in charge of rock `n` roll
                       in charge of rock `n` roll

                  The Pink Floyd Exhibition

                     Their Mortal Remains

15.09.2018 - 10.02.2019  Dortmund

I got a woman ´way cross town“, ist eine alte Bluesnummer des am 12.02.1900 geborenen US-amerikanischen Musiker Pinkney „Pink“ Anderson. Erst Mitte/Ende der 1950`er Jahre begann der schwarze Musiker aus Spartanburg / South Carolina mit professionellen Plattenaufnahmen, vorher tingelte er mi einem Quacksalber durch die Lande und lieferte den Soundtrack zu dessen Heilmittel Verkäufen. Andersons Stimme hingegen war mehr als authentisch und er beherrschte auf der Gitarre den sogenannten Piedmont-Blues, jene Spielart, die durch ein Fingerpicking charakterisiert wird, bei dem eine mit dem Daumen gespielte Basslinie die auf den höheren Saiten gespielte Melodie unterstützt. Floyd Council hingegen erblickte 11 Jahre später das Licht der Welt und kam aus North Carolina. Er beherrschte neben Gitarre und Gesang auch noch die Mandoline. Jene beiden schwarzen Musiker gehörten zu den von Lieblings-Blueser von Syd Barrett, jener kreative Kopf, der die beiden Namen der Amerikaner einfach kombinierte, und daraus seinen eignen Bandnamen aus der Taufe hob, Pink Floyd !

The Pink Floyd Exhibition: Their mortal remains ist eine multimediale Erlebnisausstellung, welche eine umfassende Werkschau der Band bietet, mit den Entstehungsgeschichten zu ihren Alben, Hintergrundinformationen, original Instrumenten einzelner Bandmitglieder, persönlichen Erinnerungsstücken, Videos und vielen raren Exponaten. Begleitet von den jeweils akustischen musikalischen Phasen der Band, Interviews und einem visuellen Live-Erlebnis am Ende der Exposition. Man taucht hier völlig ein in die Welt von Pink Floyd, ist ihr ergeben.

Die Ausstellung fand vom 15.09.2018 – 10.02.2019 im Dortmunder U statt, welcher ein ehemaliger um 1296 gebauter, 70 Meter hoher Turm der Dortmunder Union Brauerei ist, und seinerzeit als Lagerkeller genutzt wurde. Das historische Gebäude wird heuer für Ausstellungen genutzt, diverse Veranstaltungen, beinhaltet ein Museum und ein Restaurant. Blickfang des modernen, kulturellen Zentrums und Symbol der Stadt Dortmund, ist das goldene U auf dem Dach des Gebäudes. Den Ursprung fand die Ausstellung am 13.05.2017 in London und war dort sogar noch umfangreicher als heuer in Dortmund zu bestaunen.

Jeder Besucher bekommt eingangs einen Kopfhörer aufgesetzt, der über Induktionsschleifen im Fußboden erkennt wo sich der einzelne Teilnehmer gerade innerhalb der Ausstellung befindet und gibt die dazugehörige Audiospur zu dem entsprechendem Themenbereich/Exponat wieder.

Der 11.03. ist nicht nur historisch in der Vita des Schreibers, sondern auch der Veröffentlichungstermin der ersten Single der Band, 1967. 4 Jahre bevor der Moderator hier überhaupt das Licht der Welt erblickte. „Arnold Layne“ war der Titel des 7“ Zoll Drehers unter EMI. Damals nannte die Band sich noch „The Pink Floyd“. Maßgeblich beteiligt und injiziert wurde die kleine Scheibe von Gründungsmitglied und Sänger Syd Barrett. Dem 2006 verstorbenem Musiker war daher auch der erste Bereich der Ausstellung, der chronologisch ausgelegten Präsentation, ausgiebig gewidmet und gedacht worden. Sein Schaffen innerhalb der Band dauerte nur knapp 3 Jahre, bevor er sich auf Grund von zunehmenden Drogenkonsums und aufkommender „geistiger Verwirrung“ selbst aus dem Bandgefüge katapultierte. Trotzdem war er in diesen 3 Jahren die treibende Kraft, Initiator und das prägendenste Mitglied für die psychedelische Ausrichtung der Band. Ihm werden fast alle Songwriter-Credits ihrer ersten LP „The piper at the gates of dawn“ (v.ö. 04.08.1967) zugeschrieben. Barrett führte auf Pink Floyds Erstling ganz klar die musikalische Regie. Überhaupt war er hauptverantwortlich für den Avantgarden Mix der Band aus elektronischen Experimenten, Jazz und Beat/Pop. Gitarrist David Gilmour war dato noch kein Mitglied der Band. Er stieß erst ein Jahr später zu Pink Floyd.

