in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

      Marcus King  - "The Marcus King Band"

VÖ: 07.10.2016                                PHOTOS BY: Oktoberpromotion

Es gibt ein neues Genre am Rockhimmel; Soul-influenced psychedelic rock! Aus Greenville, South Carolina, kommt ein junger Musiker, der mit einem Selbstverständnis und einer Spielfreude antritt, die seines Gleichen sucht. Seine Stilrichtung: Funk, Psychedelic, Bluesrock,  Jazz, Southern Soul, Country, Rootsmusik, kurz, soul-influenced psychedelic rock. So jedenfalls betitelt der Künstler selbst seine Spielart. Der erste Longplayer des Protagonisten, „Soul insight“ erschien bereits 2014 im Eigenvertrieb und wurde, da schnell vergriffen, von niemand anderem als Warren Haynes auf dessen Label, „Evil teen“, ein Jahr später neu aufgelegt. Die Rede ist von Marcus King und seiner MARCUS KING BAND. Der jugendlich wirkende Musiker schreibt gerade mal 20 Lenze und ist ein frühes optisches Abbild des jungen Warren Haynes. Schaut man sich hingegen sein Spiel auf der Stromgitarre an, ist er nicht nur die reinste Warren Haynes Kopie, sondern könnte dessen langjähriger Mitstreiter bei den Allmans sein. Virtuosität, ambitionierte Aufopferung und Hingabe stehen ganz oben auf seiner Vita. Aber das wichtigste daran ist die Wirkung seiner Musik, das Gefühl welches sie transportiert. So sagt er selber darüber: "Die Mehrheit der Songs kommen aus Situationen in denen ich gelebt habe. Ich schreibe als eine Form von Therapie, um meinen Emotionen einen musikalischen Ausdruck zu verleihen. Ich möchte, dass die Leute wissen, dass sie nicht die einzigen sind die diesen Schmerz ertragen. Musik ist der wahre Heiler". Und genau das ist der Punkt!

Schon als heranwachsender Bub spielte Marcus King in der Band seines Vaters, dem Bluesmusiker Marvin King, und sammelte dort frühzeitig die ersten Fertigkeiten. Nach Gründung seiner eigenen Band und unzähligen, unermüdlichen Auftritten in den U.S.A., steht nun das zweite Album der MARCUS KING BAND in den Startlöchern und ist, seit dem 07.10.2016, sowohl als CD als auch auf Vinyl in deutschen Plattenläden verfügbar. „Marcus King Band“ heißt das selbstbetitelte Werk. 13 Titel umfasst die neue Langspielplatte, respektive Compact disc,  jeder einzelne von niemand geringerem als Warren Haynes produziert. So steuerte der Mentor der Band auch gleich seine Slides in „Virgnia“ bei, dazu später mehr. Die Band besteht neben ihrem Leader Marcus King aus Stephen Campbell (bass), Matt Jennings (keys/organ), Dean Mitchell (sax), Justin Johnson (horn/back voc) und Jack Ryan (drums/perc). Aufgenommen wurde das Album in den Carriage House Studios in Stamford, Connectictut, U.S.A.

PHOTOS BY: Oktoberpromotion

Doch genug der Erläuterungen, jetzt wollen wir Rock `n` roll! „Ain`t nothin´ wrong with that” bildet den Auftakt der Scheibe und kommt gleich in guter alter Southern-Soul Manier daher. Jack Ryan reglementiert Takt und Tempo, bevor Trompete und Saxophone die Nummer einleiten, und ihr einen Big Band Hauch verleihen. Des jungen Sängers soulige, ungeschliffene Stimme begeistert von den ersten Tönen, unmittelbar ist man von dem positiven Schwung des Stücks entflammt. Die Gitarrenläufe auf Marcus Arbeitsgerät brillieren ganz im Sinne von Warren Haynes. Mit diesem trat er übrigens als Gastmusiker beim diesjährigen Mountain Jam in Hunter, NY auf. Eine fantastische Kollaboration, die ihr euch unbedingt auf YouTube anschauen müsst! 

Die akzentuierten Bläsereinsätze und eine gewisse Polyrhythmik geben „Ain`t nothin´ wrong with that” eine funkige Note. Im letzten Drittel drosselt die Band das Tempo und lässt die Nummer ruhig ausklingen. An musikalischen Gestaltungsmitteln fehlt es den jungen Schaffenden jedenfalls nicht. Die Geschichte hinter „Devil`s land“ beruht auf der Autobiografie seines Großvaters und spiegelt dessen Leben als Farmarbeiter wieder, besitzt also durchaus persönliche Züge. So überzeugt das Stück nicht nur musikalisch durch beeindruckende Instrumentales sondern auch durch seinen primär emotionalen Gehalt. Es fungiert zu einer emotionalen, nachdenklichen Hymne. 

