in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

              Dave Warmerdam Band - Play

VÖ: 20.12.2019                                     PHOTO BY: www.DaveWarmerdam.nl

Label: Vertrieb über www.groovetown.nl.

Producer: Dave Warmerdam

Aus Holland kommt bekanntlich nicht nur exzellenter Käse und „jamaikanische Wolle“, sondern vor allem hervorragende Bluesmusiker und Bands, die sich in der europäischen Blues-Szene längst etabliert habe. Allen voran mag hier Julian Sas genannt sein, der mit seiner Julian Sas Band bereits über Jahrzehnte, gerade auch in Deutschland, sehr erfolgreich ist. In 2019 ist nun der nächste Stern am Bluesfirmament aufgegangen und verspricht Vielversprechendes; Die Dave Warmerdam Band. Bereits nach über 2 Jahren aktiver Live-Tätigkeit, vornehmlich in Holland, Belgien und bald auch in Deutschland, haben sich die 5 jungen Musiker einen festen Namen in der Szene gemacht. Zunächst ohne Solistin im ersten Jahr, gesellte sich in 2018 eine junge Sängerin zur Band, welche ihnen den entscheidenen Durchbruch bescherte. Ihr Lohn: Gewinner der Dutch Blues Challenge 2019! Denn mit der dato erst 20-jährigen Janne Timmer hat die Band eine ausdruckstarke, vokale Handhabe gefunden, deren charakteristische Klangfarbe ihrer Stimme niemanden unberührt lässt. Die Dave Warmerdam Band, dass sind Frontmann und Namensgeber Dave Warmerdam (hammond/vocals), Sängerin Janne Timmer, Sonny Ray van den Berg (guitar), Lars Hoogland (bass) und Rick van de Voort (drums).

 

Live vor Studiopublikum aufgenommen am 24.11.2019 in den Studios des JJ Musik House in Zoetermeer/Holland, und am 20.12.2019 offiziell erschienen, begeistert „Play“ seitdem ihre noch recht überschaubare Anhängerschaft. Jenes dürfte sich jedoch, gemessen an der nun vorliegenden CD, sehr bald ändern. Zu beziehen ist die Scheibe über ihr Vertriebslabel www.groovetown.nl.

 

Zugegeben; Titel wie „Where the fuck is my truck“ oder „Daddy why don`t you teach me how to play the blues“, sind ungewöhnlich und machen alleine des Namens wegen schon neugierig. Ob Dave Warmerdam und seine Band auch musikalisch halten können was solch ausgefallene Benennungen versprechen, gilt es im Folgenden festzustellen.

Der pianogetränkte Opener “Where the fuck is my truck“ ist dann gleich einer jener originellen Titel, und mit 2:22 Minuten zugleich der kürzeste des gesamten Silberlings.

 Janne Timmer geht hier auf die Suche nach ihrem Pickup Truck, den Schlüssel noch in der Hose, benebelt vom Whiskey, sicher nicht ohne Ironie, und die hört man dem Gute-Laune Titel auch an. Die anwesenden Fans im Studio bezeugen jenes im Hintergrund durch ihren Einsatz als viel versprechenden Background Chorus. Nach der lockeren Eröffnungsnummer, beweist die Dave Warmerdam Band jedoch bereits in „Daddy why don`t you teach me how to play the blues“, dass sie eine durchaus ernstzunehmende, authentische niederländische Bluesband ist. Die 08:50 Minuten lange, jazzorientierte Nummer zeugt definitiv vom blauen Gefühl. Zum ersten Mal kristallisiert sich hier Timmers stimmliche Klangfarbe als sehr überzeugend und zweifelsohne Konkurrenzfähig heraus. Die Phase „lehre mich den Blues zu spielen“ haben Dave Warmerdam und seine Band sicherlich längst hinter sich gelassen, denn sie zelebrieren ihn auf „Play“ bereits außergewöhnlich. Der Wohlklang der Hammond-Orgel zu Beginn von „Tears ain`t  fun“ bildet zusammen mit dem Rhythmusgerüst von Drummer Rick Van de Voort und Bassist Lars Hoogland die solide Songstruktur der gefälligen Midtempo-Nummer, welche Janne mit ihren Vocals abermals veredelt.

Dave Warmerdam am Korg Synthesizer/E-Piano.

Der erste wirkliche Höhepunkt auf „Play“ ist die Pianogetragene, herzerwärmende Ballade „Tennessee Whiskey“. Im Original 1981 von David Allan Coe eingesungen (Songwriter waren Dean Dillon und Linda Hargrove), stellt die Band hier demonstrativ ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Janne`s stimmliche Harmonik, die tief unter die Haut geht, entfaltet im Verlauf des Songs ihre wahre Größe. Ich scheue mich nach gehörtem wahrlich nicht hier Billie Holiday als Referenz zu nennen. Dave Warmerdams  Begleitgesang, und/aber vor allem der unglaubliche, absolut grandiose Sound seiner Hammond-Orgel, geben„Tennessee Whiskey“ die entscheidende Würze. Mit 08:56 Minuten hat der Song eine beachtliche Ausdehnung und verlangt definitiv nach der Repeat-Taste! Und die Band kommt tatsächlich aus unserem Nachbarland? Unglaublich….