Brief von Syd Barrett an seine Freundin Jenny Spires.

Würdigung ihres ersten Albums 1967, "The Piper At The Gates Of Dawn".

Pink Floyd`s erste Beiträge zu einem Soundtrack, 1970.

Michelangelo Antonioni`s "Zabriskie Point".

Pink Floyd Angfang 1972 auf Tour, nach erscheinem ihres Albums  „Meddle“ , im Oktober im Jahr zu vor. "Meddle" enthält ihr 23:31 minütiges Meisterwerk "Echoes".

Dark Side Of The Moon“ ist sicherlich eines der erfolgreichsten Konzeptalbum aller Zeiten und auch eines meiner persönlichen Favoriten der britischen Band. Zurecht wurde dem Werk in „The Pink Floyd Exhibition“ ausführlich gedacht. Am 24.03.1973 veröffentlicht, bahnte es sich ab da im wahrsten Sinne den Weg zum Mond, drang in höhere Sphären ein. Interplantare experimentelle Gehversuche, wie sie oft auf den Vorgängeralben begannen wurde, wurden auf „Dark Side Of The Moon“ veredelt. Epische Klangkompositionen mit psychedelischen Ausmaße werden hier zelebriert. Textlich wird Rogers hier definitiv tiefgründig und sehr nachdenklich, beschäftigt sich mit der eigenen Vergangenheit, dem Vietnamkrieg und unerfüllten Hoffnungen und Träume („Time“) sowie mit Situationen die Menschen in den Wahnsinn treiben können. Ein Meisterwerk! Waters methodische  Nachdenklichkeit sollte sich bezahlt machen. Bis heute zählt „The Dark Side Of The Moon“ zu einem der meistverkauften Alben aller Zeiten.

Würdigung des "Über"-Albums "Dark Side Of The Moon".

Original Zeitungsartikel von 1975 zu ihrem Album „Wish You Where Here“.

Das Südlondoner Kraftwerk „Battersea Power Station“ diente als Kulisse für das Plattencover ihres 1977 veröffentlichen Album „Animals“. Roger Waters mochte das ehemalige Kohlekraftwerk wegen der, wie er sagte, „bedrohlichen und entmenschlichten“ Optik. Das mit Helium befüllte, extra angefertigte Stoffschwein hatte eine Größe von 4,5 x 9 Metern! Da man sich einen düsteren Himmel als Hintergrund wünschte, am ersten Tag aber die Sonne schien, am zweiten das Schwein von der Leine gerissen ist, wurde das Cover letztendlich in einer Fotomontage vom ersten Tag und dem 3. Fotoshooting hergestellt. Es war das zehnte reguläre Studioalbum von Pink Floyd und wurde vom Rolling Stone im Jahr 2015 auf Platz 13 der 50 besten Progressive-Rock-Alben aller Zeiten gewählt.

Am 2. Tag des Foto-Shootings löste sich dass Schwein aus seinen Seilen und stieg auf eine Höhe von ca. 5900  Meter. Wegen der ernormen Höhe wurde der Flugverkehr über London teilweise umgeleitet !

Tourankündigung der deutschen Termine zur „Animals“ Tour.

