in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Johnny Cash  - Koncert V Praze in Prague - live

Es ist ein tiefgründiges, emotionales und persönliches Album welches mich jener Tage im Frühjahr 2014 beschäftigte. Bruce Springsteen ist der Protagonist, das Album heißt „Nebraska“. Teile meiner Besprechung hatte ich auch schon zu Papier gebracht, als ich merkte dass jene Rezession über das Album viel intensiver, viel persönlicher werden sollte, als mir anfangs bewusst war, da es mein ganzes musikalisches Bewusstsein nachhaltig geprägt hat. Ich war einfach noch nicht soweit, wollte meine gesamten Wahrnehmungen, meine Gedankengänge hierzu nochmal aus einer anderen Betrachter weise werten. Aber wie sollte ich nun die entstandene Lücke füllen, die durch sie fehlende Besprechung nun aufgerissen wurde? Die Lösung sollte nicht lange auf sich warten lassen, denn fast zeitgleich entdeckte ich auf einem heimischen Flohmarkt eine ganz außergewöhnliche Schallplatte, die mir lange Zeit gar nicht bekannt war und auch in deutschen Landen zunächst nicht erhältlich war; Johnny Cash live in Prag (Koncert V Praze in Prague live). 1978 gab Johnny Cash ein Konzert in der tschechischen Hauptstadt, dessen Mitschnitt es lange Zeit nur in Tschechien, auf CBS zu erwerben gab, und somit eine gesuchte Scheibe im Rest der Welt. Als beherzter Fan griff ich natürlich sofort zu, inständig hoffend dass das Vinyl noch in einem einigermaßen guten Zustand war. Schon beim ersten durchhören war klar, dass jene Aufnahme mein „Lückenfüller“ sein wird. Das Live Album sollte mir die Zeit versüßen, die ich bis zur emotionalen Besprechung von Nebraska zu überbrücken suchte, und auch noch brauchte.

 

Über den Country Künstler selbst brauche ich wohl nicht viele Worte zu verlieren, jeder kennt den begnadeten Sänger und Songwriter. Nicht zuletzt seine "American recordings" Reihe (Johnny Cashs Spätwerk) dürften Fans und Kritiker tief bewegt haben. Heute gehen wir aber ein paar Jahre zurück, genauer gesagt ins Jahr 1978, um eine seiner damaligen Livepeformance zu erleben, die dato in der tschechischen Hauptstadt Prag stattfand, wir schreiben den 11.04. des genannten Jahres. Den Auftritt absolvierte Johnny Cash mit seiner langjährigen Begleitband „the Tennessee three“, die zu dieser Zeit allerdings aus 5 Mitgliedern bestand. Im Einzelnen waren jene Marshall Grant, W.S. „Fluke“ Holland, Bob Wooten, Jerry Hensley und Earl Ball. Ein Sprecher, der den „Maestro“ auf der Bühne ankündigte (ich glaube es war der Tschechische Country Künstler Pavel Bobek), machte keinen langen Worte und ließ die Band dem wartenden Publikum gegenüber treten. Euphorisch wurden sie dann auch empfangen und Johnny Cash begann den 1. Song gleich mit dem Refrain „Ring of fire“. Er präsentierte eine heitere Version des Stückes, schien in bester Laune. Dem entfesselten Beifall des Auditoriums entgegnete er mit einem freundlichen „Thank you“. Den „Folsom prison blues“ brachte die Band genauso gut gelaunt rüber wie den opener, es verleitet mich unmittelbar zum mitwippen. Zwischenrufe des Sänger in Form von „hey“, „hooee“, hielten die angefachte Flamme von „Ring of fire“ am leben. „I still miss someone“ lebt von Earl Ball`s wunderbarer Pianoeinlage, während es in “Big river” lupenreine Rockabilly Töne zu hören gibt, welche das Publikum und meine Wenigkeit direkt in Feierlaune bringen. Der Mann versteht sein Handwerk.