Die stimmgewaltige Janne Timmer in "Tennesse Whiskey".

Das jazzangehauchte, von Aretha Franklin stammende „Sweet lover“ aus dem Jahr 1960, vereint in der Version der Dave Warmerdam Band, Piano, Gitarre, Perkussionen und Hammond, wobei auch hier Timmers Stimme federführend bleibt und sie beweist, dass sie auch die höheren Töne mühelos beherrscht. Wüsste man nicht um ihr Alter, würde man sie in einer Bar eines hiesigen Bluesclubs in New York vermuten, wo sie grad unter großen Beifallsbekundungen des Publikums ihre verdiente Anerkennung erntet. Fantastisch, Janne, Fantastisch! „Our fire still burns on“ knüpft thematisch an das Szenarium Liebe an und lässt den Rezensenten erneut an des Sängerin Altersangabe zweifeln. Wie mag sich Janne Timmer erst in 10, 15 Jahren anhören? Und wieder schwirrt mir Billie Holiday durch den Kopf. Ganz besonders hervorzuheben ist in „Our fire still burns on“ aber vor allem die unglaubliche Spielweise des jungen Gitarristen Sonny Ray van den Berg. Fantastische Solis rotzt und schmettert er hier zu dem fast neunminütigem Song bei, dass du dich einer Gänsehaut nicht erwähren kannst. Seine Stromgitarre scheint Funken zu sprühen, so vermitteln es mir jedenfalls meine beiden bis zum Anschlag aufgedrehten Magnat Monitor Supreme 2002. Lautstarke Zwischenrufe und Beifall der bei den Aufnahmen anwesenden Studiogäste bestätigen meine Gedanken. Aber auch die leisen, 6-saitigen Passagen in jenem Song, meistert Sonny bravourös. Jason Barwick und Gefolge dürften sich warm anziehen in naher Zukunft. Ray zeigt durch seine druckvolle, authentische Spielart, dass ihn jeder europäische Bluesgitarrist zukünftig auf der Rechnung haben sollte. Julian Sas hat gerade seinen Erben gefunden. Congratulation,

Sonny Ray! „Our fire still burns on“ ist definitiv  Höhepunkt Nr. 2 auf „Play“. Jubelnde Fans im Studio unterstreichen jenes lautstark. Ein akustischer Taumel aus Emotionen……

Der 24-jährige Sonny Ray van den Berg mit unfassbaren Gitarrenläufen in

"Our fire still burns on".

Rick Van de Voort am Schlagwerk.

Das akustische „The mirrored mask“ bietet dir dann die Möglichkeit der Erdung, nachdem dich „Our fire still burns“  für kurze Zeit fernab dieses blauen Planeten gebracht hat. Das Raum-Zeit-Kontinum ist wiederhergestellt, und wir lauschen wohltuenden, auditiven Klängen. Rein stromlose Titel haben die Eigenschaft den Sänger/die Sänger zu “entlarven“. Keine Effektgeräte, die deine Stimme „polieren“, keine digitale Nachbearbeitung am PC oder sonstiges. Hier zeigt sich wer wirklich singen kann, und wer nicht. Ob Janne Timmer diesen „Test“ bestanden hat verbietet sich selbstverständlich nach vorherigen Lobhuldigungen ob ihrer Stimme, zu erläutern.  Die Frau hat es einfach drauf, und überzeugt in „The mirrored mask“ abermals brillant. „Mean man“ versetzt dich in ein Honkytonk Lokal, du bestellst gutgelaunt gerade fußwippend den nächsten Bourbone. Hier werden die Studiogäste auch aktiv als Background eingesetzt. Eine Gefühl für die Ewigkeit…..

 

Hoch emotional (und hier komme ich dann auf Janne Timmers genannte Referenz zurück), wird es denn noch mal in dem Billie Holiday Klassiker „Strange fruit“. Man kennt bekanntlich viele Versionen dieses Titels, eine der besten und professionellsten ist vielleicht die von

