in charge of rock `n` roll
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Music takes us to a spiritual place (Lalya Zoe)

Layla Zoe - Sleep little girl

“Where the music takes us,

  is a spiritual place”

Besser könnte man es wohl kaum zum Ausdruck bringen, ein schöneres Satzgefüge hätte sie nicht formulieren können, Lalya Zoe. Besonders auf ihre Musik trifft jene, ihre eigene Aussage zu. Kein Wunder, mit Soul und Blues, Gospel und klanglicher Einfühlsamkeit im Blut kann man einfach nichts falsch machen. Gepaart mit einem kraftvollen Stimmpotential muss das Ergebnis ein authentisches Verständnis für den Blues, für die Musik im Allgemeinen sein. All das trifft zu, auf Layla Zoe. Bereits mehrmals durfte ich mich live davon überzeugen. Regelmäßige Gänsehautmomente belegen dass auf meiner Haut. Außerdem ist eine unheimlich charmante Frau die sich Zeit für ihre Fans nimmt, offen ist für Gespräche und ein größeres musikalisches Verständnis hat als manch anderer Erdenbürger. Sie ist eine Künstlerin zum anfassen; Publikumsnahe, liebenswert und nahbar. Das macht sie sympathisch. Sie schafft darüber hinaus das Kunststück dieses Gefühl auch auf ihre Plattenaufnahmen zu übertragen, im Vinyl zu manifestieren. Mit Schuld daran ist auch der Produzent ihren beiden Alben, „Sleep little girl“ und „The Lilly“, Henrik Freischlader, der alle Instrumente selber einspielte (außer die Töne der Hammond, diese steuerte Moritz Fuhrhop bei), backing vocals beitrug und den Aufnahmen den letzten Schliff verlieh. Auf seinem Label  „Cable car records“, sind jene beiden Werke dann auch letztendlich erschienen. Daheim in Kanada veröffentlichte Layla  schon einige frühere Alben, die es jedoch bis Europa leider nicht geschafft haben und somit begehrte Sammlerstücke sind. Lediglich eine Art „Best of“ ihrer früheren Werke, findet man gelegentlich am Merchandisestand bei ihren Konzerten. Mit „The Lilliy“, ihrem 2013`er Werk, ist Layla wahrscheinlich ihr bisheriges Kabinettstück gelungen, zweifelsohne. Ein tiefgreifendes, emotionales Album, dass dich durch alle Facetten salbungsvoller Stimmungslagen leitet, getragen von beseeltem Blues. Kennengelernt habe ich sie jedoch mit „Sleep little girl“, 2 Jahre zuvor erschienen, meinem persönlichen Favorit-Album ihrer Schaffensphase. Das Album transportiert all jene Elemente in mein heimisches Wohnzimmer, die ich auf der Bühne so an ihr so liebe. Leidenschaft, Emotion, Dynamik, Tiefgang und Kraft. Es ist einer dieser Alben die dich nicht mehr loslassen, wie ein Droge auf dich wirken, dich in ihren Bann ziehen, Wegbegleiter sind, endlos hörbar.

 

Wir schreiben Anfang Januar, der Winter zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite, für mich aber auch eine sehr schöne, doch dass muss man nicht verstehen. Ich habe mir 2 Stunden Ruhe verordnet. Zwischen Tür und Angel kann man dieses Album auf keinen Fall hören, dass wäre sträflich undankbar und eine Diffamierung  der Künstlerin gegenüber. Nach einem Augenblick der Entspannung mache ich es mir auf meinem Hörplatz bequem, schenke mir dem Anlass entsprechend ein gutes, trockenes Glas Rotwein ein und betrachte intensiv das Plattencover. Übrigens eine nummerierte, limitierte edition, exklusiv für Vinylliebhaber. Das Cover zeigt Lalya auf dem Boden sitzend, umgeben von Gitarren, Schallplatten, Büchern und einer Flasche Wein. Der Gesamteindruck wirkt drastisch authentisch, ich wäge mich innerlich bereits im gleichen Raum, zumindest auf gleicher Gefühlsebene. Irgendwie erinnert mich die Szenerie auch ein wenig an Janis Joplin, zurückgezogen,  nachdenklich, betrübt. Anderseits könnte es auch Ausdruck innerer Zufriedenheit suggestiven wollen, umgeben von elementaren Dingen. Die Ansichtsweise bleibt dem Betrachter überlassen.

