, The Who, Gianna Nannini, BAP, Peter Gabriel, oder Patti Smith. Peter rief, sie kamen. Und feierten legendäre Rocknächte in Essen, die nicht selten bis in die frühen Morgenstunden gingen und für manch einen das Sprungbrett für Europa waren, im Falle von ZZ Top zum Beispiel. Bis auf seinen größten Wunsch, Bruce Springsteen, konnte er sie alle in die Ruhrmetroplole locken. 1986 war dann mangels Einschaltquoten und der zu dieser Zeit nicht mehr treffenden Künstlerwahl vorerst Ende mit dem Rockpalast, dessen Konzept Rüchel 1995 in anderer Form aber wieder aufnahm. Emotionaler Höhepunkt war sicherlich der Auftritt von BAP in der Nacht vom 15. auf den 16.03.1986 als allerletzte Band im Rahmen des Rockpalastes überhaupt in Essen, bei welchem Frontmann Wolfgang Niedecken Peter Rüchel auf die Bühne holte und man zusammen den Refrain von „Verdamp lang her“ sang….

 

9 Jahre später dann wie erwähnt die Wiederaufnahme mit anderem Konzept. Rüchel veranstaltete nun erfolgreich Open air Festivals auf der Loreley. Im Jahr 2003 verabschiedete er sich in den „Ruhestand“, blieb aber bis ins hohe Alter dem Rockpalast ergeben, verwaltete z.B. als Herausbegeber die Rockpalast DVD Reihe, und blieb jenem Format weiter als Berater treu. Regelmäßig ging er zudem auf Clubtour und referierte im Rahmen von diversen Leseveranstaltungen über seine aktiven Rockpalastjahre, schilderte Anekdoten von und mit diversen Musikern und beantwortete geduldig die Fragen der Anwesenden. Ein Konzept oder großartige Notizen/Gedächtnisstützen brauchte er dafür nicht. Peter Rüchel war trotz seiner „Bejahrtheit“ bei vollem geistigen Bewusstsein und zeichnete sich durch Scharfsinn, Witz und musikalischer Urteilskraft aus. Er war außerdem Verfasser der beiden Druckwerke „Das Rockpalast Buch – Die ersten sieben Jahre“ (1983), und „Rockpalast“ (2009).

 

Peter Rüchel lebte mit seiner Familie bis zuletzt in Leverkusen und war „Dauergast“ im hiesigen Bluesclub Topos. Ein Stuhl mit einem handgeschriebenem Zettel "Peter", war dort extra für ihn immer vor der Bühne reserviert, wenn ernicht als Redner, sondern als Gast zugegen war.

 

„Jetzt bist du der Wind, der oben an der Küste weht, oder ein Baum der ewig und drei Tage lebt“ lautet eine Textzeile einer Kölner Mundart Band.

 

Sein Platz im Bluesclub bleibt nun leer, in unseren Herzen jedoch wird er einen großen Raum füllen.

 

R.I.P. †

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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© Frank Klitzing