in charge of rock `n` roll
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                  Layla Zoe - Breaking free             

Die kanadische Bluesröhre meldet sich

mit einem Hammeralbum zurück !

Layla Zoe; Wenn es eine Frau gibt die wenigstens ansatzweise die Energie, die Power und Intensität einer Janis Joplin halbwegs charakterisieren kann, authentisch klingt und den Blues der Weißen im Blut hat, dann ist es das firegirl aus Kanada. Layla Zoe verkörpert all die Werte die der Blues inne hat, kann diese aber auch mit fetzigen Stücken verschmelzen und sieht voller Respekt zu ihren Vorbildern auf. So behandelt sie auch ihr musikalisches Schaffen. Und das wiederum ist unüberhörbar. Ihr langersehntes neues Werk ist nun im Handel erhältich. Sie hat kürzlich die Plattenfirma  gewechselt und erstmalig mit ihrer eigenen Band ein Album eingespielt. „Breaking free“ heißt das Werk, und ich durfte bereits zwei Stücke daraus auf diversen Konzerten von ihr vorab live hören. Nun ist es endlich soweit, und „Breaking free“ steht in meinem Plattenregal. Allerdings gibt es einen kleinen Wehrmutstropfen: Aus produktionstechnischen Gründen ist das Album bisher nur auf CD erschienen. Das Vinyl-Release ist auf den 20.05.2016 datiert. Wir müssen uns also zunächst mit dem etwas in die Jahre gekommenen Tonträgermedium zufriedengeben, denn bis Mitte Mai zu warten um auch in den perfekten akustischen Genuss der Scheibe  zu kommen ist schier unmöglich! Selbstredend wird die Vinylausgabe sofort nach Erscheinen nachgeordert, um den Wohlklang der Schallplatte vollends auszukosten.

 

11 neue Songs voller Tiefsinnigkeit präsentiert uns Layla auf „Breaking free“, die beeinflusst sind von psychedelischen Ausflügen, balladesken Grooves und jeder Menge Bluesrock. Produziert hat das Werk übrigens ihr Bandgitarrist Jan Laacks, der auch die Musik schrieb und backing vocals beisteuerte. Gregor Sonnenberg ist für Bass und Keyboard verantwortlich, und Hardy Fischötter sitzt wie immer an der Schießbude. Es ist die Formation, mit der Layla Zoe auch live unterwegs ist. Dass sie ihr neues Werk nun auch mit ihrer Liveband im Studio aufnahm ist neu. Wir erinnern uns dass die letzten beiden LPs welche von Henrik Freischlader produziert wurden, der auch alle Instrumente selber einspielte. Das war sicherlich eine großartige Leistung. Trotzdem möchte ich behaupten dass die Frischzellenkur in Form der Aufnahmen mit ihrer Band, Laylas Platte sehr sehr gut tut, es ist unüberhörbar. Die kanadische Protagonistin zeigt sich auf dem Plattencover in sexy Pose und sehr selbstbewusst. Das Ganze ist in hellen Grautönen gehalten und sehr ansprechend. Aber genug der Vorrede. Voller Erwartung und in feierlicher Stimmung schiebe ich den Silberling in den CD-Player, der auch viele Jahre nach Anschaffung noch immer Dienst nach Plan macht. Unweit auf dem Schreibtisch steht ein Glas Wein bereit, die Illumination im Raum angepasst, es kann losgehen. 

Backstage queen“ haut einen  dann auch gleich aus den Latschen. Das Stück beginnt fast episch, mit psychedelischen Anleihen, erwähnter Jan Laacks ist der Mann an der Elektrischen. Lalyas einsetzende Stimme wirkt noch kraftvoller als sie eh schon ist, sie singt druckvoll, fast wütend, angriffslustig, entschlossen - fantastisch! Ein knackiger Groove, funkig, rockig, es funzt! Zur Mitte ein dreckiges Solo auf der 6-saitigen, die Drumms kraftstrotzend, es brennt! „Why do we hurt the ones we love” kommt denn ein paar Nuancen ruhiger daher, aber nicht einen deut schwächer. Hey Jan, wie hast du das gemacht?! Verträumt schaue ich aus dem Fenster, der Song geht unter die Haut. Ruhige Gitarrenakkorde, Laylas Stimme, Percussionen und Keys ziehen nach, es klingt alles sehr gefühlvoll. In “Wild one” erfüllte sich Layla einen Wunsch und holte sich einen guten Freund ins Haus; Sonny Landreth. Ein hervorragender Slidegitarrist mit ganz eigener Technik. Der amerikanische Bluesmusiker hinterlässt in „Wild one“ unverkennbar seine akustischen Spuren. Layla selbst singt hier etwas seichter, ihr Timbre wirkt zurückhaltender.

 

Ging mir „Why do we hurt ones we love“ schon unter die Haut, dringt “Highway of tears” noch in viel viel tiefere Lagen ein. Verdammt was für ein geiler Song! Alleine dass melodische opening packt dich gleich an der Wurzel der Emotionen. Genauso klingt das canadian bluesgirl dann auch, emotional. Das liegt nicht zuletzt am Inhalt, welcher politische Missstände beklagt. Ein Thema, welches uns alle (negativ) berührt… Seinen Unmut musikalisch auszudrücken ist ein guter Weg. Klingt es dann auch noch wütend oder so emotional wie in diesem Song, bleibt auch etwas hängen davon im Kopf. Simultan mit dem Text ist „Highways of tears“ ein musikalisches Meisterwerk. Keine Frage! 