Behutsam ziehe ich das Vinyl aus seiner Schutzhülle und lege es auf den Plattenteller. Eine gewisse Nervosität in meinen Händen lässt sich nicht verbergen. Die Abtastnadel in Position bringend, verharre noch einen Moment und lasse dann langsam den Diamanten herabsenken. Neben Bruce Springsteen, Janis Joplin, Jimi Hendrix und Neil Young gehört Layla Zoe sicher zu meinen persönlichen musikalischen Wegbegleitern auf diesem Erdenleben. Wie kaum eine andere Sängerin hat sie ein intimes Verständnis für den Blues, transportiert Gefühl und Leidenschaft in ihrer Musik und lässt uns teilhaben an diesem Ereignis.

Gespannt lausche ich dem Laufgeräuschen der Nadel in der Startrille, dann beginnt der erste Titel; „I` ve been down“. Ihr kraftvolles Timbre lässt von Beginn an nicht den geringsten Zweifel daran welches potenzial  in ihrer Tonkunst steckt. Ihre Stimme presst gleich zu Beginn, ohne komplex zu wirken, eine musikalische Aussage in den Raum, die jeder verstanden hat. Eigenwillig und explosiv. Die Intonation jedenfalls ist grandios. Ein Ruck geht durch meinen Körper, sofort hebe ich den Lautstärkelevel an, wow!

 

„Give it to me“ beginnt mit Henriks jamlastigen Gitarrenspiel und dehnt sich zu einem Gute Laune Song aus, der das mitwippen der Füße geradezu“ erzwingt“. Es macht Spaß zuzuhören. „Singing my blues“, der 3. Song des Albums, ist eine Hommage an eben selben, Layla schöpf aus den Traditionen der schwarzen Musik, zelebriert ihre Version des Genres. Henrik kümmert sich derweil  um die Instrumentalisierung, eine harmonische Beziehung die zu 100% aufgeht. Furhops Organ & Bass steuern den Rest dazu, absolut gelungen! “Let`s get crazy”, eine farbige midtempo Nummer, macht nicht minder Spaß wie schon “Give it to me”, Laylas ausdrucksstarke Stimme rückt erneut in den Vordergrund und treibt den Song voran. Sie klingt feurig entschlossen. Nicht nur deswegen nennt sich die kanadische Sängerin auch selber gerne „firegirl“. Ihre rotblonden Harre tun ihr übriges dazu. Henrik Freischlader liefert eine ausgereifte Instrumentalisierung zu dem Stück, es funkt!

Der Name „Deepwater horizon“ dürfte uns allen noch schmerzlich in Erinnerung sein. So hieß seinerzeit die Ölbohrplattform im Golf von Mexico, welche 2010 durch ihre Explosion eine verheerende Umweltkatastrophe auslöste. Die ökologischen Folgen waren immens. Weltweite Bestürzung und Anteilnahme gingen mit dem Unglück einher. Auch Layla nahm sich dem Thema an und verarbeitete ihre Eindrücke und den Schmerz darüber auf dem Song “Black oil”. Mit 09:16 Minuten nicht nur der längste Track des Albums, gleichzeitig auch der intensivste. Nimmt man von inhaltlichen Themen Abstand muss man einfach sagen: Verdammt, was ist das für eine geile Ballade! Sie gewinnt ihre Schönheit durch die gefühlvoll eingesetzte Stimmdynamik die Layla hier beisteuert, sowie Henrik Freischladers erdiges Gitarrenspiel, insbesondere sein fantastische Soli, welches beispielgebend ist. Der Spannungsbogen des gesamten Track bewirkt bei jedem Hören eine Gänsehaut. Ein intensives Klangerlebnis. Bewegt verlasse ich nach dem Stück meine Sitzgelegenheit um die Schallplatte zu wenden. Ich frage mich gerade ob „Black oil“ noch zu Toppen sei, der Song ist emotional und explosiv. Nur sie selbst könnte ihn wenn überhaupt, irgendwann noch mal überbieten. Schnell schenke ich mir noch einen Sorgenbrecher ein, bevor  “Pull yourself together” mich wieder in Laylas Welt entführt. Kraftvoll geht es in jenem Stück auf der B-Seite weiter, man spürt Entschlossenheit, Energie, Impuls und Nachdruck. Layla weiß was sie will. die Platte hat keinen Durchhänger, man kann das Werk nur weiter loben.

