in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Gov`t Mule High & mighty

 

Frühjahr 2014; Das musikalische Jahr begann aus privaten Gründen etwas später für mich, dafür aber umso intensiver. Neuer Plattenspieler, neuer Wohnraum, neue Scheiben. Meine erste Platte des Monats soll daher auch richtig krachen, ich hab Bock auf Rock `n` roll! Österliche Feiertagsambitionen abgeschüttelt drehen wir den Hifi-Turm heute mal richtig auf. Trotz genannten neuen „Equipments“ bemühe ich für folgende Rezession meinen guten alten CD-Player, denn noch sind nicht alle Komponenten aufeinander abgestimmt und justiert.

 

Gov` t Mule, eine der unglaublichsten, kreativsten und bodenständigsten Bands des Universum soll mir heuer den Tag versüßen. Was haben die Mannen um Frontmann Warren Haynes nicht alles schon in die Rille gepresst, unglaubliche geile Jamstücke, Bluesrock, Soul und Einflüsse aus allen möglichen Genres. Nicht zu vergessen ihre unnachahmlichen Coverversionen, die besser nicht sein können und tief unter die Haut gehen. Ich liebe diese Band, zweifelsohne. Von den Livequalitäten will ich heute gar nicht sprechen, Seitenweise Speicherplatz würde meine hompage dafür „auffressen“…….

 

Ein Meisterwerk, ein Statement in Sachen Rock `n` roll aus dem Jahr 2009 will ich euch nun näher bringen, an dieser Scheibe kommt man definitiv nicht vorbei; „High & mighty“.

 

Den Lautstärkelevel angemessen angehoben, ein kühles Blondes in der Hand, ich drücke die Taste „Play“ auf meiner Fernbedienung. „Mr. High & mighty“, rumms! Es haut mich fast um. Ein Boogierockstampfer ersten Ranges, wie er auch aus der Feder eines jungen Herrn Malcom Young hätten springen können, fordern die Klanggeber gleich zu Beginn zu einem Duell heraus. Ich dreh am Rad, wie geil ist das denn??! Lange nicht gehört hält es mich keine Sekunde auf dem Hocker, begeistert schnappe ich mir meine Luftgitarre und mische heftig mit. Warrens Stimme setzt ein und jagt mir einen Schauer durch Mark und Bein. Unglaublich intensiv, von irgendwo ganz unten, keine Ahnung wie er das macht. Eines muss man der profilgeprägte Persönlichkeit lassen; Bodenhaftigkeit. Irgendwie bewegt er sich in seinem eigenem (Rock `n` roll)-Orbit, arbeitet teilweise in mehreren Bands gleichzeitig und findet auch noch Zeit für Soloprojekte, unglaublich - ein Workaholic! Fernab des Mainstreams produziert er mit seinen Mannen Album für Album, Meilensteine im Rock `n` roll Pantheon, und ihre alljährlichen Halloweenkonzerte in New York sind legendär! Doch zurück zum Silberling. Über xx erstreckt sich der opener, der es wahrhaft in sich hat. Des Bandleaders unverkennbare Gitarre schlägt unglaubliche Kerben in den Song. Schlackenfreier Rock `n ` roll, ganz klar. Intensiv geht es in „Brand new angel“ weiter, einen meiner absoluten Favoriten der Combo, und auch live immer wieder gerne gespielt. Der Groove des Stückes ist wirklich fantastisch. Im Zusammenspiel mit Warrens "kreischender" Gitarre und seinem Stimmorgan muss man den Track einfach lieben…….

 

Das erste Bier ist schneller leer als mir lieb ist, aber die Musik schreit nach Party!

 

„So weak, so strong“ ist eine waschechte „Rockballade“, getragen von einem bewusst eingesetztem Schlagzeug (an der Schießbude sitzt Matt Abts) und Mr. Haynes Vokalvortrag. Das Stück ist sehr intensiv und einfühlsam, hat eine fantastische Grundstimmung und absolut überzeugende Phrasierungen -> Gänsehautfaktor. Knackig geht es in „Streamline woman“ weiter. Ein handfestes Riff eröffnet die Nummer. Warrens Intonation wirkt nun gepresst, will ihre Energie versprühen. Der schnelle Groove besorgt den Rest, die 6-saitige singt, das ist Rock `n` roll in allen Facetten! Das anschließende „ Child oft he earth“ ist dann noch eine Spur balladesker als „So weak, so strong“ und authentischer als jeder jemals erschienenen sogenannte „Kuschelrock-Song“, eine Rock `n` roll Ballade vom Feinsten, unglaublich ausgereift und charakteristisch.

