in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

The Marcus King Band-Carolina confessions

VÖ: 05.10.2018                                PHOTOS BY: David McClister

Für die folgenden Zeilen habe ich meine gewohnte Vorgehensweise in Sachen Rezession, klassischer Weise lege ich mir zunächst immer ein paar informative Zeilen über den Künstler zurecht bevor ich dann die Platte auf ihren Teller lege, den Silberling in seine Lade schiebe, einfach mal über den Haufen geschmissen. Diesmal war alles anders. Weil lang erwartet und voller Vorfreude hielt ich die ersehnte CD-Bemusterung des neuen Marcus King Albums, „Carolina confessions“, bereitgestellt von http://oktoberpromotion.com/, endlich in den Händen, und schob den Tonträger neugierig in die Lade des CD Players. „What to hell ist his“, sprudelte es aus mir raus. Der opener „Confessions“ ist gleich zu Anfang ein Glanzstück. Klare Pianotöne leiten in derart authentische, soulig/-bluesige Gefilde dass du dich einer Gänsehaut nicht erwähren kannst. Du willst es auch nicht. Marcus Timbre, welches einem weiteren Instrument gleicht, holt dich ab. Dieser junge Bursche klingt wie ein alter Haudegen und das mit gerade mal zarten 22 Lebensjahren. Der Song bringt dich weit weg von dieser kranken Welt in einen eigenen Orbit, wo es nur dich und den Blues gibt. Hier willst du leben. Dem Protagonisten einsetzende, geliebte 1962er Gibson rundet das Bild ab. Du bis ihrem Sound erlegen. Sie ist überlegen und ergreift dich. Man sollte denken „Confessions“ ist der Höhepunkt des neuen King Albums, dabei ist es doch erst der Beginn des Longplayers. Das Sextett um die Markus King Band (Schlagzeuger Jack Ryan, Bassist Stephen Campbell, Trompeter/Posaunist Justin Johnson, Saxophonist Dean Mitchell und Keyboarder DeShawn "D-Vibes" Alexander) versteht es absolut authentisch und auf höchstem Niveau dem geneigten Zuhörer seine Botschaft mitzuteilen und ihn mitzunehmen. Die Botschaft heißt in diesem Fall; Liebe. Oder liebe das Leben. Es obligt der subjektiven gedanklichen Eigenständigkeit des Zuhörers die richtige Deklaration der Botschaft zu verstehen. Den Schreiber jedenfalls hat sie erreicht.

 

Womit selbiger dann doch noch eine kurze Einleitung einschiebt, bevor er die 10 Titel des neuen Albums „Carolina confessions“ weiter zelebriert. Genanntes Werk ist Kings 3. Album und im Resümee sicher das Beste jener Triologie. Doch dazu später. Der erst 22-jährige, aus Greenville, South Carolina stammende junge Sänger und Gitarrist besticht durch seine markante, unverwechselbare Stimme und einem musikalischen Einfühlungsvermögen, wie es sonst nur ein Warren Haynes zu Tage fördert. Zufällig ist genau jener auch der Mentor von Marcus King und hat seine beiden Vorgängeralben, „Soul insight“ und „The Marcus King Band“, mit produziert. Zusammen standen sie schon unzählige Male gemeinsam auf der Bühne und begeisterten unzählige, (un)gläubige Anhänger. Das dato neue Werk des jungen Künstlers wurde anno 2018 von Grammy-Gewinner Dave Cobb produziert, welche schon Größen wie die Rival sons, Chris Stapleton oder Jason Isbell unter seinen Fittichen hatte.

PHOTOS BY: David McClister

Zurück zur Musik. Über das Eröffnungsstück habe ich mich ja bereits zu Genüge ausgelassen, lenke die Aufmerksamkeit deshalb auf „Where i`m headed“, dem zweiten Track des Longplayers, was mir persönlich alleine schon vom Titel her gefällt. In dem souligen, triebhaften Sound nebst Bläsereinsätze ist erstmals auch ein weiblicher Gesangspart zu vernehmen. Die backing vocals steuert hier Kristen Rogers bei. Inhaltlich verarbeitet der Sänger hier wohl eine Trennung und den dazugehörigen Schmerz. Der Spirit des Soundgefüges jedenfalls knüpft nahtlos an den gewonnen Eindruck des openers an und begeistert den Zuhörer. Die Frühreife, die King in den vergangen Jahren bereits an den Tag gelegt hat, dieser musikalische Rohdiamant, entwickelt sich mehr und mehr in eine künstlerische Richtung, die alle Ketten genreübergreifend sprengen wird, und uns neue musikalische Wege aufzeigt, von denen wir bisher allenfalls bei Gov`t Mule träumen durften. Dieses spürt man beispielsweise ganz deutlich in „Homesick“. Der vor glühender Glückseligkeit brillante Sound des Tracks verleiht dir zusammen mit seiner Aussagekraft eine Leichtigkeit, die dich durch Zeit und Raum trägt. Eine virtuose Hommage an seine Heimat, voller Inbrunst und Leidenschaft. „8 a.m.“ hingegen holt dich von der emotionalen, mentalen Schiene ab. Der balladeske Aufbau des Songs verbirgt erneut einen gewaltigen Gänsehautfaktor, schwebt einem emotionalen Höhepunkt entgegen. Auch hier hört man erneut, wie im vorangegangenen „Where i`m headed“ und „Homesick“,Kristens weiblichen Part, welche das Gesamtbild der genannten Stücke abrundet.

