in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

              Tanya Tucker - While i`m livin´

VÖ: 23.08.2019                                     PHOTO BY: PHOTO BY: Danny Clinch

Label: Fantasy Records

Producer: Brandi Carlile/Shooter Jennings

Einer der Veranlassungen die mich zur Country-Musik führten, war unter anderem das 1989 erschienene Album „Strongh enough to bend“ von Tanya Tucker. Dass die aus Texas stammende amerikanische Country-Sängerin bis dato bereits 15 Alben veröffentlichte, war in dieser Spätphase meiner Jugend schlechthin an mir vorbei gegangen. Aber genau dieses eine Album haute mich damals quasi aus den Western-Stiefeln, welche in den 80`er Jahren so stark angesagt waren. Der Opener alleine schaffte es, mich in Tuckers Bann zu ziehen. „You`re not alone“ ist ein Country-Rock Stampfer der dir gleich ins Blut geht. Damit hatte sie mich gepackt. Es folgten viele weitere erfolgreiche Alben, bis Tucker 2002 eine Pause einlegte, sofern man Eigenkompositionen zu Grunde legt. 2009 erschien unter dem Titel „My turn“ noch ein hervorragendes Coveralbum der Sängerin. Nun ist sie endlich wieder da und legt nach sage und schreibe 17 Jahre einen neuen Longplayer vor. „While i´m livin´“ beinhaltet neben eigenen neuen Stücken aber auch drei ausgewählte Cover, welche in der Interpretation der Künstler eine neue Färbung erhalten.

PHOTO BY: Danny Clinch

Die Eröffnungsnummer „Mustang ride“ wartet gleich mit einer lockeren, fußwippenden Midtempo Nummer auf, auch wenn es inhaltlich eher emotional schwerere Kost ist, geht es hier doch um ihre problematische Kindheit in Texas. „The wheels of Laredo“ ist eine getragene Slowblues Nummer, welche dich vom ersten Ton an ergreift. Tanjas Stimme ist gereifter, keine Frage, hat mit ihren 61 Jahren nun noch mehr an Authentizität gewonnen als sie eh schon hatte. Es ist ihr Timbre, welches den Zuhörer durch das Album trägt. Die mittlerweile 61-jährige ist weniger altersmilde als gereift, so die Einschätzung des Schreiberlings. Hiervon überzeugen kann man sich an Hand der ersten, gleichnamigen Promo-Single, „The wheels of Laredo“, welche bereits am 05.06.2019 veröffentlicht wurde.

Mir liegt jetzt schon die Titulierung „Alterswerk“ auf der Zunge, obwohl das ob ihres Alters vermessen wäre. Man fühlt sich einfach nur wohl in ihrem musikalischen Universum. „I don`t owe you anything“, ist ein ansteckender, gitarrenlastiger Countrywipper, der Spaß macht. Emotional wird es dann erneut in „The day my heart goes still“. Eine wunderschöne Hommage an Tuckers Vater, dessen Liebe sie bis heute verspürt und welche sie mit ihm auf Immer teilen wird. Man kann sich einem Tränchen nicht erwehren. „While i`m livin´“ weist somit durchaus biographische Züge aus, beschäftigt es sich doch intensiv mit des Künstlerins Vita. Beim 4. durchhören des Albums baue ich nach „The day my heart goes still“, spontan, dass 21 Jahre jüngere Pendant, „Daddy and home“, von ihrem eingangs erwähnten Album „Stongh enough to bend“, in meine Wertung ein. Auch hier schon spürte man deutlich die innige Verbundenheit zu ihrem alten Herrn.

PHOTO BY: Danny Clinch

By the way; 2017 veröffentlichte Tanya Tucker mit „Forever loving you“ eine Würdigung an die mit 81 Jahren verstorbene Country Legende Glen Campbell, mit welchem Tucker einst eine Beziehung führte. Ein kleiner Coverblock läutet dann „High ridin heroes“, im original von David Lynn Jones und seinem Vater Waylon Jennings, aufgenommen im Jahr 1987, ein, gefolgt von einem Cover der mehrfachen, und im Vergleich recht jungen, Grammy-Preisträgerin Miranda Lambert, „The house that built me“ (Gänsehautfaktor), und schließlich „Hard luck“, ein Titel aus 1979, welcher im original von der Country-Rock Band Josefus stammt.  

PHOTO BY: Danny Clinch

Abseits jener Coverversionen wurden die meisten Titel von Brandi Carlile und den Hanseroth Brüdern Tim und Phil geschrieben. „Rich“ wirft einen nachdenklichen Blick auf das Leben und ihre Kindheit. Ein Banjo färbt auditive Akzente ein, die Akustikgitarre hält den roten Faden. Die beiden letzten Titel des Albums, „Seminole wind calling“ und insbesondere das von Tucker mitgeschriebene „Bring my flowers now“ untermalen nochmals die Vielfalt von „While i`m livin´“. Vor allem die Piano-Ballade als Schlussnummer berührt den Zuhörer zutiefst.

 

Nach Jahren der Studioabstinenz ist Tanya Tucker wieder oben auf und legt mit „While i`m livin´“ ein bemerkenswertes Comeback hin. Die Hörerschaft taucht tief in die Vita der Künstlerin ein, begleitet von vertrauten Countryklängen und sauber arrangierten Songs. Der Longplayer macht wieder Lust auf Countrymusik und verleitet entschieden dazu, die alten Platten der Sängerin mal wieder aus dem Regal zu ziehen!

 

 

 

 

 

 

rockfrank

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