 

In “I hope she loves you like I do” wird das Gefüge sanfter, ein lockerer Bluessong mit Ambitionen an ihre Vorbilder. Ich fühle versetzt in alte Zeiten, Etta James oder Ella Fitzgerald stehen vor mir, lasse mich vom Blues treiben. Der perfekte Lovesong. Hippie chick” hingegen klingt auch gleich ein wenig hippietesk, Blues und psychedelische Gitarrenlicks wechseln mit rockigen Anleihen ab, das Stück entwickelt eine erfreuliche Eigendynamik. Mrs. Zoe beherrscht das Geschehen, lebt den Song, und auch der „Rezensator“ ist begeistert.

 

Beim “Rock and roll guitar man” wird es schlüpfrig, zumindest wenn man ihre Bühnenperformance kennt. Layla um tänzelt hierbei regelmäßig ihren Gitarristen, schmiegt sich eindeutig zweideutig an ihn (Jan Laaks ist der Glückliche….), und treibt ihn durch ihre Anspielungen zur musikalischen Höchstleistung auf seinem Arbeitsgerät. Auf der Platte überträgt die Protagonisten ihre musikalisch/gesangliche Livedarbietung quasi 1:1, man spürt förmlich ihre Energie überkochen. Jans Stromgitarre wird im Studio von Henriks Freischladers 6-saiter „ersetzt“, aber der ist nicht minder schlecht an seinem Spielgerät und gibt der Aufnahme die nötige Lasur. Seine musikalische Ausdruckskraft ist enorm. Der perfekte Song! “Sleep little girl” ist der Namensgeber der Schallplatte und gleichzeitig das letzte Stück der LP. Noch mal ereilt mich hier ein Gänsehautmoment. Eine wunderschöne Akustikballade die dir sofort unter die Haut geht. Layla Zoe beweist erneut dass sie auch die ruhigen Töne beherrscht, gibt dem Song durch ihre Einfühlungsgabe einen besonderen touch, ich liebe ihn. Mein Weinglas ist längst leer, ich wäge mich in einer beruhigenden Sphäre, für einen Moment wohl gesonnen.

Die Quintessenz ist eine ganz Bedeutende;  Mit ihrer facettenreichen Stimme unterstreicht Layla Zoe die Schönheit des Albums, Produzent Henrik Freischlader setzt mit viel Engagement die musikalischen Akzente. Gemeinsam zelebrieren sie ein eigenständiges, außerordentliches Blueswerk ohne jeglichen Effekthaschereien, respektvoll den Wurzeln des Genres gegenüber und viel Einfühlungsgabe. Ein zeitlose Aufnahme die durch ihre variierende Songauswahl und des Sängerin kraftvolle aber gleichzeitig gefühlvolle Stimme begeistert. Layla Zoe ist eine Offenbarung, keine Frage. Ihre Vorbilder heißen Frank Zappa, Neil Young, Etta James, oder Susan Tedeschi. Doch ihre Musik ist eigenständig, unabhängig. Sie entwickelt ein geistiges Band, eine Brücke zwischen Spiritual und Wirklichkeit. Wenn du genau hinhörst flüstert sie dir sogar Botschaften ins Ohr, musikalische Verhaltensregeln die dir helfen dass irdische Leben, denn Sinn oder Nichtsinn dessen, zu begreifen. Zu Begreifen worum es geht; Glaube, Liebe, Hoffnung. Und Musik. Du musste es nur verstehen. Ihre musikalische Ausdruckskraft ist beängstigend schön. Zauberisch.

 

Danke Layla !

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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