Titel Nummer fünf ist gleichzeitig Namensgeber der LP, „Breaking free“. Ein rockiger Groove der dich gleich einfängt, du gefällig mitwippst. Mittendrin wunderschöne Slides von ihrem Rock` n` roll guitarrman, mit dem Layla mittlerweile seit 3 Jahren auf Tour zusammenarbeitet. Eine gelungene Nummer. Im folgenden „Work horse“ kommen auch akustische Gitarren zum Einsatz, Zoe besingt hier wohl das böse Musikbuisness. Eine Art Abrechnung.

 

Manchmal sind es die melancholischsten, kläglichsten Lieder, die einem am intensivsten berühren, dir mehr sagen als tausend Worte. „Sweet angel“ ist so ein Titel. Die meisten von uns haben bereits Trauererfahrungen machen müssen, das gehört zum Leben dazu. Künstler haben die Möglichkeit diese in ihrer Musik, in Texten oder Bildern auszudrücken. Wir „Nichtkünstler" dürfen in der Regel daran Teil haben, übertragen beispielsweise die Musik  auf unsere eigene Situation, unsere eigenen Erfahrungen. Und so leidet man ganz einfach mit. „Sweet angel“. Layla Zoe erinnert in dem Stück an ihre gute Freundin Marsha, welche 2010 ihre Welt an den Folgen eines Hirnaneurysmas verlassen musste. Für mich die (wenn auch traurig) schönste Nummer auf „Beaking free“. Jan Laacks hat hier einen dermaßen tiefgreifenden Song arrangiert dass dir unweigerlich das Augenwasser aufsteigt, ob du es nun willst oder nicht. Lasse es einfach geschehen, das Stück hat es verdient. Hier wirst du unentrinnbar ausgebremst. Alle Sorgen da draußen vor der Tür schrumpfen für einen Moment auf ein Minimum zusammen, nur der Song zählt in dieser Spanne. Die betrüblich wirkende aber vollkommene Melodieführung unterstreicht die Tiefe des Songs, Layla singt beruhigend, erregt weil indigniert über Geschehenes, trotzdem geradeaus schauend und Hoffnungs-gebend. She`s in a place i know where in the end we all go? Lang schon wieder schaue ich aus meinem Fenster..... Neben der immer wieder erwähnenswerten fantastischen Gitarrenarbeit ist hier besonders Drummer Hardy Fischötter hervorzuheben, der das Stück mit seinem Arbeitsgerät als eine Art letztes Geleit,  fast mit militärischen Ehren (jedenfalls kam mir der Gedanke daran), ausklingen lässt. Nur dass es sich hier nicht um Wehrdienstliche Ehren handelt, sondern sehr sehr emotionale! Bravo !

 Gleich wieder auf Rock `n` roll umzuschalten ist nicht einfach, aber „Run away“ verlangt es. Auf dem Boden zurück neigt der Kopf gleich wieder zum Nicken, Lalya besingt einen Reisenden, auf der Suche nach seinem Glück. Die Rythmusfraktion groovt und groovt, das Team ist perfekt eingespielt, es rockt! Jan Solo ist mal wieder hervorzuheben! Mit „Wild horses“ befindet sich auch ein Coversong auf dem Album. „Wild horses“, natürlich ein ganz großer Hit der Rolling Stones. 1971 auf deren Album „Sticky fingers“ erschienen, erfreut es sich auch 45 Jahre danach noch großer Beliebtheit und ist aus dem Repertoire der Steine nicht wegzudenken. Layla und ihre Band navigieren das Stück gekonnt und gefühlvoll nach 2016, wo sie ihm ein authentisches Gewand geben, welches eine eigene Darstellung von „Wild horses“ bietet, sich respektvoll am original orientiert, aber trotzdem eigenständig klingt. Gelungen!

 

In „A good man“ geht es einleitend um eine neue Beziehung, um dann im nächsten Song in der großen Liebe zu gipfeln. Eine hinreißende Midtempo-Nummer in der Layla die Magie der Hingabe zelebriert. Musikalisch perfekt arrangiert kauft man ihr jedes Wort zweifelsohne ab. He loves me“ dürfte dann die ultimative Liebeserklärung an ihren Mann oder Lebensgefährten sein, zumal Layla im Vorfeld der Veröffentlichung äußerte dass die Liebe zurzeit eine große Rolle bei ihr spiele. Nur von den Klängen des Keyboards (Gregor Sonnenberg) begleitet drückt die Protagonistin ihren Dank aus, ihre Liebe. Ein perfekter Abschluss eines perfekten Albums.

Die Essenz des Songs ist wirklich ergreifend: Es geht um Liebe, das big business aber auch Politik. Niemand kann und will die katastrophal herrschenden Zustände in Europa und der Welt ignorieren! Vor allem aber geht es um den Blues. Um das Gefühl. "Breaking free“ ist ein mehr als gelungenes Album welches Layla Zoe wieder ein Stück höher katapultieren wird. Nicht dass sie das will. Nicht dass sie die Anerkennung sucht. Nein. Sie findet damit ihren tiefsten, inneren Frieden. Und dass ist wichtiger als alles andere! Für mich im noch relativ frühen 2016 auf jeden Fall eines der Alben des Jahres, zweifelsfrei. Was Layla, ihre Band, und nicht zu vergessen, Toningenieur Martin Meinschläfer (den man aus seiner Zusammenarbeit mit Henrik Freischlader kennt), hier auf die Beine gestellt haben, verdient den tiefsten Respekt. Sie ist und bleibt die Königen der Szene, dass möchte ich einfach mal behaupten!

 

Abschließend möchte ich Layla Zoe noch zitieren. Sie drückt in einem Satz aus was der Rezensator in einem ganzen Bericht versucht hat auszudrücken: „Ich möchte, dass sich die Menschen mit den Gefühlen befassen, die sie tief in sich begraben hatten“.

 

 

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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