Der größte und aufwendigste Teil er Ausstellung befasst sich selbstredend auch mit der vermeintlich größten und aufwendigsten Arbeit der Band; „The wall“. Fast aus einer Not heraus geboren (man brauchte dringend neue finanzielle Mittel, da man sich in steuerlicher Hinsicht mehr als verkalkuliert hatte), aber auch aus Rogers Unzufriedenheit mit den Fans und seine Abscheu in großen Stadien aufzutreten, war ein erfolgreiches Album dringend von Nöten. Gilmour und Wright hatten gerade ihre ersten Soloalben abgeschlossen. Mach „Animals“ lag Pink Floyd, nicht zuletzt wegen Differenzen mit Waters, fast auf Eis, aber auch Waters selbst schrieb weiter fleißig Songs. Seine Produktivität reichte letztendlich für zwei Alben, von denen eines sein zukünftiges erstes Soloalbum werden sollte. Das andere, vorerst mit dem provisorischen Titel „Bricks in the wall“, wurde von der Band einstimmig angenommen. Allerdings sollte es erst noch zu einem Floyd Projekt werden, denn die Lyrics befassten sich mit Waters eigener Vergangenheit und dem bewältigen diverser Ereignisse in seiner Vita sowie seiner gefühlten Isolation zu seinem Publikum. Er erkannte schnell das Ausmaß seiner Songs, und beschloss, dass es ein Doppelalbum werden sollte. Zwecks Bewältigung der bevorstehenden Aufgabe („The wall“ sollte als Album, gigantische Bühnenshow und Film fugieren), holte er sich in Person von Bob Ezrin einen erfahrenen, weiteren Produzenten an die Seite. Er war es auch der die Band zusammenhielt, Rogers Kollegen im Boot behielt. Gerald Scarfe zeichnete sich für die Illustration und die fiktive Hauptfigur in „The wall“, Pink, verantwortlich. Der Rest ist Geschichte. Mit rund 30 Millionen Tonträgern ist und bleibt es einer der weltweit erfolgreichsten Doppelalben überhaupt und geht damit als triumphantestes Werk in die Geschichte der Rockanalen ein.

Arbeit zum letzten gemeinsamen Album mit Roger Waters, aber schon ohne den aus der Band entlassenen Richard Wright, „The final cut“.

Covergestaltung zu Pink Floyds erstem Album nach Roger Waters, „A Momentary Lapse Of Reason“.

"The devision bell" ist Floyds 14. Studioalbum und das zweite ohne Waters. Es erschien am 30.03.1994.  Für die Covergestaltung zeichnete sich erneut Storm Thorgerson verantwortlich. Die beiden drei Meter hohen Skulpturen gab es in zwei Ausführungen. Für die LP Version verwendete man die Metallgesichter, für die MC Ausgabe, welche aus Stein. See orientierten sich  optisch an den Aku-Aku Statuen, welche man auf den Osterinseln findet.

Auf "The devision bell" ist im Song "Keep talking" die Stimme des Astrophysikers Stephen Hawkings zu hören, der in jenem Stück über Kommunikation und Sprache doziert. Das Album erreichte nach seinem Erscheinen im März 1994 auf beiden Seiten des Atlantiks die Spitzenposition.

Das Cover zum 2014 erschienen Album "Endless River".

Am Ende des emotionalen Rundganges durch die Ausstellung erwartet den Besucher noch ein akustisch/visueller Leckerbissen. In einem gesonderten Raum läuft in Dauerschleife und in absolut überragender Tonqualität der Auftritt Pink Floyds anlässlich des 20. Jahrestages des Live aid Konzertes aus dem Jahr 1985 in London, zu dem die Band 20 Jahre später und 24 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Auftritt dank großer Bemühungen des Organisators  Bob Geldorfs anno 2005 noch einmal gemeinsam mit Roger Waters auf der Bühne im Londoner Hyde Park  stand. Eine Mini-Reunion, wenn man so will, denn sie hielt nur für diese eine, 24-minütige Show. Alle Mitglieder sind reifer geworden, lange Haare und Schnurbärte wurden durch teils schickes oder legers Styling ersetzt und jeder einzelne lieferte einen perfekten Auftritt ab. Großartige Blicke zwischen den ehemaligen Konkurrenten Waters und Gilmour wurden jedoch nicht ausgetauscht, man gewann den Eindruck das jeder sein eigenes Vermächtnis der Band auf seine Art verwalten wollte. Gilmour und Rogers teilten sich die Gesangparts. 20 Jahre zuvor hatte Waters der Band noch mit rechtlichen Schritten gedroht. Nach der Eröffnungsnummer „Breathe“, von „The dark side of the moon“, folgte dann mit „Money“ gleich einer ihrer größten Hits, jener ihnen insbesondere zum Durchbruch in Amerika verhalf. Das legendäre Saxophone Solo wird auch bei diesem Auftritt von Dick Parry gespielt, jener Musiker der den gleichen Part auch auf der original Aufnahme 1973 beisteuerte. Es wirkte nun wie eine perfekte Reunion der Band, auch wenn Syd Barrett fehlte, der kein Interesse an einem gemeinsamen Auftritt mehr hatte und ein Jahr später verstarb. Waters und Gilmour brillierten zusammen in „Wish you were here“ und „Comfortably  numb“ und verbeugten sich am Ende auch gemeinsam mit Richard Wright und Nick Mason vor dem Publikum. Ein perfekter Auftritt. Eine Schande, dass man nach Live 8 wieder getrennter Wege ging…….