 

Mit zwei Traditionales setzt die Band auf der Bühne die Show fort „I ride an old paint“ / „Streets of Laredo“, unterbrochen nur von freundlichem Zwischenapplaus der Anhänger. Es folgt ein wunderschönes Cover von Kris Kristofferson – „Sunday morning comig down“. Selbigen Künstler durfte ich 2013 selbst auf der Bühne erleben und bin von allen seinen Songs begeistert. Johnny Cash verleiht ging hier mit viel Liebe an den Track und verlieh ihm ein authentisches Country Kleid. Den Respekt vor seinem Kollegen hört man auf jeden Fall in dieser Darbietung heraus. Dass dankbare Auditorium würdigte seine Performanz mit anerkennendem Beifall, wahrscheinlich „standing ovations“, ich hab ja kein Bild…… Bevor ich mich erheben muss um die Schallplatte zu wenden, schmettert Mr. Cash einen mittlerweile eigenen Traditional ins Mikro – „ I walk the line“ ! „I keep a close watch on this heart of mine, i keep my eyes wild open all the time, i keep the ends up for the tie that binds, because you’re mine – I walk the line”. Die Vocalstück fordert zum mitsingen auf, der Song ist für mich das Lied mit dem größten Wiedererkennungswert, geht es um mit Johnny Cash.

 

Die B-Seite der LP eröffnet erneut mit einer Coverversion. Zunächst stellt der Hauptdarsteller aber die einzelnen Bandmitglieder vor, die eingangs erwähnten „Tenesse three“, von denen einige länger, andere kürzer Bestandteil der Truppe waren. Earl Ball leitet dann in das Pianostück „Last date“ über, ein instrumentales Cover von Countrylegende Floyd Cramer. Es klingt hervorragend, man muss es einfach lieben. Liebevoll streicht er über die Tastatur seines Pianos, sanft gibt jenes die einzelnen Töne zurück. 

Einen Titel, den ich persönlich sehr als Kind/Jugendlicher liebte, ist „City of New Orleans“. Vielleicht sogar meine erste richtige Bindung zum Country Genre, auf jeden Fall hat der Song bis heute nichts von seinem Zauber verloren. 1971 von Steve Goodman ins Leben gerufen, wurde er oft gecovert, von John Denver über Willie Nelson bis Judy Collins. Und natürlich Johnny Cash. Auch wenn er uns hier eine tolle, Cashlastige Version darbietet, bevorzuge ich persönlich immer noch die Aufnahme von Arlo Guthrie, aber das bleibt Geschmackssache….. In der folgenden Zusammenstellung fühle ich mich irgendwie auf die Arbeit versetzt, sehe einen Eisenbahn vor mir, und die Band offeriert uns ein „best of“ aus „Hey Porter“, „Wreck oft he old ´97“, Casey Jones“, und dem ultimativen „Orange blosson special“, mit einer grandiose Harpeinlage!! Wow, mittlerweile gehe ich vollends auf in diesem Konzert und bereue den Künstler nicht zu seinen Lebzeiten einmal live gesehen zu haben.

 

Hier noch einen abschließenden Höhepunkt zu setzten fällt sich er nicht einfach, zumal die Zuhörerschaft extrem angeheizt und euphorisch ist. Doch Johnny Cash wäre nicht Johnny Cash wenn er nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Wir springen auf aus den „Wabash cannonball“, einen mythischen Zug in den Vereinigten Staaten. Mit an Bord die Carter family zu deren Mitgliedern auch seine Frau June gehörte. Das klassische Country Stück ist eine gern gespielte Weise, also ein Traditonal, was uns unweigerlich gedanklich abschweifen, träumen lässt. Nachdem der wohlwollende Applaus abflaute nahm Mr. Cash den Refrain noch einmal auf und die gesamte family sang noch eine Strophe. Es war ein emotionaler Ausklang.

 

Mein Resümee ist natürlich ein zustimmendes, das Album besticht durch ein gelungenes Konzert, mit freundlichen Arrangements und guter Tonqualität. Der Mittschnitt ist mittlerweile auch auf CD erschienen, im Rahmen der Box „The complete Columbia album collection“ kann man den Silberling dort sein eigen nennen. Sammler bevorzugen natürlich die Vinylversion! 

euer rockfrank 

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Frank Klitzing