 

„Like flies“, das Folgestück auf der Platte, fällt durch eine dunklere Grundstimmung auf, die Klangfarben wurden entsprechend angepasst, des Sängers Stimme wirkt verzerrt. Trifft musikalisch anfangs vielleicht nicht 100-prozentig meinen Geschmack, bei mehrmaligem und intensivem hören ist es aber doch ein klasse Stück. Man muss es nur auf sich wirken lassen. Experimentell wirkt dagegen „Unring the bell“. Ich höre entfernte Reggae Anklänge, Orgeltöne und anderes. Genüsslich kann man mit dem Fuß mitwippen und sich in die Welt der Klangvariationen entführen lassen. Warrens Saiteninstrument steht dabei immer im Vordergrund und bestimmt das Geschehen. Die letzten 3 - 4 Minuten des Tracks sind dann rein instrumental und interessant. Je länger der Song geht umso besser gefällt er mir komischerweise, wirkt geheimnisvoll, Klasse ! „Nothing again“ folgt dann als wunderbare slow-Nummer mit viel Tiefgang und leicht melancholischer Grundstimmung. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf des Frontmannes Gesangsleistung, welcher sich keiner entziehen kann. In der Mitte ein blendendes Gitarrensolo. Ich liebe diesen Song.

 

Längst ist die zweite Hopfenbrause Teil meiner Leber geworden, erwartungsvoll erklingt Track 9 - „Million miles from yesterday“. Dieser take hat wirklich alles was einen guten Rock `n` roll song in meinem Augen ausmacht; Groove, ein bisschen Honky Tonk Piano, Slidegitarre, Bass, Perkussionen, what ever - southernfeeling kommt hier ganz klar auf, das ist mein Ding. Mit nur 3:37 Minuten leider etwas zu kurz ausgefallen, da hätte man mehr draus machen können. Ansonsten aber top ! Etwas Unglaubliches baut sich anschließend in „Brighter days“ auf, es wird psychedelisch. 1:16 Minuten baut sich der Song langsam auf, bis der Groove explodiert. Der Song bricht aus, klasse! Spätestens hier greife ich wieder zu meiner imaginären, verzichte aufs stimmen und hämmere gleich drauf los. Ein unglaubliches Zusammenspiel aller eingesetzten Instrumente, das Stück ist mustergültig. Lässig kommt dagegen „Endless parade“ daher. Ich sitze plötzlich in einem alten amerikanischen Cabrio und fahre gedankenverloren über den Freeway Richtung Westen, so fühle ich mich jedenfalls. Nach 07:56 Minuten ist die Fahrt zu Ende, fluchs bin ich wieder im heimischen Auditorium und erfreu mich an gehörtem. Anspieltipp! Nein quatsch, jeder Song der Scheibe ist ein einziger Anspieltipp.

Zu Ende ist dann leider auch fast jene, sollten tatsächlich schon 11 Stücke vorbei sein…?! Es scheint so, die Zeit flog nur so dahin. Den Abschluss bildet ein reines Instrumentalstück Namens „3 string George“, welches wie eine lockere Jamsession der Protagonisten daherkommt, und es wahrscheinlich auch war. Die Jungs haben halt alles drauf.

 

Was bleibt mir zum Schluss noch zu sagen?! Mit "High & mighty" haben die 4 Musiker eine lupenreine Arbeit abgeliefert, wie eingangs schon erwähnt, ein Statement in Sachen Rock `n` roll. Hier fehlt es wirklich an nichts, kein auffallend schwaches Stück befindet sich auf der Platte. Hört einfach selbst was diese unglaublich kreative Band drauf hat und lasst euch berauschen von ihrem ansteckendem, ganz eigenem Sound. Ich drücke gleich nochmal auf „Play“……..

 

Rock `n` roll will never die! In diesem Sinne,

rockfrank

 

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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