PHOTOS BY: Oktoberpromotion

Rita is gone“  hingegen stützt sich auf die U.S. amerikanische TV Serie „Dexter“, in der ein psychisch kranker Mann ein Doppelleben führt und ein Verhältnis mit einer beziehungsgestörten, zweifachen Mutter hat. In lockerer Erzählmanier reißt Marcus hier, begleitet von dezent platzierten Bläsereinsätzen und lockerem Metrum, die Story von „Dexter“ an. Eine fantastische Kollaboration entstand für den Song  „Self-hatred“. Hier steuert niemand geringeres als Derek Trucks sein Gitarrenspiel bei und verleiht dem Stück so die perfekte Melange zwischen den beiden Leadgitarristen. Trucks, der zurzeit sehr erfolgreich mit seiner Tedeschi Trucks Band unterwegs ist, war von 1999 bis zu deren Auflösung Mitglied der Allman brothers, und somit federführend im Genre. Und das hört man auf „Self-hatred“ ! King selbst sagte übrigens selbst mal über seine Beziehung zum Gitarrenspielen: “Ich wusste dass ich zum Gitarre spielen geboren wurde, als ich 7 Jahre alt war. Wenn ich Schwierigkeiten in der Schule bekam, sagte mein Vater, ich könne wählen zwischen einer Tracht Prügel oder meine Gitarre für eine Woche weggenommen zu bekommen. Ich nahm die Prügel“. In „Self-hatred“ prügelt er hingegen auf seiner Elektrischen ein und präsentiert uns eine fantastische Kollaboration zwischen den beiden Hauptakteuren. Kink und Trucks transportieren die schiere Begeisterung für ihr Schaffen und lösen beim Hörer eine positive Gestimmtheit aus. 

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Jealous man“ setzt sich in der Tradition typischer King Songs fort, und lässt nicht weniger aufhorchen als  „The man you didn`t know“, welches, untermalt von dezenten Perkussionen, balladeske Züge besitzt und dich gedanklich in weite Ferne schweifen lässt. Der Einsatz einer akustischen Gitarre bringt die richtige Atmosphäre in das Stück. Ein Gänsehautmoment! „Plant your corn early“ präsentiert sich als lupenreiner Rocksong der die Sache gleich bei der Wurzel packt. Funkiger Gitarrensound wechselt mit rauhkeligen Gesangsparts, erneut flankiert von Bläsereinsätzen mit jazzigen Nuancen. Es kommt einer Verschmelzung von Hendrix, Led Zep und Duane Allman gleich, lauscht man den Klängen der Fuzzbox, die der Glanznummer die perfekte Würze geben. Dazu kräftige Bassläufe und hervorstechende Drums. Es klingt wie ein Rausch! Markus definiert hier ganz klar seine Rolle als Leadgitarrist und lässt uns erahnen was die nächste Jahre musikalisch von dieser klasse Combo zu erwarten sein wird. Es folgen „Radio soldier“, „Guitar in my hands“ (welches uns eine Kunde in Kings Lebenslauf  einblicken lässt, speziell in seine vom touren geprägte Vita) und „Thespian espionage“ welches einen enormen Jazz Spirit besitz und  mit 5:34 Minuten komplett instrumental daher kommt.

 

In „Virginia“ schließt sich dann der Kreis zu den Allmans. Warren Haynes selbst partizipiert hier eifrig einige Licks auf seiner Les Pauls und unterstreicht so seine „Rolle“ als Archetyp des Bluesrock seit Gründung von Gov`t Mule im Jahr 1994. Zusammen soliert sich das Duo Haynes/King durch „Virginia“ und spenden dem Stück einen fantastischen Groove. Die Melange der beiden Saitenhexer birgt großes Potenzial, keine Frage. Zöglin und Mentor bilden eine feste Größe und zelebrieren den „soul-influenced psychedelic rock“ in vollen Zügen. Sie flankieren uns von allen Seiten mit fantastischen Gitarrenläufen, aber auch Blasinstrumente und ein Piano kommen zum Einsatz. Im letzten Drittel der Arie verneigen sich die beiden gegenseitig voreinander und führen den Song mit außergewöhnlichen Licks und Slides ins Feld. Warren und Marcus ziehen hierbei schonungslos alle Register, wobei letzter über sich hinauswächst. Meine Fresse, geht da die Post ab. Das ist Rock`n` roll!                                                                                           „Sorry `bout your lover“ ist der letzte mir vorliegende Song der Scheibe. Der Titel hat einen enormen Country Einschlag, was nicht zuletzt an den akustischen Spielgeräten und einer stilechten Pedal Steel liegt. Unwillkürlich fängst du an zu wippen und ergibst dich der lockeren Atmosphäre des Tracks. Dem Rezensator gefällt es. „The mystery of Mr. Eads“ bildet den fusionslastigen Ausklang der rundum gelungenen Scheibe.

Fazit:

MK groovt und spielt dermaßen virtuos dass einem angesichts seines Alters angst und bange wird. Wenn die Reise so zielstrebig weitergeht lenkt er genau auf den gleichen Kosmos zu, in dem Warren Haynes mit seiner Band  Gov`t Mule schon lange eingetaucht ist. Wir sehen hier klar den nächsten Gitarrenmagier vor uns, ganz in der Tradition seiner Leisterne. Er saugt tief den Geist der Allmans ein, Sea level oder der Tedeschi Trucks Band. Die Geistesverwandschaft zu all jenen Bands und Künstlern ist gravierend, die Reminiszenzen deutlich zu spüren. Seine Mitstreiter bilden zusammen mit MK ein beispielloses Sextett welches hervorragend aufeinander eingestimmt ist und das richtige Feeling auf der Platte herbeischafft. „MARCUS KING BAND“ ist ein vielseitiges, vom „soul-influenced psychedelic rock „ getränktes Album, das inhaltlich stellenweise vielerlei biografische Züge aufzeigt. Man kann die Platte eigentlich nur als Gesamtkunstwerk betrachten. Hier liegt ganz klar die Zukunft des Genres auf eurem Plattendreher, eine Band die sich vor niemandem verstecken muss und die authentischer kaum sein kann. Out now !

PHOTOS BY: Oktoberpromotion

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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