in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

Neil Young - Who`s gonna stand up?

                                      Wer rettet die Welt ?

Neil Young; Es erfüllt mich ein wenig mit Ehrfurcht über einen so erhabenen Musiker zu schreiben und mich überkommt eine gewisse Hemmschwelle. Das liegt zum einem an seinem musikalischen Schaffen, welchen großen Einfluss auf die Rockmusik hat, zum anderen ganz einfach daran, dass ich mich mit seinen Beiträgen viel zu spät beschäftigt habe, seine Musik erst mit großer Verzögerung zu schätzen wusste, sorry Mr. Young! Aber gerade deswegen drängt es mich nun ein paar Worte zu verlieren, und sei es nur zu einem bestimmten Song, um den es heuer geht. Sein 2014 erschienenes, bereits 2. Album in jenem Jahr, ist ein wahrer Meilenstein - „Storytone“. Er hat dieses Schaffen in zwei Versionen aufgenommen und es als Doppelalbum veröffentlicht. Die erste Platte ist komplett solo arrangiert, während dessen die zweite Scheibe mit großem Orchester aufgenommen wurde, die die gleichen Stücke üppig orchestriert erneut zum Besten geben. Ich habe es seitdem rauf -und runter gehört, es begeistert mich immer wieder. Im würdigen Alter dreht Neil Young noch mal richtig auf, denkt nicht an Rente, ist wie ein gut gelagerter Wein. Immerhin ist es bereits sein 39. Album ! 2 Titel sind mir daraus besonders im Ohr geblieben: Zum einen die wundervolle Pianoballade „Plastic flowers“, die dich tief im Inneren trifft, Emotionen und Gefühle aufweckt, sofern du es zulässt, und „Who´s gonna stand up“; Ein Protestsong. Young ist bekannt dafür durch seine Lieder immer wieder seine Stimme zu erheben, zu mahnen und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Wenn Musiker irgendwann aufhören Protest in ihren Songs eine Stimme zu geben, ist die Welt verloren, davon bin ich überzeugt. Gut also dass es Menschen wie Neil Young, Bruce Springsteen, oder Bob Dylan gibt, die nicht aufhören Politik und Menschheit aufzurütteln, Opposition zu beziehen. Wir wollen aber vordergründig die musikalische Seite des Songs beleuchten, ohne jedoch nicht wenigstens kurz auf inhaltliche Thematik einzugehen.

 

Nachdem ich die Scheibe also mehrfach gehört hatte entdeckte ich beim Plattenhändler meines Vertrauens dass es genau von jenem Stück, „Who`s gonna stand up?“, auch eine Maxi Version auf Vinyl gab, mit unterschiedlichen Interpretationen des Titels, her damit ! Bild Hier nun fällt meine Hemmschwelle nun ein wenig, da es für mich „nur“ einen Titel einzuschätzen gilt, dass jedoch sehr intensiv, da er in 4 unterschiedlichen Versionen vorliegt. Alles Weitere verbietet mir vorerst meine Ehrfurcht. Ostern 2015 ist gerade vorbei (herrje, die Zeit rennt….), ich stecke berufsbedingt zwischen 8 Nachtdiensten, und was ist da wohl die beste Entspannung?! Genau, der gute alte Rock `n` roll, in welcher Form auch immer. Mir begegnete er an diesem Tage in Form einer 12` Version des Kanadier, und dass nicht zu knapp. Ich gönnte mir ein Gläschen trockenen Rotwein, brachte mich in eine entspannte Grundstimmung und übergab das Vinyl meinem Plattenteller, der sich um als weitere kümmern sollte.

Zunächst will ich euch die unterschiedlichen Titel auflisten, um einen Überblick zu erhalten. Auf der A-Seite findet sich „Who`s gonna stand up? in der Soloversion sowie in der Big Band Version. Die B-Seite gibt uns eine Live Version des Stückes mit Crazy horses zum Besten und eine sogenannte Children`s Version, wir sind gespannt.

Die Nadel des Tonarms sucht sich derweil ihren Weg durch die Startrille, bevor die ersten Töne von „Who`s gonna stand up?“ erklingen. Wir beginnen mit der Soloversion des Stückes…., dachte ich! Labelaufkleber und Cover zeigen eindeutig die o.g. Reihenfolge auf.