Beth Hart, gemeinsam mit Joe Bonamassa, auf ihrem gemeinsamen Album „Seesaw“. Und genau hier liegt der sprichwörtliche Hase im Pfeffer. Es ist professionell, besser also eigentlich nicht einzuspielen. Die Dave Warmerdam Band bringt aber nun eine andere Note ein, und genau die macht den entscheidenden Unterschied aus; Authentizität. Denn auch wenn die Hart/Bonamassa Nummer eine der besten ist, so fehlt ihr etwas ganz entscheidendes in ihrer Professionalität; Schmerz. Denn der Schmerz ist genau das, was jenen Song so auszeichnet. Ausgehend von der Gesangslage der interpretierenden Künstlerin sowie von der Art der Spielweise des jeweiligen Gitarristen. Und genau jenes setzt die Dave Warmerdam Band hier grandios um. Mit einer fast schon schmerzhaften Eindringlichkeit, wie sie in anderen Interpretationen nur selten erreicht wird, präsentiert Janne TimmerStrange fruit“ wie eine Grande Dame, die jenen Schmerz, der aus dem Song und dem Text spricht, leibhaftig erlebt hat. Noch mal zu Erinnerung, 20 Lenze zählte die junge Frau zum Zeitpunkt der Aufnahme! Diesmal ist es nicht die Repeat-Taste, welche ich betätige, sondern die Pause-Taste. 5 Minuten durchatmen sollten erlaubt sein. Erneut eine überragende Interpretation eines Titels, an dem man normalerweise mit höchster Ehrfurcht herangeht.

Bravo, Janne !

Die Dave Warmerdam Band im Studio zu ihrer ersten CD Aufnahme, "Play".

Proud Mary“ ist eine weitere Coverversion und in ihrer hier vorgetragener Art mal ganz anders als altbekanntes. Die eigenwillige Anschauungsweise der Band zu „Proud Mary“ verleiht dem Creedence Clearwater Revival Titel eine ganz eigene Note. Nach rund 3 Minuten wechselt man von Andante nach Allegro furioso und mündet schließlich, begleitet von Piano und überragenden Gitarrenlicks, in Presto. Die Fans danken es der Band durch stürmische Beifallsbekundungen. „Thank you well“, die Reaktion von Janne Timmer, so „routiniert“, als ob sie gerade nichts besonders geleistet gerade. Nicht so schüchtern Mädchen. Du bist fantastisch! Der längste Titel auf „Play“ hat mit 10:17 schon fast Jam-Charakter; „I won`t complain“. Abermals geprägt vor allem von der Methodik Sunny Ray van den Berg`s auf seinem Arbeitsgerät und den kontinuierlichen Basslinien Lars Hoogland gepaart mit Rick van de Voorts Schlagwerk, beweist die Band, dass sie eine durchaus gewachsene Truppe ist, mit der man zukünftig rechen darf. Alleine die ersten 2 Minuten des Tracks beweisen sich als „Allman Brothers tauglich“ und versetzten des Rezensenten erneut in Verzücken. Der Ausklang ist dann nochmal "Allman-Pur", fantastisch !!

 

Der letzte Titel des Albums ist dann auch Namensgeber der CD und bindet, zu deren Erfreuen, erneut das Mitwirken der Fans im Studio ein. „Play“ ist eine der wenigen schnelleren Nummern des Silberlings, und biete der Band die Möglichkeit sich noch mal richtig auszutoben. Ob Tasteninstrumente, Drumset, aber der vor allem anfangs kräftige Basslauf geht gleich unter die Haut und lässt dich nicht still sitzen. Über Janne`s Timbre braucht an dieser Stelle wohl nichts mehr gesagt zu werden. Sie wird definitiv eine der ganz Großen!

Der noch fast teeniehaft wirkende Lars Hoogland ist mit seinen gerade mal 20 Jahren bereits ein ernstzunehmender Musiker und spielt authentisch/professionelle Bassläufe.

Fazit:

Über die musikalisch/künstlerische Qualität der Dave Warmerdam Band zu disputieren, wäre resultatlos, denn an der Fähigkeit der Band besteht kein Zweifel. Im Gegenteil; Die

Dave Warmerdam Band wird ihren Siegeszug in Holland und sehr bald auch in Europa fortsetzen und sich alsbald an der Spitze internationaler Bluesrockbands positionieren. Berücksichtigt man das Alter der einzelnen Musiker (19-24 Jahre) steckt noch eine Menge positives Potenzial in der Band. Mit „Play“ haben sie aber zunächst ein aufhorchendes, akustisches Statement gesetzt, welches ihnen in Europa mit Sicherheit mehr Aufmerksamkeit zuteil werden lässt.

 

Am 21.03. Mai spielt die Dave Warmerdam Band ihr erstes Deutschlandkonzert 2020 in Joldelund, und am 29.05. dann in Köln, im Yardclub. Don`t miss !!

 

 

 

rockfrank

 

 

ALL STUDIO PHOTOS BY: Gerwin  J.

Kommentare

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  • Inge Korthaus (Sonntag, 26. Januar 2020 23:21)

    This CD is incredibly, beautiful ❤️ music, the voice from Janne is brilliant.

  • Gerhard Harder (Freitag, 24. Januar 2020 15:15)

    Ich bin in Joldelund dabei.
    Rock On!!!

Merkel is a funny old thing.

Pete Townshend

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

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Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

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Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

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Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

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Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

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Muddy Waters

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