rock will never die
   rock will never die

Kira Annaliese

The Damsel

 

Titel: Th Damsel

Vö: Year 2016

All songs arranged by: Kira Annalise, Nancy Kaye Hill and Willie Heath Neal

 

 

Kira Annaliese ist Teil des amerikanischem Country-Duos The Waymores und verleiht mit ihrer Stimme den Songs der Band ihre wohlbedachte Authentizitat. Noch vor der der Kollaboration mit ihrem Gesangspartner und Ehemann Willie Heath Neal bewegte sich Kira auf Solopfaden und brachte 2017 unter anderem das Album „The Damsel“ auf den Markt. In einer Zeit, in der viele Künstler der Country-Szene immer mehr in Richtung Pop tendieren, strahlt Kira als Aushängeschild der Authentizität inmitten des Genres. Ihre Musik, tief in den Traditionen des klassischen Country verwurzelt, erinnert an die goldene Ära von Künstlern wie Dolly Parton und Merle Haggard, bleibt dabei aber ganz eigen- und bodenständig.

 

10 gefühlvolle County-Songs von denen 9 aus ihrer eigenen Feder stammen und bei denen auf einem Track, „Maybe you won`t“,  ihr spätere Duo-Gesangspartner Willie Heath Neal bereits beteiligt war.

 

Das in sepiafarben gehaltene Cover zeigt des Sängerin gefesselten Hände, die ein Messer halten, bereit die Fixierungen zu lösen, auszubrechen, ihren eigenen Weg zu gehen. Alleine die zahlreichen Tätowierungen auf ihrer Haut (hier nur auf ihrem Arm zu sehen), können wahrscheinlich Geschichten erzählen. Die CD selber befindet sich wohl behütet in einem Pappschuber.

 

 

Der Opener, „Thousand reasons“ ist eine ansteckende Midtempo-Nummer, die gleich zeigt, dass  die Sängerin ihre Wurzeln im traditionellem Country hat, aber nicht davor zurückschreckt, zeitgemäße Elemente einzubauen. Inhaltlich besingt sie hier eine unerfüllte on-off-Beziehung, in der die Protagonistin nicht von dem Mann los kommt, obwohl er sich im Grunde genommen nur das von ihr nimmt, was er für den Moment braucht, ohne auf ihre Gefühle Rücksicht zu nehmen. Tausend Gründe, die Sache bleiben zu lassen, aber ebenso auch tausend Gründe dafür, dass er (dauerhaft) bei ihr bleiben sollte. Weil es eigentlich das ist, was ihr Herz möchte. „Ruined me“ knüpft musikalisch nahtlos an den Opener an und begeistert den geneigten Hörer nicht weniger. „Like a lady“ eröffnet mit akustischer Gitarre, die nach wenigen Augenblicken von Kira` s außergewöhnlichem Timbre begleitet wird. Der Rezensator verliert sich sofort in ihre Gesangsdarbietung, schließt die Augen und lässt sich von der Künstlerin mit auf eine Reise nehmen.

 

Die H.O.A. ist eine homeowners association, ähnlich einer Eigentümergesellschaft. In den USA oft auch der Dachverband für eine Siedlung von Eigenheimen, also Häusern. Und das ist auch der Titel des Tracks: „H.O.A.“. Inhaltlich erzählt er von einer Frau die versucht,  das wohl etwas heruntergewirtschaftete Grundstück aufzuhübschen, bekommt aber wegen allem Ärger mit den anderen Anwohnern, egal ob Pflanzen im Garten oder die Tatsache, dass  manchmal bis zu drei Autos bei ihr parken. Ihr Typ ist wohl nie erreichbar, beruflich unterwegs, keine wirklich geteilte Verantwortung für das Eigentum; Er repariert nichts und ist eh scheiße in seinem Job. Kira hat dieses Thema authentisch in einem unverfälschtem Country-Song verarbeitet.

 

Das Storytelling im Vordergrund hält auch „Bittersweet songs“. Die Protagonistin in jener Ballade fragt sich, warum sie immer diese bittersüßen Liebeslieder schreibt. Sie will damit zeigen, welche Art von Liebe sie einmal möchte bzw welche auf keinen Fall. Sie erzählt in dem Song von den ungesunden, verletztenden, teils gewalttätigen Beziehungen, die ihr durch Vater und Bruder vorgelebt wurden. Der Vater hart, lieblos, unnachgiebig, herzlos zur Mutter, deren Herz daraufhin verhärtet ist. Der Bruder ein Schürzenjäger, während seine Frau zu Hause Abend für Abend mit dem Essen auf ihn wartet. Interessanterweise ist dies der einzige Track des Albums der nicht aus Kira`s Feder stammt. „Bittersweet songs“ wurde von Nancy Kaye Hill verfasst. Nancy, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Rosey, ist eine amerikanische Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Sie wurde in der Musikszene bekannt, als sie 2002 mit ihrem Album „Dirty Child“ debütierte, welches sie als eigenwillige und vielseitige Künstlerin etablierte. Ihre Musik verbindet Elemente von Blues, Funk, Pop und psychedelischem Rock, wodurch sie eine charakteristische Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen bietet.

 

 

Die Geschichten auf „The Damsel“ gehen unter die Haut. In „Bad thing“ beispielsweise würde die Hauptfigur gerne mit ihrem Freund/Lover weglaufen, hat aber Sorge, daß man sie aufspürt und sie dann in den Knast muss. Weil sie eine schlimme Sache gemacht hat, nämlich jemanden erschossen. Sie singt / betet Gott an, weil sie so tief gesunken ist. Aber der Ermordete war wohl nicht gut zu ihr...

 

Überhaupt steht lyrisch das Geschichten erzählen im Mittelpunkt. Jedes Lied erzählt eine Begebenheit, die emotionale Erlebnisse oder alltägliche Episoden beschreiben. Die Stimme der Sängerin verleiht, wie eingangs bereits erwähnt, den Texten Glaubwürdigkeit und Wärme, sei es durch eine straighte, erdige Darbietung oder durch sanftere, gefühlvolle Töne.

 

In „The damsel“ selbst, also der titelgebende Track des Albums, geht um eine junge Frau, die sich nach einer unglücklichen Beziehung mit dem Gedanken trägt, aus dem Leben zu scheiden, sich ggf vor einen Zug zu legen. Und dann wie eine Damsel, eben unverheiratet, als Maid, ihr Leben abzuschließen. Wobei sie, glaube ich, daß nicht wirklich umsetzen will, sondern es einfach ihre Gefühlslage widerspiegelt. Sie singt nämlich "Binde mich doch jemand an Händen und Füßen an die Gleise".

 

Sorry yet“ beschließt dass so wunderbare Album und ist mit nur 02:08 Minuten der kürzeste, aber nicht weniger authentische Track des so wundervollen Albums.

 

 

Fazit:

 

Zusammenfassend ist Kira Annalise eine jener seltenen Künstlerinnen, die die Essenz des traditionellen Country bewahren. Für Fans, die die Ursprünge und Seele der Country-Musik lieben, ist sie eine echte Entdeckung. Ihre Musik ist wie eine Rückkehr zu den Wurzeln, ohne dabei im Gestern zu verharren – zeitlos, ehrlich und voller Gefühl. Ein Muss für alle, die authentischen Country schätzen. Insgesamt vermittelt „The Damsel“ eine tiefe Verbundenheit zur Kultur und den Werten des ländlichen Amerikas, gepaart mit einer ehrlichen, emotionalen Ausdruckskraft, die Zuhörer aus allen Lebensbereichen anspricht.