Überraschenderweise startete die A-Seite aber mit der Orchesterversion. Ein Fehler also, seltsam. Egal. Und dann passierte mir ein Fehler…. Als der Track begann dachte ich, wow. Ich musste sofort an einen Hollywoodfilm denken, der mit einem opulenten Soundtrack begann. Schleichend, etwas bedrohlich, monumental, es klang sehr interessant. Zumindest bis Neils Stimme einsetzte. Oje, was hat der denn verschluckt?? Dann fiel es mir auf; Die Abspielgeschwindigkeit war noch auf 33 1/3 Umdrehungen eingestellt, aber es handelt sich hier ja um eine 12`inch LP….., ohne Worte. Alles klar, Nadel zurück, Schalter umgelegt und los geht`s, erneut. Jetzt hört sich das ganze etwas flüssiger an, strukturierter, gut. Streicher, Orgel und der nicht unbekannte Drummer Clayton Cameron, es klingt fantastisch. Youngs Timbre dazu glasklar, unterstützt von dezenten Saiteninstrumenten. Ich wäge mich innerlich in einer baulich würdigen Oper, prunkvolle Stuckarbeiten zieren die Wände, auf der Bühne steht der kanadische Sänger und trägt uns seine Sorge mit opulenter Begleitung vor. Fast vergaß ich vor lauter Begeisterung den eher ernsten Hintergrund des Stückes, die Botschaft, um die es hier geht.                                                                                                                        Interessanterweise war meinem Wissen nach auch ein deutscher Komponist und Dirigent an den Orchesterarrangements beteiligt, Chris Walden. Der hat übrigens in Köln sein Musikstudium absolviert.                                                                                                               Beim zweiten Refrain wird Neil Young am Gesangsmikro von männlichen Backgroundsängern unterstützt, beim nächsten dann von weiblichen. Insgesamt wirkte hier wohl ein rund 40-köpfiger Chor mit, so war es zumindest im worldwideweb zu lesen. Das ganze lassen die Streicher zum Ende hin dann dezent ausklingeln, wunderbar, ich bin ergriffen.

 

Nur begleitet von seinem Saiteninstrument (ich höre eine Ukulele?!) bringt der Künstler dann in der Solo Version mit fragil wirkender Stimme sein Anliegen zum Ausdruck. Inhaltlich beklagt Neil Young hier vordergründig den Klimawandel und macht auf das sogenannte „Fracking“ aufmerksam, was auch bei uns in Deutschland ein heißes Thema ist. Das Stück regt sofort zum Nachdenken an, ohne dass man den musikalischen Bezug verliert, gebannt verharre ich auf meinem Sitzmöbel. Das Stück ist recht simpel arrangiert, verleiht ihm jedoch genau dieser Umstand seine Stärke. Man achtet extrem auf die Ausführung, die es hier seitens des Musikers zu kommunizieren gilt. „Who`s gonna stand up and save the earth? Who`s gonna say that she`s had enough?“.  Mit relativ simplen Mitteln ist alles gesagt, Sound und Botschaft sind angekommen.

Ausschnitt der Cover Rückseite

Die Liveversion mit Crazy horses auf der B-Seite hat dann schon eine andere Note. Elektrisch verstärkt, Young spielt interessanterweise entgegen seiner Gewohnheit hier eine Fender Telecaster, hat der Song gleich mehr Schwung, kommt die Aufforderung irgendwie eindringlicher rüber. Es beginnt aber zunächst mit dem frenetischen Publikum, welches deutlich hörbar die Band bejubelt. Unterstützt wird die Gruppe außerdem von zwei Background Sängerinnen die den Refrain stimmenreich begleiten. Auch Bläser sind zu hören. Young sprüht vor Energie, gibt seiner Stimme ordentlich Nachdruck, klasse, alles ist elektrifiziert. Crazy horses überzeugen seit je her professionell, es macht immer wieder Spaß ihnen zuzuhören. Das begeisterte Publikum peitscht den Takt mit, Dankbarkeit über die Anwesenheit spürt man in den Beifallsbekundungen. Eine perfekte Live-Performance ! Zum Schluss sang das gesamte Auditorium den Refrain einfach weiter.

 

Immer wieder klagt Neil an: „Wer wird aufstehen und die Erde retten?“ In einer Textzeile heißt es: „Verbietet Fracking jetzt, schützt die Gewässer und schafft Leben für unsere Söhne und Töchter“.

Bleibt zu guter Letzt die Children`s Version. Ich hatte zunächst keine Vorstellung was mich erwartet oder mir über den Sinn Gedanken gemacht. Es dauert nicht lange bis der Groschen fiel. Der Song beginnt ähnlich wie die Solo Version, sofort setzten Kinderstimmen ein, die den kompletten Track darbieten. Young spielt hier „nur“ das Saiteninstrument. Mich überkam eine leichte Gänsehaut, denn erst als ich das Lied hörte, wurde mir schlagartig bewusst welche gewichtige Bedeutung diese Version hat. Im Text heißt es: „Save the waters and build a life for our sons and daughters“. Und genau die singen hier. Deren Zukunft machen wir gerade kaputt, dagegen müssen wir kämpfen!

 

Fazit - Genial; Young schafft es erneut mit simplen Vorlagen eine überzeugende Botschaft zu vermitteln und verpackt diese auch noch in verschiede Gewänder, ohne dass die Authentizität verloren geht, im Gegenteil. Die Platte an sich ist schon ein Pflichtkauf, wer kann sollte sich aber diese Maxischeibe auf jeden Fall dazu holen. Mit 19,99 € zwar nicht gerade ein Schnäppchen aber Dauer sicherlich eine gute Investition!

euer rockfrank

Musik heilt.

Sarah Smith

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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