PHOTOS BY: David McClister

How long“ ist der einzige, nicht von King selber geschriebene Titel des Longplayers ( Dan Auerbach / Pat McLaughlin), und besticht durch sein spielerisch swingendes Befinden. Nicht zuletzt die Bläsersätze (Saxophone, Trompete, Posaune) hinterlassen hier deutlich ansteckende Spuren. Des Crooners Stimme ist das Nonplusultra dazu. Die Band erzeugt ein echtes Live-Feeling im Studio und transportiert dieses mit einer Leichtigkeit auf ihr Album, als wären sie bereits Jahrzehnte im Geschäft. Der Zuhörer gewinnt den Eindruck, mitten im Geschehen zu stehen, so die akustische Impression. 04:01 Minuten geballte Emotionen bietet anschließend „Remember“, die niemanden unberührt lassen können. Das Vocalstück wird mit einer solchen Intensität vorgetragen, dass du erneut das Zeit -und Raumgefühl verlierst und dich einfach treiben lässt im Ausdrucksstil des Ensembles. So geht es auch in „Side door“ weiter, ebenfalls ein balladesker Blues. Das wunderschöne „Autumn rains“ hingegen hat einen astreinen County-Einschlag mit Southern-Anleihen. Zunächst auf der akustischen Gitarre vorgetragen, fängt der Fuß unweigerlich an im Takt zu wippen. Schließt man die Augen, ist man gedanklich unentrinnbar irgendwo im Süden der U.S.A., fährt mit einem Pick up Truck über den Freeway, hat den Rundfunkempfänger aufgedreht und genießt die Freiheit. Die einsetzenden Slides steigern sich mit ihren charakteristischen Klangfarben zu einem lupenreinen Solo und runden den Song authentisch ab. Wahnsinn! Aus den Southern-Anleihen werden in „Welcome round here“ dann handfeste Anschläge, die mächtig poltern. Starke Bläsersätze komplettieren den Sound und lassen aufhorchen. Wie und wo auch immer die Band den Track schrieb, sie haben alles richtig gemacht. „Soul beeinflusster, psychedelischer Southern Rock“, so beschreibt King selber die Musik seiner Band. Und das hört man ganz deutlich in „Welcome round here“. Denn fast psychedelisch wird es im Mittelteil des musikalischen Themas. Spätestens hier driftest du jetzt leicht weg. Das Klanggefüge wird anschließend orchestraler und du denkst du stehst mitten in einem Konzertsaal mit einer riesigen Big Band auf der Bühne. Die Band definiert sich hier ganz klar über ihren Sound. Erneuter Wahnsinn!! Durchatmen. Der letzte Titel von „Carolina confessions",  „Goodbye Carolina“, ist wiederum eine ruhige, besonnene midtempo Nummer welche Country mit Blues und Soul vereint und eingangs erwähntes Piano erneut herausstellt. Bläser und Perkussionen vereinen sich und bilden einen finalen, grandiosen Abschluss des Albums.

PHOTO BY: David McClister

 

Fazit:

Die Markus Kind Band versteht es auch auf ihrem 3. Album ihre kreative Energie einzufangen und gekonnt umzusetzen. In ihren Arrangements vernimmt man immer wieder Jazz-Affinitäten, Soul-Anleihen, sowie Southern Rock und Blues-Abbildungen. Hier und da wünscht man sich den ein -oder anderen Spirit, bzw. mehr uptempo im Songgefüge, aber grundsätzlich ist hier ein Album entstanden welches die Inspiration des Augenblicks eingefangen hat und diese auf Vinyl gebannt hat. Latente Ziellosigkeit kann man der Band jedenfalls nicht vorwerfen. Im Gegenteil; Die spürbare Synergie innerhalb des Bandgefüges trägt sicherlich zum Erfolg der Marcus King Band bei und wird ihnen dauerhaft einen Platz im Rock -Olymp verschaffen.

PHOTO BY: David McClister

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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