 

Gilmour und Rogers standen übrigens 5 Jahre später, 2010, im Rahmen einer Benefizgala zu Gunsten eines Palästinenser Hilfsprojekt (The hoping foundation) noch einmal gemeinsam auf einer Bühne und präsentierten in Kiddington (ohne die anderen Floyd Mitglieder) die Songs „To know him ist o love him“ (Amy Winehouse cover!), „“Wish you were here“, „Comfortably numb“ und „Another brick in the wall (part 2)“. Begleitet wurden sie von Gastmusikern.

Hier noch eine Auswahl diverser Fotos rund um die Ausstellung.

The Pink Floyd Exhibition: Their mortal remains ist sicherlich eine der beeindrucksten Ausstellungen zum Thema Musik/Pink Floyd unserer Zeit. Bleibt zu hoffen dass der Fortbestand dieser einmaligen musikalischen Dokumentation gesichert bleibt, und die Türen in einer anderen Stadt erneut geöffnet werden. 

 

 

 

 

 

rockfrank

Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.

Ludwig van Beethoven

Es wird keine Beatles Reunion geben, solange John Lennon weiter tot bleibt.

George Harrison

Das M in MTV stand nie für Musik, es stand schon immer für Money.

Neil Young

Wir mögen alles, was eine heftige Reaktion gegen die Norm darstellt.

Jim Morrison

Ich möchte zeigen, dass Gospel, Country, Blue, Jazz und Rock ein und dasselbe sind.

Etta James

I like beautiful melodies

telling me terrible things.

Tom Waits

Als dann feststand, dass Donald Trump gewonnen hatte, haben wir (Gov`t Mule) umgehend einen ausgedehnten Blues gespielt, um das ganze so aus unseren Systemen herauszukriegen.

Warren Haynes

Eine gute Sache an Musik ist, dass wenn sie dich trifft, du keinen Schmerz spürst.

Bob Marley

Man wird Bob Dylans Lieder auch dann noch hören, wenn wir alle längst tot sind.

Bruce Springsteen

The blues had a baby and they call it Rock`n` Roll.

Muddy Waters

Mick ist Rock, ich bin Roll.

Keith Richards

Ich weiss nicht wer ich bin. Aber das Leben ist zum Lernen da.

Joni Mitchell

Ich habe geträumt, dieses Land hätte mal wieder eine gescheite Regierung! Aber es war nur ein Traum! "Well done, Germany!"

Elton John

Jesus wurde gekreuzigt, weil er bemerkt wurde. Deswegen verschwinde ich häufig von der Bildfläche.

Bob Dylan

Wenn du dich an die 60er erinnern kannst,

warst du nicht dabei. 

Paul Kanter (Jefferson Airplane)

Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

Gustav Mahler

Wir können uns nicht aussuchen wie wir sterben - oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.

Joan Baez

Es genügt nicht, sich eine neue Regierung über den Kopf zu stülpen wie einen neuen Hut, und dann darauf zu hoffen, dass sich in der Rübe, die darunter steckt, etwas tut.

Frank Zappa

Life is what happens when you have made other plans.

John Lennon

Auf der Bühne habe ich Sex mit 25.000 Menschen. Anschließend gehe ich nach Hause. Alleine.

Janis Joplin

Musik ist eine eigene Lebensform.

Jimi Hendrix

Before Elvis there was nothing.

John Lennon

Clarence hat die E Street nicht verlassen, als er gestorben ist. Er wird sie verlassen, wenn wir sterben.

Bruce Springsteen

Der Blues und eine gute Predigt haben viel gemeinsam.

Muddy Waters

Janis starb an einer Überdosis Janis.

Eric Burdon

Blues ist harte Arbeit.

Gary Moore

Music takes us to a spiritual place.

Layla Zoe

Rock `n` roll ist Weltmusik.

Wolfgang Niedecken

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